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	<title>Noltejournal &#124; Magazin &#187; Wissenschaft &#124; Noltejournal | Magazin</title>
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		<title>Der Weltraum, endliche Weiten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 04:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Nolte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadtleben]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Regelmäßig beobachten die Hobbyastronomen des Vereins "Oldenburger Sternfreunde" den Nachthimmel. Wenn die Oldenburger Witterung es erlaubt, heißt das. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;">Regelmäßig beobachten die &#8220;Oldenburger Sternfreunde&#8221; den Nachthimmel. Wenn die norddeutsche Witterung es erlaubt, heißt das.</span></p>
<div id="attachment_42520" class="wp-caption aligncenter" style="width: 620px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/04/sternengucker.jpg"><img class="size-full wp-image-42520" alt="Wo denn nur? FOTO: M. Nolte" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/04/sternengucker.jpg" width="610" height="304" /></a><p class="wp-caption-text">Wo denn nur? FOTO: M. Nolte</p></div>
<p>&#8220;Abnehmende Venus&#8221;, sagt Bernward Große: &#8220;Das heißt, sie entfernt sich.&#8221; Im Teleskop-Okular ist eine helle Sichel zu erkennen, für einen Laien sieht sie auf den ersten Blick aus wie der Mond. Der zweite Blick &#8211; der mit bloßem Auge &#8211; bestätigt: Es handelt sich tatsächlich um den Nachbarplaneten, der tief über dem westlichen Horizont hängt, der Mond ist noch gar nicht aufgegangen. An diesem Aprilabend, an dem die <a href="http://www.avos.org/index.php" target="_blank">Oldenburger Sternfreunde</a> zur öffentlichen Beobachtung laden, ist die Venus ohnehin der einzige Himmelskörper, der zu sehen ist; der Rest des Nachthimmels verschwindet unter einer durchgehenden Wolkendecke. Passiert oft in Oldenburg, sagt Große. Mit guten Teleskopen könne man zwar trotz Wolkenschleier manchmal noch etwas sehen, aber wenn es sich richtig zuzieht, ist nichts mehr zu machen.</p>
<p>Die Vereinsmitglieder fahren zum Sterngucken daher gerne raus aus der Stadt, nicht nur in der Hoffnung auf einen klareren Himmel, sondern vor allem, um der Beleuchtung durch Straßenlaternen zu entgehen. In Friesoythe bauen sie gerade ihr eigenes Observatorium. Früher hätten sie ihre öffentlichen Beobachtungsabende am Bornhorster See gemacht, sagt Große. Bessere Bedingungen, aber &#8220;zu weit draußen &#8211; da kamen immer weniger Leute&#8221;. Daher packen sie ihre Teleskope seit einiger Zeit auf den Dobbenwiesen aus, viel dunkler und unverbauter geht es im Innenstadtbereich nicht. Wenigstens hat die EWE die Leuchtreklame an ihrem Gebäude in der angrenzenden Tirpitzstraße mittlerweile abgeschaltet &#8211; wohl nicht der Sterngucker zuliebe, aber die freuen sich trotzdem, denn das blaue Licht &#8220;hat sehr gestört&#8221;.</p>
<p>Trotz Wolken und Kälte kommen einige Interessenten vorbei. Drei Personen haben ein eigenes Teleskop mitgebracht, ein handelsübliches Gerät. &#8220;Ein Erbstück&#8221;, sagen sie. Die Sternfreunde beraten Besucher gerne, was den Umgang und die richtige Bedienung angeht, in diesem Fall aber können sie nicht helfen: Das kleine Suchfernrohr ist nicht parallel zum eigentlichen Teleskop ausgerichtet, und das lässt sich nur tagsüber machen &#8211; und ohne Suchfernrohr ist es nahezu aussichtslos, etwas am Himmel finden zu wollen. Stattdessen gucken die Leute durch die Geräte der Sternfreunde. Die Venus, immerhin.</p>
<p>Das für den Nichtfachmann erstaunlich kurze Teleskop von Große ist mit einem kleinen Steuerungscomputer verbunden; wenn es sich eigenständig mit hörbarem Surren auf einen bestimmten Punkt einstellt, sieht es ein kleines bisschen gruselig aus. Die Elektronik mit eingebauter Nachführung sei praktisch, um Objekte zu finden und im Blick zu behalten, erklärt er. Für so ein Gerät muss man um die 800 Euro anlegen, es geht auch darunter, aber dann muss sich der Hobbyastronom &#8220;in Geduld üben&#8221; &#8211; die Suche nach dem zu beobachtenden Himmelskörper kann, wenn man sie per Hand durchführen muss, recht knifflig sein. Er selbst besitzt auch noch ein größeres, das er sonst auch auf die Dobbenwiese mitbringt und mit dem sich auch schwächer leuchtende Galaxien und Nebel sehen lassen. An diesem Tag hat er es zu Hause gelassen &#8211; der Aufbau dauert eine halbe Stunde, und nach einem Blick aus dem Fenster war ihm klar, das sich das bei dieser Witterung kaum lohnen würde.</p>
<p>Das Gerät, das Sternfreund Martin Tanfal daneben aufgebaut hat, ist deutlich größer und weist Ähnlichkeit mit einer langgezogenen Trommel auf; es hat einen Durchmesser von acht Zoll und thront auf einer Art Pivot, das Okular sitzt am vorderen Ende. &#8220;Ein Dobson-System&#8221;, sagt Große. Es gibt eine ganze Palette an verschiedenen Bauarten, er erklärt detailliert die technischen Unterschiede und resümiert, dass letztlich &#8220;jedes Teleskop seinen eigenen Himmel&#8221; habe. So ein Dobson-Gerät sei heute schon fast ein Einsteigermodell, mit etwas Geduld lasse es sich auch selbst bauen, sagt Tanfal: &#8220;Das ist dann natürlich schon ein besonderes Gefühl.&#8221; Eine computerunterstützte Steuerung ist an das Gerät nicht angeschlossen, er richtet sich nach Sternkarten. &#8220;Das ist wie beim Straßenatlas&#8221;, sagt er, man navigiert von einem zentralen Orientierungspunkt zum nächstkleineren, bis man am Ziel ist; besser gesagt, es im Blick hat.</p>
<p>Bei all den Galaxienhaufen, farbenfrohen Nebeln und manchmal auch Kometen, die an klaren Tagen zu sehen sind, klingt Großes prägnantestes Beobachtungserlebnis ganz unspektakulär: Er habe gemeinsam mit einem Kollegen eine Abweichung eines Asteroiden bemerkt, &#8220;um zehn Bogensekunden&#8221; &#8211; das hätte gereicht, dass er &#8220;beim nächsten Umlauf nicht mehr wiedergefunden worden wäre&#8221;. Eine Ungenauigkeit aus der Zeit, als die Aufnahmen der Beobachtungsobjekte noch analog gemacht wurden: &#8220;Damals sind uns fünf Kleinplaneten verlorengegangen&#8221;, die aber inzwischen wiederaufgefunden worden sind. Heute lassen sich Digitalkameras einfach an das Teleskop anschließen &#8211; das Hubble für den Hausgebrauch.</p>
<p>Vor 20 Jahren wurde der Verein gegründet, knapp 50 Mitglieder hat er derzeit. &#8220;Es waren auch schon mal 75&#8243;, sagt Große &#8211; wie die meisten Vereine haben die Sternfreunde Nachwuchssorgen. Das Internet bietet wohl einen einfacheren Zugang zur Astronomie &#8211; und außerdem: &#8220;Wer friert schon gerne?&#8221; Denn die öffentlichen Beobachtungstermine finden ausschließlich im Winterhalbjahr statt, im Sommer wird es zu spät und zu wenig dunkel, erklärt Große. Erst im Oktober ist der nächste öffentliche Sterngucken angesetzt. Hoffentlich bei besserem Wetter, denn nun, eine gute halbe Stunde nach Beginn der Beobachtung, hat sich auch die Venus endgültig hinter die Wolken verzogen. Die Sternfreunde packen ein, bis zur nächsten Saison. Kleines Trostpflaster: In der <a href="http://www.oldenburger-lokalteil.de/2012/04/03/ein-paar-stucke-himmel-auf-erden/">Ausstellung &#8220;Meteoriten&#8221;</a> im Landesmuseum Natur und Mensch geben Vereinsmitglieder Einblicke in die Hobbyastronomie &#8211; und in den kommenden eineinhalb Wochen sorgt der <a href="http://www.noz.de/deutschland-und-welt/gut-zu-wissen/63132976/lyriden-sternschnuppen-funkeln-am-himmel" target="_blank">Lyriden-Strom für ein vermehrtes Aufkommen von Sternschnuppen</a>. Und die sieht man auch ohne Teleskop.</p>
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		<title>Würdigungen im Wandel</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 05:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Nolte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Oldenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Hedwig Heyl war Hitlerverehrerin und Rassistin. Dennoch ist eine Oldenburger Straße nach ihr benannt - aber wohl nicht mehr allzu lange.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;">Hedwig Heyl war Hitlerverehrerin und Rassistin. Dennoch ist eine Oldenburger Straße nach ihr benannt &#8211; aber wohl nicht mehr allzu lange.</span></p>
<div id="attachment_42526" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/02/hedwig-heyl-straße.jpg"><img class="size-full wp-image-42526" alt="Widerstandskämpferin statt Hitlerverehrerin? Die Umbenennung der Hedwig-Heyl-Straße wird mehrheitsfähig. FOTO: M. Nolte" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/02/hedwig-heyl-straße.jpg" width="600" height="416" /></a><p class="wp-caption-text">Widerstandskämpferin statt Hitlerverehrerin? Die Umbenennung der Hedwig-Heyl-Straße wird mehrheitsfähig. FOTO: M. Nolte</p></div>
<p>Zwar kam es auch dieses Mal nicht zu einem konkreten Beschluss zum neuerlichen Antrag der Linken, die Straße umzubenennen. Vom Tisch ist das Thema aber nicht, und mit ihr rücken auch andere Straßen in den Blickpunkt, deren Benennung aus heutiger Sicht kritisch zu bewerten ist. Vielleicht werden in absehbarer Zukunft gleich mehrere einen neuen Namen erhalten: Der Vorschlag der Verwaltung, alle nach Personen benannten Straßen in einer wissenschaftlichen Studie auf ihre historischen Altlasten zu prüfen, ist von einer breiten politischen Mehrheit im Kulturausschuss begrüßt worden.</p>
<p>Vor zweieinhalb Jahren hatte die Linke-Fraktion schon einmal versucht, im Rat einen Beschluss zur Umbenennung der Straße durchzusetzen; damals ist der Vorstoß von der Verwaltung und der politischen Mehrheit aus CDU, FDP und SPD abgeschmettert worden.  Dass jetzt Bewegung in die Sache kommt, liegt nicht etwa daran, dass neue Erkenntnisse zur Vita der 1934 verstorbenen Heyl vorlägen. Dass die Bremer Frauenrechtlerin Bewunderung für Hitler hegte, sich als Vorsitzende des „Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft“ gegen „Mischehen“ aussprach, „geeignetes Mädchenmaterial“ in die Kolonien schaffen wollte und vor einer drohenden „Verkafferung“ warnte, zeigte die Historikerin Doris Kachulle bereits 1992 in einem taz-Artikel auf. 1999 zogen zwei Berufsschulen in Hannover und Frankfurt die Konsequenz daraus und legten den Namen „Hedwig Heyl“ ab. Man dürfe zwar nicht vergessen, dass Heyl „bezüglich der Professionalisierung der Hauswirtschaft, des Kampfes um die Gleichberechtigung der Frau und der Durchsetzung des Frauenwahlrechts Hervorragendes geleistet“ habe, sagte der Direktor der nunmehr „Alice-Salomon-Schule“ heißenden Frankfurter Einrichtung: „Die große Mehrheit des Kollegiums war aber nach Abwägung aller Vor- und Nachteile der Auffassung, den Schulnamen aufzugeben.“</p>
<p><strong>NS-Verstrickung wichtiger als Rassismus?</strong></p>
<p>Das focht die Oldenburger Verwaltung zehn Jahre später nicht an. Heyl könne „persönlich keine Beteiligung an den Verbrechen der Nationalsozialisten vorgeworfen werden“, <a href="http://buergerinfo.stadt-oldenburg.de/vo0050.php?__kvonr=8016&amp;search=1" target="_blank">schrieb der damalige Kulturdezernent</a> Martin Schumacher, und: „Die Ehrung für ein Lebenswerk kann nicht aufgrund einiger weniger verbaler Aussagen völlig in Frage gestellt werden. Solange keine persönliche Verstrickung in Verbrechen zu konstatieren ist, reichen die Brüche in der Person nicht aus, die Verdienste in Frage zu stellen […].“ Soll wohl heißen: Äußerungen Heyls wie „häßliche, faule, verschlagene, kokette, dumme, schwarze Weiber“ oder „Möge uns die Zeit für Hitler reif werden“ sind wohl in Ordnung, solange die Frau keine offizielle Funktion in der Terrorherrschaft der Nazis hatte.</p>
<p>Aus der von den Linken zur Untermauerung ihrer Argumentation vorgelegten überschaubaren Literaturliste maß das Kulturamt allein dem taz-Artikel Aussagekraft bei und gestand zu, dass dieser „tatsächlich viele Zitate, die für sich genommen eine gewisse Sympathie, wenn nicht Bewunderung der Hedwig Heyl für den Nationalsozialismus nahe legen“ gebracht habe, mokierte sich zugleich aber: „Für keines der Zitate ist allerdings die entsprechende Quelle angegeben.“ Dass das für Zeitungsartikel auch eher ungewöhnlich wäre, schien dabei eine eher untergeordnete Rolle zu spielen; man hätte auch selbst einen Blick in die durchaus vorhandene Fachliteratur werfen können, aber das geschah offenbar nicht.</p>
<p>Mit Ruhm bekleckert hat sich niemand in der Debatte, und in den Ausschüssen wurde das Thema noch ein paar Monate müde hin- und hergeschoben, bis es schließlich versandete. Unterstützung fanden die Linken lediglich bei den Grünen, die sich anfangs allerdings <a href="http://buergerinfo.stadt-oldenburg.de/to0040.php?__ksinr=1420&amp;toselect=36593" target="_blank">auch eher geziert hatten</a> – er sehe solche Umbenennungen kritisch, zitiert die Niederschrift Grünen-Ratsherr Sebastian Beer, man könne Straßennamen auch als Dokumentation der Geschichte auffassen. Letztlich wischten CDU, SPD und FDP den Linke-Vorstoß vom Tisch, die Verwaltung machte weitergehende Forschungen zur Voraussetzung einer weiteren Beschäftigung mit dem Thema. Dazu kam es allerdings nicht.</p>
<p><strong>Jetzt mal ganz grundsätzlich</strong></p>
<p>Man solle nun „nicht darüber streiten, warum die wissenschaftliche Aufarbeitung nie beschlossen worden ist“, sagt Oberbürgermeister Gerd Schwandner heute: „Vielmehr sollten wir die Studie jetzt sofort auf den Weg bringen.“ Man wolle damit auch eine Grundlage für etwaige künftige Debatten schaffen, statt alle paar Jahre „von Fall zu Fall zu springen“, ergänzt Sprecher Andreas van Hooven – den letzten hatte es erst 2008 gegeben, als bekannt geworden war, dass der Arzt Paul Eden zur NS-Zeit an Zwangssterilisationen im Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital beteiligt gewesen war. Die nach ihm benannte Straße heißt heute Rahel-Strauß-Straße.</p>
<p>Andere Kommunen haben ähnliche Schritte unternommen. Münster etwa verfügt über eine Straßennamenkommission, die auf einer Website über laufende Debatten und „Problemnamen“ informiert. An der Uni Köln befasst sich eine Forschungsgruppe mit Straßennamen, und die Stadt Celle wiederum beauftragte einen Historiker mit einer umfassenden Studie, die seit Ende 2010 vorliegt und eine unappetitliche Schlammschlacht nach sich zog – es ging um die Umbenennung des nach dem langjährigen Oberbürgermeister und früheren SS-Obersturmführers Helmuth Hörstmann benannten Wegs. Eine emotional geführte Debatte wie in Celle mag Oldenburg mangels direkter Nachkommen von Hedwig Heyl im aktuellen Fall erspart bleiben – gleichwohl werden auch hier hitzige Debatten zu erwarten sein.</p>
<p>Denn Beispiele für weitere fragwürdige Ehrungen gibt es genug, und viele haben das Potential, Traditionalisten auf die Barrikaden zu treiben. Da wäre etwa die Hindenburg-Straße, die den Namen des Generalfeldmarschalls, Reichspräsidenten und Totengräbers der Weimarer Republik, der Hitler 1933 zum Kanzler ernannte, trägt. Oder die August-Hinrichs-Straße, benannt nach dem beliebten niederdeutschen Dichter, der im NS-Regime allerdings auch Landesleiter der Reichsschrifttumskammer war, die nicht linientreuen Schriftstellern Publikationsverbote erteilte. Und vielleicht müssen es auch nicht immer NS-Verstrickungen sein, die den Ausschlag geben – würden im Falle Heyls deren rassistische Überzeugungen für eine Umbenennung nicht vollkommen ausreichen? Schließlich wurden in den vergangenen Jahren eine Reihe von Straßennamen aufgrund ihres kolonialen Hintergrunds geändert.</p>
<p><strong>Andere Zeiten, andere Namensgebungssitten</strong></p>
<p>Straßennamen seien im Prinzip nichts anderes als &#8220;kleiner dimensionierte Denkmäler in serieller Form&#8221;, sagt der Historiker Stephan Scholz von der Uni Oldenburg. Grundsätzlich sei es durchaus geboten, über eine Umbenennung nachzudenken, wenn der Name &#8220;dem heutigen Wertesystem nicht nur nicht entspricht, sondern ihm gegenübersteht&#8221;. Andererseits müsse man es bis zu einem gewissen Grad &#8220;auch ertragen, wenn Straßen nach Personen oder Ereignissen benannt sind, nach denen man sie heute nicht mehr benennen würde“ &#8211; denn Straßenbenennungen seien auch ein Beleg für die Erinnerungskultur einer Stadt. Auch um diese spezielle Form des Gedenkens einmal gründlich aufzuarbeiten, wäre eine solche Studie eine gute Gelegenheit.</p>
<p>Ein Beispiel wäre etwa die Tangastraße, die zumeist dafür herhalten muss, mit dem Hinweis auf die dort ansässige &#8220;Miss Germany Corporation&#8221; auswärtige Bekannte zum Lachen zu bringen. Tatsächlich ist sie nach einer Schlacht des Ersten Weltkriegs in der Kolonie Deutsch-Ostafrika benannt. Eine Würdigung, die aus heutiger Sicht schwer aufrechtzuerhalten ist &#8211; zum einen erhielt sie ihren Namen zur NS-Zeit, in der die Militarisierung der Gesellschaft auch auf die Ebene der Straßennamen ausgeweitet wurde; zum anderen waren es zum größten Teil Soldaten der von den Europäern unterdrückten Völker, die in Tanga aufeinander gehetzt wurden, um den Krieg der Großmächte auszutragen.</p>
<p>Wo verläuft nun die Grenze zwischen zu ertragenden und nicht mehr zu ertragenen Straßennamen? Eine Frage, zu der eine solche Studie vielleicht keine eindeutigen Antworten, aber immerhin eine argumentative Basis und Diskussionsstoff liefern könnte. Letztlich ist es jedes Mal eine politische Entscheidung, ob eine Straße umbenannt wird oder nicht, sagt Scholz; Historiker können dazu nur die Materialien und Hintergründe beisteuern. Gespräche mit dem Institut für Geschichte an der Uni seien bereits anberaumt, sagt van Hooven. Es ist der Stadt offenbar ernst.</p>
<p>Das erstaunliche Umdenken bei der Verwaltung und der SPD mag mit personellen Veränderungen zusammenhängen &#8211; das Kulturdezernat wurde mittlerweile von Oberbürgermeister Gerd Schwandner übernommen, und ihm scheint es ein Anliegen zu sein, die Straßennamen unter die Lupe zu nehmen. Dass es in Oldenburg eine Hindenburgstraße gebe, habe er mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, sagte der OB vor dem Kulturausschuss: &#8220;So etwas ist im Süden undenkbar.&#8221; Und für die Sozialdemokraten sei die Grundlage eine andere als 2009: Damals habe man nicht genug Informationen gehabt und niemand habe die Sache weiterverfolgt, sagt Ursula Burdiek, damals wie heute Vertreterin der SPD im Kulturausschuss: &#8220;Wir finden es gut, dass die Sache jetzt grundsätzlich angegangen wird.&#8221;</p>
<p>Letztlich aber dürfte es vor allem die Kommunalwahl gewesen sein, die zur allseitigen Neubewertung der Frage führte: Die hatte bekanntlich einen NPD-Abgeordneten in den Rat gespült; zudem kam es erst vor wenigen Wochen zum Anschlag auf den jüdischen Friedhof. &#8220;Vor diesem Hintergrund&#8221;,  sagt van Hooven, sollte man beim Diskutieren eines solchen Antrags „mit einer kräftigen, demokratischen, einheitlichen Zunge sprechen“.  Die Oldenburger SPD hat für 2012 einen antifaschistischen Aktionsplan angekündigt, zu dem auch die Umbenennung der Hedwig-Heyl-Straße gehört.</p>
<p>Die wird ihren Namen vorläufig allerdings behalten. Nachdem der Vorschlag, eine solche Studie in Auftrag zu geben, von allen Vertretern im Kulturausschuss begrüßt wurde, kam die Frage auf, ob es nicht sinnvoller sei, diese erst abzuwarten, statt wieder in einem Einzelfall vorzupreschen &#8211; woraufhin die Linke/Piraten-Fraktion ihren Antrag zurückzog. Er wird aber in der Schublade bleiben, und einen Vorschlag für eine neue Namensgeberin hat die Fraktion auch schon parat: Ruth de Jonge, antifaschistische Widerstandskämpferin. Deren Leumund dürfte nicht in Frage stehen – und sie ist, anders als Hedwig Heyl, auch noch eine Oldenburgerin.</p>
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		<title>Von Übersee nach Weser-Ems</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 05:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Nolte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leute]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Landesmuseum Natur und Mensch hat einen neuen Leiter: Peter-René Becker ist in der Zoologie genauso zuhause wie in der Ethnologie. Im Lokalteil-Interview äußert er sich zu seinen Ideen und Plänen und zur Zukunft des Hauses.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;">Das Landesmuseum Natur und Mensch hat einen neuen Leiter: Peter-René Becker ist in der Zoologie genauso zuhause wie in der Ethnologie. Im Lokalteil-Interview äußert er sich zu seinen Ideen und Plänen und zur Zukunft des Hauses.</span></p>
<div id="attachment_42599" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/10/becker.jpg"><img class="size-full wp-image-42599" alt="Ist noch am Auspacken: Peter-René Becker, neuer Leiter im Natur und Mensch. FOTO: mno" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/10/becker.jpg" width="600" height="381" /></a><p class="wp-caption-text">Ist noch am Auspacken: Peter-René Becker, neuer Leiter im Natur und Mensch. FOTO: mno</p></div>
<p><strong>Herr Becker, Sie haben sich Oldenburg schrittweise genähert: Erst Göttingen, dann Osnabrück, zwischendurch Bielefeld, zuletzt Bremen. Wann waren Sie eigentlich zum ersten Mal hier im Landesmuseum Natur und Mensch?</strong></p>
<p>Dieses Museum habe ich recht früh kennen gelernt, weil wir schon in Bielefeld eine Zusammenarbeit mit den Kollegen in Oldenburg hatten. Von Bremen aus war das natürlich noch dichter. Wenn Sie mich jetzt so fragen… das erste Mal hier im Museum war ich 1989.</p>
<p><strong>Dann haben Sie den Vorher-Nachher-Effekt ja selbst mitbekommen – 1989 sah das Museum ja noch ganz anders aus. Wie ist diese Neuorientierung, wie ist das Haus selbst außerhalb von Oldenburg eigentlich wahrgenommen worden?</strong></p>
<p>Sehr rege; gerade die Errichtung der drei neuen Dauerausstellungsbereiche wurde sehr offensiv wahrgenommen – ich denke, auch über Niedersachsen hinaus – und ihre Fertigstellung sehr begrüßt. Das Museum war zuvor ja tatsächlich so, dass man eine neue Dauerausstellung brauchte; die Entscheidung für die drei Themen, plus Aquarium und Mineralienkeller, die man auch nicht vergessen darf, war eine glückliche Entscheidung. Ich denke, so, wie es geworden ist, wird man es auf längere Sicht ruhig lassen können.</p>
<p><strong>Sie promovierten in Zoologie, Anthropologie und Ethnologie. Sind sie eines davon mehr als die anderen?</strong></p>
<p>Sicherlich bin ich mehr Biologe als Völkerkundler, aber ich habe Völkerkunde komplett studiert und in der Promotion als Nebenfach übernommen. Ich fand die Verbindung sehr spannend. Wenn man ein naturwissenschaftliches Fach studiert hat und mit dessen Methoden vertraut ist, also mit Experimenten und Laborarbeit, und dann bei einem philosophischen Fach wie Völkerkunde auf ganz andere Bedingungen stößt – dort gibt es ja eine ganz andere Form der Beweisführung, da ersetzt die Empirie das Experiment, und beide Methoden sind hochvalide und nicht gegeneinander ausspielbar – das fand ich für mich sehr bereichernd und es hat mir auch in meinem ganzen Berufsleben sehr geholfen, dass ich nie mit scheelem Blick auf die andere Fakultät geguckt habe. Ich habe beides erfahren, beides schätzen gelernt und im Beruf sehr gerne verbunden.</p>
<p><strong>Da kommt es Ihnen sicher entgegen, dass der Ansatz dieses Museums ebenfalls ein interdisziplinärer ist. Hat das für Ihre Bewerbung eine große Rolle gespielt?</strong></p>
<p>In den Gesprächen wurde das immerhin positiv aufgenommen. Es ist ja so, dass ich von den drei Departements hier immerhin zwei abdecke – Archäologie ist nicht mein Schwerpunkt, man muss ja auch mal ehrlich sagen, was man nicht leisten kann. Ich kenne das aus dem Übersee-Museum Bremen, wo ich vorher tätig war, dass die Verbindung zwischen den naturkundlichen und den völkerkundlichen Prozessen ja auch auf eine Wirklichkeit stößt. Wenn ich als Tourist irgendwo anders bin, gucke ich mir ja auch nicht am Montag die Bäume an, am Dienstag die Tiere und Mittwoch die Häuser oder die Menschen, sondern ich erlebe das in toto. Daraus entstehen Fragen, die ich dann für mich lösen will und dafür zum Beispiel ins Museum gehe. Wir müssen das nicht künstlich aufspalten.</p>
<p><strong>Sie waren jahrelang im Übersee-Museum beschäftigt – konnten Sie das dort auch umsetzen?</strong></p>
<p>Ja. Das war auch einer der Punkte, die damals dazu geführt hatten, dass ich diese Stelle bekam. Wir haben ja im Übersee-Museum diese Kontinentalausstellungen – Ozeanien, Asien, jetzt geht gerade Afrika los – immer interdisziplinär bearbeitet und die Fragen aus den jeweiligen Arbeitsgruppen zusammengefasst. Meine war immer: Welche Fragen haben die jeweiligen Ethnien an die Natur gestellt und wie bewerten sie die Antworten, die sie aus der Natur bekommen? Das geht dann auch oft in die Richtung von Mythen oder Traditionen. Also, das ging dort sehr gut, und ich werde in den Sonderausstellungen, die ja hauptsächlich mein Geschäft sein werden, hier auch so umfassende Themen bringen, dass diese Fragestellungen der außereuropäischen Kulturen, die wir ja auch als Sammlungsgebiet haben, beantwortet werden können.</p>
<p><strong>Ein neuer Direktor bringt auch neue Ideen mit. Haben Sie da schon konkrete Vorstellungen, etwa in Bezug auf erste Sonderausstellungen?</strong></p>
<p>Ja, sicherlich. Zunächst sind vor allem Ausstellungen gerechtfertigt, die die eigene Sammlung berücksichtigen, denn hier sind auch Schätze, die in den letzten Jahren wenig oder gar nicht gezeigt wurden. Einer dieser Schätze ist ein Meteorit, der größte Steinmeteorit, der je in Deutschland heruntergekommen ist und über den man zum Glück sehr viel weiß – zwar nicht das genaue Jahr, wann er in Benthullen eingeschlagen ist, es ist maximal 120 Jahre her –, aber man weiß, wo er entstanden und wie er zusammengesetzt ist. Es wäre eine Idee, das zum Anlass zu nehmen, eine Ausstellung über Meteoriten zu machen. Das können wir nicht allein stemmen, wir sind da angewiesen auf die Kollegen in Hamburg und Wien – dort ist die größte Meteoritensammlung der Welt, da wird es sicher möglich sein, Leihgaben zu erhalten.<br />
Dann würde ich auch gerne Themen spielen, die nicht nur auf der Sammlung beruhen, sondern Relevanz in der Region haben – ich denke da an das Thema „Fisch“, wir sind ja immerhin in Norddeutschland. Oldenburg ist nun keine Fischanlandestelle, aber hier wird Fisch gegessen, hier werden die Thematiken wahrgenommen. Das ist ein sehr breites Spektrum. Man kann den Fisch als Organismus vorstellen, dann gibt es Fangquoten, die Rolle von Aqua- und Marikulturen bis zu dem Umstand, dass wir längst vor Küsten fischen, wo Indigene leben, denen wir die Fische wegfangen. Die Sammlung des Hauses spielt da eine untergeordnete Rolle, aber es ist ein Thema, das gesellschaftlich relevant ist.</p>
<p><strong>Ihr Vorgänger hat viel Aufmerksamkeit mit großen kulturhistorischen Ausstellungen bekommen, die thematisch weit über die Region hinausgingen. Wird es, wenn man den Orient-Aspekt mal außen vor lässt, solche Sonderschauen auch künftig geben oder wird der Schwerpunkt doch eher in der Region liegen?</strong></p>
<p>Weder noch. Ich werde diese großen kulturhistorischen Ausstellungen nicht fortführen können, weil ich dazu zuviel Know-how einkaufen müsste. Ich werde aber auch nicht nur in der Region bleiben. Wenn wir zum Beispiel die erwähnte Meteoritenausstellung machen, dann ist es auch ein ganz wichtiger Bestandteil, welche Bedeutung der Meteoritenfall für indigene Völker hat. Es kommen weltweit ja jeden Tag Meteoriten herunter, die meisten sehr klein, aber eben auch immer wieder mal größere. Dort haben sie sicherlich Mythen beeinflusst, auch Erklärungen zur Entstehung der Welt. Denn das muss man sich klarmachen: Jede Ethnie, und sei sie auch noch so klein, hat ein geschlossenes Weltbild, und darauf haben Meteoriten Einfluss genommen.</p>
<p><strong>Sie hatten es bereits erwähnt – Archäologie haben Sie nicht auch noch studiert, das wird wohl auch niemand verlangen. Bislang hatte der Direktor das Feld mit abgedeckt – Mamoun Fansa ist Archäologe –, aktuell steht dieser Bereich, der zu den Grundpfeilern des Museums gehört, personell also nicht besonders gut da. Wie wird es da weitergehen?</strong></p>
<p>Da hoffe ich, dass wir auf eine gute Zusammenarbeit mit der Landesarchäologie zurückgreifen können. Das wird auch einer meiner ersten Besuchstermine sein. Natürlich werden wir dieses Gebiet im Hause weiter pflegen, wir haben ja auch die Museumspädagogik im Bereich Archäologie und die Restauratorinnen. Wir wollen und können diesen Bereich also gar nicht aufgeben, aber wir werden ihn inhaltlich und wissenschaftlich stärker an die Landesarchäologie anbinden und ich denke und hoffe, dass ich da auf offene Türen stoße.</p>
<p><strong>Sie haben eine Sonderausstellung geerbt: „O, schaurig ist’s, übers Moor zu gehen…“ ist gezielt als Open-end-Schau gestartet worden, weil man seinerzeit noch gar nicht wusste, wie es weitergeht. Wie lange wird die noch zu sehen sein, und was kommt dann? Schon die Meteoriten?</strong></p>
<p>Im Moment bin ich dabei, einen Zeitplan zu stricken. Wir werden auch, das ist Konsens im Haus, von einem Halbjahres- auf ein Quartalsprogramm umsteigen, weil man dann flexibler ist und schneller Änderungen vornehmen kann. Für das erste Quartal 2012 sehen wir vor, dass die Moor-Ausstellung enden wird, ein Datum kann ich noch nicht nennen. Wir planen dann, noch vor Ostern die neue Sonderausstellung zu präsentieren – und das kann dann die zum Thema Meteoriten sein, wenn die Zusammenarbeit mit den erwähnten Häusern wie erhofft klappt.</p>
<p><strong>Sie werden noch in diesem Jahr 62 Jahre alt, ein Alter, in dem man sonst eher nicht noch neue Herausforderungen sucht. Was war für Sie der Reiz an dieser Aufgabe?</strong></p>
<p>Das bin ich auch von Kollegen und im privaten Kreis gefragt worden: Warum denn jetzt noch? Nur für drei Jahre hätte ich es sicher nicht gemacht – die hätte ich auch glücklich in Bremen zubringen können. Aber in meinem Beruf muss man nicht unbedingt das normale Rentenalter beachten, finde ich – und der Vertrag läuft schließlich bis 2017. In sechs Jahren aber kann man noch eine Menge bewegen und Akzente setzen, das hat mich gereizt. Und danach – wer weiß, vielleicht kommt dann ja wieder ein Archäologe.</p>
<p><strong>Noch eine Frage, die nichts mit Ihrer Profession zu tun hat: Wie sind Sie denn in Oldenburg angekommen?</strong></p>
<p>(Lacht) Nett, dass Sie fragen. Also, angekommen bin ich ja in eine mir schon vertraute Stadt. Ich hatte mit meinem Kollegen Ulf Beichle, der ja hier die Naturkunde betreut, immer schon ein sehr gutes Verhältnis; wir hatten nie geahnt, dass wir mal in demselben Haus arbeiten würden. Was mich sehr freut, ist, dass ich auch von den Oldenburgern sehr höflich und nett aufgenommen worden bin. Natürlich ist man gespannt: Was macht der Neue? Das ist auch völlig in Ordnung, es ist ja eine fruchtbare Spannung, die einen beflügelt. Aber vom Tenor her sehr positiv, das freut mich.</p>
<p><strong>Da möchte ich noch einmal nachhaken: Eine fruchtbare Spannung – oder vielleicht sogar eine gewisse Erwartungshaltung, was spektakuläre, überregional antizipierte Ausstellungen angeht?</strong></p>
<p>Es wird sicher erwartet, dass Ausstellungen laufen, die überregional wahrgenommen werden. Das ist natürlich auch mein eigener Anspruch. Ich möchte zwar vor allem die Leute in der Region erreichen und Themen bringen, die sie originär interessieren, aber eben auch Menschen, die zum Beispiel in München oder Stuttgart wohnen – diese Relevanz sollten die Ausstellungen schon haben. Ich mache mir da gar keinen Druck, wir werden Ausstellungen von Anfang an so konzipieren, dass sie eine gewisse Strahlkraft haben. Welche Besucher wir dann letztlich erreichen, werden wir dann sehen. Aber ich schaue auch ganz gezielt auf die Besucher aus der Region, die darf man bei allem Nach-Außen-Gucken nicht vernachlässigen – das ist nun mal das Museum der Weser-Ems-Region, und ich fände es fantastisch, wenn die Leute aus der Region auch wirklich kommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Peter-René Becker, Jahrgang 1949, studierte Biologie und Ethnologie in Göttingen und promovierte in den Fächern Zoologie, Anthropologie und Ethnologie. Zuletzt leitete er den Bereich Naturkunde im Überseemuseum Bremen. Am 1. Oktober übernahm er die Leitung des Landesmuseums Natur und Mensch in Oldenburg.</em></p>
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		<title>Der Nahe Osten im Nordwesten</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 19:49:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Nolte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Direktor des Landesmuseums Natur und Mensch, Mamoun Fansa, geht in diesem Jahr in den Ruhestand. Mit seiner Tätigkeit im Museum endet auch die Ausstellungsreihe der Orient-Okzident-Dialoge, die das Haus bundesweit bekannt gemacht hat]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;">Der in Syrien geborene Archäologe Mamoun Fansa hat das von ihm geleitete Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch vor allem durch seine Ausstellungsreihe der „Orient-Okzident-Dialoge“ überregional bekannt gemacht. Und mitten in diesem Dialog: Er selbst</span></p>
<div id="attachment_42402" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/03/mamoun-fansa-landesmuseum.jpg"><img class="size-full wp-image-42402" alt="Mehr Licht: Unter der Leitung Mamoun Fansas erfuhr das Naturkundemuseum eine grundlegende Neukonzeption. FOTO: M. Nolte" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/03/mamoun-fansa-landesmuseum.jpg" width="600" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">Mehr Licht: Unter der Leitung Mamoun Fansas erfuhr das Naturkundemuseum eine grundlegende Neukonzeption. FOTO: M. Nolte</p></div>
<p><span style="font-size: small;">Eine Ausstellung über Lawrence von Arabien &#8211; ja, so etwas würde er wirklich gerne einmal machen, antwortete Mamoun Fansa 2006 am Rande seiner ersten großen Orientausstellung auf die Frage, ob er denn weitere Projekte zu ähnlichen Themen plane. Viereinhalb Jahre später verwirklicht der Direktor des Landesmuseums Natur und Mensch diese Idee mit einer Sonderschau über den legendären Abenteurer, Aufrührer und Agenten – und verabschiedet sich damit vorab von dem Haus, das wie kaum ein anderes die Handschrift seines Leiters trägt und das er weit über den Nordwesten hinaus bekannt gemacht hat. Im Herbst, nach einer weiteren und eher naturwissenschaftlich geprägten Ausstellung, geht der gebürtige Syrer in den Ruhestand – und hinterlässt nicht nur in der regionalen Museumslandschaft eine nicht geringe Lücke.</span></p>
<p><span id="more-1498"></span>Denn „Lawrence von Arabien – Genese eines Mythos“ (noch bis 27. März) ist mehr als nur eine Sonderausstellung. Sie bildet den Höhe- und Schlusspunkt der deutschlandweit auf große Aufmerksamkeit gestoßenen Ausstellungsreihe der „Orient-Okzident-Dialoge“, die im Frühjahr 2006 mit einer spektakulären, in Kooperation mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim entstandenen Mittelalterschau über Sultan Saladin begann. Es folgten Ausstellungen über den orientaffinen Stauferkaiser Friedrich II., über das kulturenübergreifende literarische Genre der Fabel, frühchristliche Kunst in Syrien oder auch die wissenschaftsgeschichtliche Schau „Ex Oriente Lux“.</p>
<p><strong>Kulturelle Einbahnstraße</strong></p>
<p>Die Figur des T.E. Lawrence als Abgesandten westlicher Großmächte bilde nicht nur chronologisch, sondern auch thematisch einen geeigneten Abschluss, sagt Fansa und stellt klar: „Ich rede immer vom Dialog, dabei war es eher ein Kontradialog.“ In den vorangegangenen Ausstellungen war es um den Kultur- und Wissenstransfer von Ost nach West gegangen: „Über 600 Jahre ein ziemlich einseitiger Dialog“, resümiert Fansa. Und was habe der Orient im Gegenzug zurückbekommen? „Kolonialismus, Wirtschaftsimperialismus, Unterdrückung“. Er sagt es ohne Bitterkeit oder Vorwürfe, sondern als simple Feststellung.</p>
<p>Lange vor den Integrationsdebatten sarrazinscher Prägung, die ihm heute schon mal anfeindende E-mails zu seinen Ausstellungsvorhaben einbringen, habe er einen „erheblichen Nachholbedarf“ im Bewusstsein über die Kulturbeziehungen zwischen islamischem Morgen- und christlichem Abendland ausgemacht. Trotz des erwähnten frühzeitigen Liebäugelns mit der Lawrence-Schau gab es für die Reihe aber keinen Masterplan; manche Ausstellungsthemen hätten sich erst durch andere ergeben – Friedrich II. etwa bot sich als Exponent auf europäischer Seite für die Fortsetzung zu Saladin an, und die Fabel-Ausstellung hatte ihren Ursprung in einem Handschriftenfund in der Bayerischen Staatsbibliothek, wo Fansa zur Friedrich-Ausstellung recherchierte. Mit jeder Sonderschau empfahl sich das Haus stärker als Top-Adresse für kulturhistorische Ausstellungen aus dem vorderasiatischen Raum – dass ausgerechnet in Oldenburg als erster und bislang einziger deutscher Stadt 2009 die vom Genfer Musée d’Art et d’Histoire erstellte und von der Unesco unterstützte Ausstellung archäologischer Schätze aus Gaza präsentiert werden konnte, war kein Zufall.</p>
<p><strong>Versehentlich Archäologie</strong></p>
<p>Im Gegensatz zum Werdegang des Museumsleiters, bei dem der Zufall keine unbedeutende Rolle gespielt habe, wie Fansa freimütig anmerkt. Archäologie sei jedenfalls kein Jugendtraum gewesen: Nach seinem Kunststudium in Hannover wollte der Sohn einer Aleppiner Händlerfamilie doch lieber, wie er sich ausdrückt, „etwas machen, womit man Geld verdienen kann“, aber mit Kunstgeschichte sollte es schon zu tun haben. Dann müsse er Architektur studieren, wurde ihm nahegelegt. „Wollte ich aber nicht. Und da habe ich mir gedacht, Archäologie ist ja so was wie ein Mittelding“, erzählt Fansa lächelnd: „Das war vielleicht etwas naiv.“ 1972 begann er sein Zweitstudium.</p>
<p>Die Kreuzfahrerburgen der Johanniter, die es schon Lawrence angetan hatten, die Ruinen von Palmyra oder das Weltkulturerbe seiner Geburtsstadt blieben dem angehenden Archäologen damals indes verwehrt: Nachdem er Syrien 1967, kurz nach dem Sechstagekrieg, mit gefälschten Papieren in Richtung Deutschland verlassen hatte – „Ich wollte nicht Soldat werden“ –, unterlag er einem Heimatverbot. Statt in den Wüstensand führte ihn eine Studienexkursion im zweiten Semester in die Moorlandschaft Nordwestniedersachsens, wo er seine spätere Oldenburger Wirkungsstätte, die damals noch „Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgechichte“ hieß, kennenlernte und wo er sich in die örtlichen Großsteingräber verliebte.</p>
<p>Aber auch dann brachte erst ein weiterer Zufall Jahre später den promovierten Archäologen zurück nach Oldenburg, als ihm 1987, während seiner Tätigkeit im Institut für Denkmalpflege in Hannover, die Leitung der vorgeschichtlichen Abteilung in eben diesem Museum angeboten wurde. „Nach 10 Jahren praktischer Archäologie wollte ich sehen, wie es mit der musealen Vermittlung aussieht“, sagt Fansa in dem ihm eigenen lapidaren Tonfall. Weitere sieben Jahre später übernahm er die Leitung des Museums – und begann es gründlich umzukrempeln.</p>
<p><strong>Altes Haus, neuer Besen</strong></p>
<div id="attachment_42401" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/03/mamoun-fansa-landesmuseum2.jpg"><img class="size-medium wp-image-42401" alt="Der Staub von hundert Jahren: Museum alter Schule FOTO: M. Nolte" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/03/mamoun-fansa-landesmuseum2-300x209.jpg" width="300" height="209" /></a><p class="wp-caption-text">Der Staub von hundert Jahren: Museum alter Schule FOTO: M. Nolte</p></div>
<p>Das allgemein als „Naturkundemuseum“ bezeichnete und in einem klassizistischen Bau untergebrachte Museum war eine Bildungseinrichtung alter Schule, das mit wuchtigen Vitrinen, schwergewichtigen Schaukästen und Unmengen ausgestopfter Tiere bestückt war und im Wesentlichen die üblichen Bildungsbürger anzog, die regelmäßig „prüfen wollten, ob sie auch alles wissen“, sagt Fansa: „Ich wollte dem Haus einen anderen Sinn geben und neue Besuchergruppen ansprechen.“ Die Idee war, die Genese der Natur und die Einwirkung des Menschen auf sie als Symbiose darzustellen – „und zwar interdisziplinär zwischen Naturwissenschaft, Kulturgeschichte und Archäologie“.</p>
<p>Insgesamt neun Jahre dauerte die Neuausrichtung samt Umbaumaßnahmen. Seither präsentiert sich das Museum von Grund auf verändert: Der Besucher durchschreitet helle, offen gestaltete Räume und sieht – neben dem „weltweit vermutlich einzigen Schrank, der auf allen vier Seiten Schubladen hat“ – eine Dauerausstellung, die die Exponate in einem übergeordneten Kontext präsentiert. Die wohl bekanntesten Exponate etwa, die Moorleichen, liegen nicht mehr nur in Glassarkophagen – auf die früher, wie der Direktor erzählt, nicht selten sonntagvormittags Väter mit ihren Söhnen zielstrebig zugesteuert seien, um nach dreiminütiger Betrachtung wieder in Richtung häuslichen Mittagessens zu verschwinden – sondern eingebettet in einem Landschaftsschnitt. Nur ein Raum wurde mitsamt dem massiven Schaumobiliar inklusive abgedämpften Tageslicht im ursprünglichen Zustand belassen, um den Vorher-Nachher-Effekt zu verdeutlichen. „Ein Museum im Museum“, sagt Fansa. Er hofft, dass die auch künstlerisch von ihm mitentwickelte Neupräsentation der Dauerausstellung auch nach seinem Abschied noch ein paar Jährchen beibehalten wird: „Man ist ja doch ein bisschen eitel.“</p>
<p><strong>Ende und Anfang</strong></p>
<p>Sein noch nicht benannter Nachfolger wird in dieser Hinsicht kein leichtes Erbe antreten. Denn neben der aufwendigen Modernisierung haben nicht zuletzt die Orient-Okzident-Ausstellungen dazu beigetragen, die Besucherzahlen des in „Landesmuseum Natur und Mensch“ umbenannten Hauses in den vergangenen Jahren in die Höhe schnellen zu lassen – allein „Friedrich II.“ zog 42.000 Menschen an. Fansa ist es immer wieder gelungen, für diese Ausstellungen Exponate zu bekommen, die noch nie in Deutschland zu sehen waren. Wobei ihm seine syrische Herkunft anfangs allerdings nicht unbedingt geholfen habe, erinnert er sich – schließlich galt er ja als fahnenflüchtig. Mittlerweile stösst sein Einsatz jedoch auch im Nahen Osten auf Anerkennung: Fansa beriet ägyptische Ausstellungsmacher bei einer eigenen Saladin-Schau, hielt Seminare im Goethe-Institut in Damaskus und wurde in die Vereinigten Arabischen Emirate zum arabisch-deutschen Kulturdialog eingeladen – gewissermaßen die Fortsetzung des Themas der Ausstellungsreihe auf diplomatischem Parkett.</p>
<p>Immerhin wird die neue Leitung nicht befürchten müssen, dass der scheidende Direktor sich von „seinem“ Haus nur schwer wird lösen können. Seinen Ruhestand wird Fansa nicht in Oldenburg, sondern in Berlin verbringen. „Ich war gerne hier, aber muss hier nicht alt werden“, sagt der 64-Jährige – er sei eben ein Großstadtkind geblieben. Die Frage, ob eine Rückkehr nach Syrien je in Frage gekommen sei, beantwortet er mit einem entschiedenen „Nein“: Mit dem Land verbinde ihn nach mehr als vier Jahrzehnten nichts mehr, seine Geschwister lebten auch nicht mehr dort und außerdem, das habe er bei seinen diversen Reisen in den Orient gemerkt, sei sein Arabisch nicht so besonders.</p>
<p><strong>Nach der Orientreihe: Das europäische Mittelalter</strong></p>
<p>In der Hauptstadt hingegen erwarten ihn nicht nur seine dort lebenden Kinder, sondern auch seine neue – ehrenamtliche – Aufgabe: Fansa ist Mitbegründer der „Europäischen Vereinigung zur Förderung Experimenteller Archäologie“ (exar), die auf die erste europaweite Ausstellung zu dieser Teildisziplin zurückgeht, welche – kaum verwunderlich – im Landesmuseum Oldenburg konzipiert wurde und seitdem in mehr als 30 Städten zu sehen war. Er sehe sich selbst zwar nicht als Experimentalarchäologe – „Ich habe nur Leute zusammengebracht und Aufträge erteilt“ – und warnt vor den Auswüchsen medial aufbereiteter „Living History“ à la „Schwarzwaldhaus“. Zugleich lässt er aber keinen Zweifel an ihrem grundsätzlichen Wert als Interpretationsinstrument der klassischen Archäologie. In Berlin wird er sich intensiver mit diesem Thema beschäftigen können: Im Museumsdorf Düppel, wo seit 1975 das dort nachgewiesene hochmittelalterliche Dorf rekonstruiert wird, ist Fansa jüngst zum Vorsitzenden des Trägervereins geworden. Auch eher zufällig, wie er sagt.</p>
<p>Aber niemals geht man so ganz, wusste schon Trude Herr – und ein bisschen Fansa wird wohl auch in Oldenburg bleiben: Im Museum wird seit Jahren Aleppo-Seife verkauft, Marke „Fansa“. Tatsächlich entstammt der Mann einer traditionellen Seifendynastie, was bei einem Aleppiner schon ein wenig klischeehaft wirkt. Gleichwohl sei auch diese Seifengeschichte zufällig entstanden – ein Zufall, bei dem die Unesco, der deutsche Botschafter in Syrien, ein Oldenburger Stadtplaner, ein Großhändler aus Marseille und ein entfernter Cousin in Aleppo eine Rolle spielten und dessen Erläuterung wohl den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.</p>
<p>Man darf gespannt sein, was der Zufall noch für ihn bereithält.</p>
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