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	<title>Noltejournal &#124; Magazin &#187; Satire &#124; Noltejournal | Magazin</title>
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		<title>Marinus, du warst es nicht</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 13:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Nolte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadtleben]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[Vermutlich ist es keine dankbare Aufgabe, sich für ein jährlich stattfindendes Ereignis immer wieder eine neue Kulisse auszudenken. Warum also nicht mal so richtig ins historische Klo greifen?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Premiere vor 79 Jahren verpasst? Macht nichts, Sie erhalten noch einmal die Chance, den „Reichstag in Flammen“ zu sehen, diesmal sogar in Oldenburg: Unter diesem traditionsreichen Motto marschiert am 11. Februar die „Internationale Musikparade“ mit neun Orchesterdivisionen ein und plant die Besetzung der strategisch wichtigen Weser-Ems-Halle.</p>
<div id="attachment_42545" class="wp-caption alignright" style="width: 244px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/02/reichstagsbrand.jpg"><img class="size-medium wp-image-42545" alt="Immer wieder spektakulär: Der Reichstag in Flammen. BILD: National Archives" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/02/reichstagsbrand-234x300.jpg" width="234" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Immer wieder spektakulär: Der Reichstag in Flammen. BILD: National Archives</p></div>
<p>Nach dem großen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagsbrand" target="_blank">Erfolg der Auftaktveranstaltung im Februar 1933</a> geht die spektakuläre Show auf Tournee – und bietet in der Gauhauptstadt „ein dreistündiges Spektakel mit zahlreichen Pyro-Effekten welche den Berliner Reichstag in Flammen erscheinen lassen“, wie es der Veranstalter, das Reichshauptamt für germanisches Kulturgut und Rentnerbespaßung, in einer gleichgeschalteten Pressemitteilung formuliert.</p>
<p>Lassen Sie sich von Europas schneidigsten Militärpfeifen und Wochenschau-Fanfarenzügen ordentlich den Marsch blasen und lauschen Sie, im Gleichschunkel mit ihren Kameraden in Reih und Glied, beliebten Olivgreens wie dem Radetzky-Marsch, den Yorckschen Marsch, den Von-der-Tann-Marsch und, zu vorgerückter Stellung, „Die Fahne hoch“ und dem „Horst-Wessel-Lied“. Das genaue Programm entnehmen Sie bitte der zwölfseitigen, eigens für diese Tournee gedruckten Brandverordnung, die Sie im Foyer erwerben können.</p>
<p>Anschließend begleiten Sie die Musikpioniere in den farbenprächtigen feldgrauen, braunen und schwarzen Uniformen blitzartig zum gemeinsamen Fackelzug durch das Brand…, ähm, Haarentor, bevor Sie – auf dem absoluten Höhepunkt der Schau – Zeuge werden, wie der Reichstag, diese olle bolschewistische Quasselbude, unter Einsatz modernster Pyrotechnik und Brandbeschleuniger spektakulär in Flammen aufgeht – noch schöner, noch bunter, noch dramatischer als bei der Premiere! Ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marinus_van_der_Lubbe" target="_blank">Bürger unserer niederländischen Partnerstadt</a> wird freundlicherweise den Part des Feuerwerkers übernehmen und anschließend, untermalt von sanften Klängen der Hermann-Göring-Gedächtniskapelle, zum Abschluss die beliebte <a href="http://youtu.be/lDE1ClrbPzY" target="_blank">Reichstagsbrandhymne „Feurio!“</a> von den Einstürzenden Neubauten intonieren, bevor um 22 Uhr die feierliche Verdunkelung der Fenster und Türen einsetzt.</p>
<p>Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, einer musikalischen Offensive ohnegleichen und zugleich der Neuauflage eines historischen Großereignisses erster Klasse beizuwohnen. Denn heute trompeten wir in Oldenburg und morgen in… öh, Aschaffenburg.</p>
<p>______________________</p>
<p><em>Nein, im Ernst: Normalerweise halten wir im Oldenburger Lokalteil nichts davon, Pressemitteilungen 1:1 wiederzugeben. In diesem Fall machen wir aber, weil’s so schön ist, gerne eine Ausnahme &#8211; dass dieses Exemplar auch noch ausgerechnet am 30. Januar ins Haus geflattert ist, nehmen wir als Sahnehäubchen:</em></p>
<p><em><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/02/reichstagsbrand-pm.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-42544" alt="reichstagsbrand pm" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/02/reichstagsbrand-pm.jpg" width="600" height="430" /></a><br />
</em></p>
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		<title>Blick zurück nach vorn &#8211; Oldenburg 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 05:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Nolte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadtleben]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Jahresrückblicke verdaut? Zeit für die Jahresvorschauen - auch bei uns im Lokalteil, der bekanntlich vor keinem abgegriffenen Format zurückschreckt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;">Alle Jahresrückblicke verdaut? Zeit für die Jahresvorschauen &#8211; auch bei uns im Lokalteil, der bekanntlich vor keinem abgegriffenen Format zurückschreckt.</span></p>
<div id="attachment_42500" class="wp-caption aligncenter" style="width: 620px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/07/grafendenkmal1.jpg"><img class="size-full wp-image-42500" alt="Bekommt wohl auch im neuen Jahr kein Bronzebein auf Oldenburger Boden: Graf Anton Günther. FOTO: M. Nolte" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2012/07/grafendenkmal1.jpg" width="610" height="407" /></a><p class="wp-caption-text">Bekommt wohl auch im neuen Jahr kein Bronzebein auf Oldenburger Boden: Graf Anton Günther. FOTO: M. Nolte</p></div>
<p><strong>2. Januar:</strong> Silvesterpartygäste, die nicht mitbekommen hatten, dass die neue Sperrstundenregelung ausnahmsweise für diesen Tag aufgehoben wurde und die sich deshalb um fünf Uhr morgens auf der Straße wiederfanden und nicht wussten, was sie mit sich anfangen sollen – schließlich war die Nacht noch jung – ziehen noch Tage später saufend und marodierend durch die Innenstadt. Die Kosten für die anschließende Säuberung von Hauseingängen machen einen Nachtragshaushalt erforderlich.</p>
<p><strong>4. Februar:</strong> Die taz findet heraus, dass EWE-Chef Brinker heimlich 40 Millionen Euro für den Bau der Hamburger Elbphilharmonie abgezwackt hat, wo das Geld zur Anschaffung vergoldeter Garderobenkleiderbügel verwendet wurde. Da die immerhin schon zur Verfügung stehen, drückt der Hamburger Senat angesichts der Bauverzögerungen weitere Augen zu. OB Schwandner dazu: „Die EWE ist eine gute Firma.“</p>
<p><strong>28. Februar</strong>: Zur Sitzung des Stadtrats werden nicht nur die BFE aus Hannover, sondern im Rahmen der Amtshilfe auch kampferprobte Einheiten aus Masar-i-Sharif angefordert. Diese sperren, um doch noch irgendwo Kosten zu sparen, nicht mehr &#8211; wie ursprünglich geplant &#8211; das PFL weiträumig ab, sondern gleich die Türen des Alhambras. Ulrich Eigenfeld muss feststellen, dass nachts Unbekannte einen mit Krokodilen bevölkerten Wassergraben um sein Haus gezogen haben, weshalb er von der Bundeswehr ausgeflogen wird. &#8220;Wie damals in Stalingrad&#8221;, kommentiert der Ratsherr seine Rettung.</p>
<p><strong>14. März</strong>: Der Tarifkonflikt bei der NWZ weitet sich zu einem offenen Streik aus. Um das Blatt dennoch voll zu kriegen, geht der Verlag dazu über, die Seiten mit mehr Bildern von Verkehrsunfällen zu füllen und erfindet damit die analoge Klickstrecke. Nachdem der Versuch, per StudiVZ („Xing? Was ist ein ‚Xing’?“) hilfswillige und sich mit einem Hungerlohn zufrieden gebende Streikbrecher zu finden, erfolglos blieb, da niemand mehr bei StudiVZ ist, einigt man sich im Tarifstreit auf einen Kompromiss: Die Mitarbeiter leisten mehr Stunden für gleich viel Geld und weniger Zulagen, bekommen dafür aber auch weniger Peitschenhiebe. Die Redakteure, die nicht gestreikt haben, werden nachts in die Schlosshöfe gebracht und dürfen einen Einkaufsgutschein im Wert von 1.000 Euro auf den Kopf hauen.</p>
<p><strong>2. April:</strong> Bei Recherchen im Staatsarchiv wird ein Dokument aus dem Jahr 1512 entdeckt, in dem von einer „alten Burg“ die Rede ist. Spontan veranstaltet das OTM eine 500-Jahre-Oldenburg-Feier mit Fressbuden am Stau und zwölf verkaufsoffenen Sonntagen auf der Reihe.</p>
<p><strong>21. Mai:</strong> Die Ratsfraktion der CDU schrumpft nach weiteren Austritten auf acht Mitglieder. Die Grünen reagieren mit einem sofortigen Abwahlantrag gegen OB Schwandner, der allerdings wieder an einer Stimme scheitert. Eine fieberhafte Suche nach dem Verräter beginnt.</p>
<p><strong>8. Juni:</strong> Die mit dem Neubau der Weser-Ems-Halle befasste Baufirma gibt bekannt, dass sie den Kostenvoranschlag nicht wird einhalten können. Der Fertigstellungstermin verzögert sich ebenfalls. Alle Ratsfraktionen sagen in einer gemeinsamen Erklärung, dass es trotzdem eine gute Idee ist.</p>
<p><strong>12. Juli:</strong> OB Schwandner wird auf seiner fünften Südafrikareise des Jahres von simbabwischen Freischärlern entführt, aber nach vier Tagen wieder freigelassen, nachdem sie zur Kenntnis nehmen mussten, dass der Rat der Stadt trotz mehrfacher Absenkung der Forderung kein Lösegeld bezahlen würde.</p>
<p><strong>30. August:</strong> Zur Eröffnung des Stadtfestes hält Kohlkönig Günther Oettinger seine Rede auf Wunsch des OB, der die Internationalität der Stadt betonen will, auf Englisch. Da ihn niemand versteht, bekommt auch keiner mit, dass er die flächendeckende Einführung von <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/28/28986/1.html" target="_blank">Mini-Atomkraftwerken</a> der US-Firma &#8220;Hyperion Power Generation&#8221; fordert.</p>
<p><strong>28. September:</strong> Nach der Drohung Horst Mildes, sich aus Protest gegen die fortgesetzte Ablehnung des Reiterstandbilds Graf Anton Günthers während des Kramermarktsumzugs selbst zu verbrennen, soll es nun doch aufgestellt werden. Allerdings ist nach wie vor nicht vom Schloss die Rede, statt dessen allerdings nun vom Tillysee in Wardenburg, wo der Graf bekanntlich seinen größten politischen Erfolg feiern durfte. Die NWZ schäumt und schaltet den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein.</p>
<p><strong> 5. Oktober: </strong>Die EWE erweitert das Portfolio ihrer Unternehmensbeteiligungen mit der Übernahme des Geek-Stuff-Lieferanten „Getdigital“, der unter anderem USB-betriebene Raketenwerfer und weglaufende Wecker produziert. Auf den Versorgungsauftrag seines Unternehmens angesprochen antwortet Brinker: „Das ist eine strategische Entscheidung. All diese Geräte verbrauchen Strom.“ OB Schwander schreibt in seiner Kolumne: „Die EWE ist ein guter Konzern.“</p>
<p><strong>28. Oktober:</strong> Das Management der Schlosshöfe gibt die Schließung des Einkaufscenters aufgrund miserabler Besucherzahlen bekannt. Auf dem Grundstück der Schlosshöfe soll nun ein Hallenbad gebaut werden. Argumentation der Verwaltung: Durch das Mehrangebot würden die Eintrittspreise im Olantis sinken.</p>
<p><strong>1. November</strong>: Die CDU-Fraktion im Rat schrumpft nach weiteren Austritten auf sechs Mitglieder. Es beginnen Verhandlungen mit der FDP/WfO-Fraktion über die Bildung einer gemeinsamen Gruppe. Die durch das Händeschütteln zwischen Franz Norrenbrock und Manfred Drieling hervorgerufene Antimaterieexplosion zerstört den nordöstlichen Teil des Rathauses.</p>
<p><strong>16. November:</strong> Die Betreiber der Kulturlounge geben bekannt, dass sie noch in diesem Jahr erstmals ein Kulturevent veranstalten werden: ein Konzert von Gentility und Esther Filly.</p>
<p><strong>17. November</strong>: Gentility und Esther Filly sagen das Konzert in der Kulturlounge zugunsten einer weiteren Afghanistan-Tournee ab.</p>
<p><strong>4. Dezember:</strong> Das Graf-Anton-Günther-Standbild im Wardenburger Wald wird von Bundeswehrbeamten entfernt und eingeschmolzen, da der Krieg in Afghanistan schlecht läuft. Die NWZ fordert in einem Kommentar den UN-Generalsekretär zum Einschreiten auf. Wegen des Denkmals, nicht wegen Afghanistan.</p>
<p><strong>21. Dezember:</strong> Die Welt geht doch nicht unter. Der Markt für esoterisch-verschwörungstheoretische Bücher und Maya-Devotionalien bricht kurzfristig zusammen. Die Dehoga ist allerdings mit dem Umsatz der vorangegangenen Tage zufrieden.</p>
<p><strong>30. Dezember:</strong> Nach Medienberichten über eine Beteiligung der EWE an der nordkoreanischen Filmindustrie in Millionenhöhe gibt der Vorstandsvorsitzende Werner Brinker bekannt, dass er eine Auszeit nehmen werde und niemand in dieser Zeit auch nur daran denken sollte, seinem Schreibtisch nahe zu kommen, woran sich alle Mitarbeiter und Aufsichtsratsmitglieder halten. Mit der als Wasserturm an der Donnerschweer Straße getarnten Fluchtrakete setzt Brinker sich nach Russland ab, wo er wegen Hochverrats, der noch näher zu definieren sein wird, sofort festgenommen und in eine Zelle mit Michail Chodorkowski gesperrt wird, an den er die Stadt Oldenburg beim Mau-Mau-Spielen verliert. OB Schwander lässt verlautbaren: „Die EWE ist ein gutes Unternehmen.“</p>
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		<title>Räumchen wechsel dich</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 05:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Nolte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach einer Wahl verschieben sich die Machtverhältnisse, werden die Karten neu verteilt, bilden sich neue Fronten – suchen Sie sich Ihre Lieblingsphrase aus – und, das ist zumindest nicht alltäglich, wechseln die Zimmernachbarn. Im Rathaus. Wie in kaputten WGs im Endstadium hat man hier allerdings schon jetzt die Phase des Kommunizierens mit Zettelchen erreicht. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;">Nach einer Wahl verschieben sich die Machtverhältnisse, werden die Karten neu verteilt, bilden sich neue Fronten (suchen Sie sich Ihre Lieblingsphrase aus) und, das ist zumindest nicht alltäglich, wechseln die Zimmernachbarn im Rathaus. Wie bei kaputten WGs im Endstadium hat man hier allerdings schon jetzt die Phase des Kommunizierens mit Zettelchen erreicht. </span></p>
<div id="attachment_42602" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/10/rathaus-wg.jpg"><img class="size-full wp-image-42602" alt="WG-Chaos im Rathaus. BILD: mno/lokalteil" src="http://www.noltejournal.de/Magazin/wp-content/uploads/2011/10/rathaus-wg.jpg" width="600" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">WG-Chaos im Rathaus. BILD: mno/lokalteil</p></div>
<p>Die Linke, die dort bislang immer nur zu Gast war, und auch das eher selten, will jetzt auch ein eigenes Zimmer in der Rats-WG und ist <a href="http://www.die-linke-oldenburg.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=795:gruene-anmassend-steuergeldverplempern-fuers-waendeeinreissen-im-rathaus&amp;catid=2:presseerklaerungen&amp;Itemid=73" target="_blank">scharf auf die Räume der Grünen</a>. Die haben bekanntlich Zuwachs bekommen, brauchen ein bisschen mehr Platz und könnten dann ja, so die Linke, das auch nicht eben kleine Büro der FDP übernehmen, die, nun ja, in der kommenden Ratsperiode vielleicht auch mit weniger Quadratmetern auskommen könnte. Außerdem geht das Zimmer der Grünen nach Osten raus und hat einen schönen Ausblick auf den Markt, das ist viel besser als in einem Kabuff im Lambertihof hausen zu müssen.</p>
<p>Das Problem: Die Grünen denken gar nicht daran umzuziehen. Sie fühlen sich pudelwohl in ihren Altbauzimmern. Schließlich haben sie das Parkett dort selbst verlegt! Da sollen die Linken, die höchstens mal bei sich die Wände gestrichen haben, ihnen gefälligst jetzt nicht blöd kommen. Außerdem hätten sie, also die Grünen, auch 15 Jahre warten müssen, bis sie ein Zimmer in dem Neorenaissancebau ergattern konnten, die Adresse ist schließlich beliebt.</p>
<p>Mehr Platz brauche man allerdings tatsächlich, sagen die Grünen, und wenn man dafür eine Wand einreißen müsse, dann sei das eben so; schließlich wohnen sie, falls noch nicht erwähnt, auch schon ganz schön lange da. Also: Wand raus, danach habe man drei etwa gleich große Raumkomplexe, die dann unter ihnen, ihren Kumpels von den Sozialdemokraten und den Zweck-Mitwohnis von der CDU, die ab 22 Uhr auf Zimmerlautstärke bestehen, aufgeteilt werden. Ein kleinerer Raum bleibe dann schon noch übrig, der „selbstverständlich“ der – nicht näher benannten – viertgrößten Fraktion zustehe.</p>
<p>Das wären die drei Linken und der Pirat, der allerdings, wenn alle Stricke reißen, auch online von zuhause aus arbeiten und per Skype an den Sitzungen teilnehmen könnte. Noch wohnt jedoch die FDP mit ihrem FW-Untermieter im Haus, und alle Mitbewohner fragen sich, ob die sich nach dem Wahldesaster den großen Raum noch lange werden leisten können. „Könnse nich“, sagen die Linken; die Grünen könnten doch stattdessen deren Raum nehmen, Die Linke übernähme dann ihren alten, besenrein, die Teekisten und Billyregale können die Grünen mitnehmen, fürs Parkett zahlt man notfalls eben eine Ablöse, eine angemessene, versteht sich, ist ja auch nicht mehr ganz neu.</p>
<p>Aber die Grünen &#8211; wie gesagt &#8211; sträuben sich, und darüber mokiert sich die Linksfraktion in einer Presseerklärung. Der Vermieter fände das mit der putten Wand eh nicht so dufte, und außerdem, so entnehmen wir dem eineinhalbfachen Zeilenabstand des Schreibens, entkalken die Grünen nie die Kaffeemaschine und lassen immer den Klodeckel oben, und wo wir gerade davon anfangen: Die Linke ist sich auch nicht sicher, ob sich die Herren von der CDU alle an das Sitzpinkelgebot halten. Die sind deswegen schwer beleidigt, lassen zwischendrin mal eine Bemerkung darüber fallen, dass die anderen ja gerne auch mal häufiger den Abwasch machen und den Müll rausbringen könnten, halten sich ansonsten aber weitestgehend aus dem Hickhack heraus, weil sie ein bisschen Angst haben, demnächst auf dem Flur angequatscht zu werden: „Sagt mal, wofür braucht <em>ihr</em> jetzt eigentlich noch so viel Platz?“ Die verbleibenden FDP/FW-Ratsherren kommen ohnehin nur noch in aller Herrgottsfrühe, schließen sich den ganzen Tag ein und schleichen sich spätabends in der Hoffnung aus dem Haus, keinem der anderen zu begegnen. Der WG-Segen hängt schief.</p>
<p>Der Lokalteil, immer um Vermittlung bemüht, macht folgende Vorschläge: SPD, CDU und Grüne bekommen gleich große Räume in der Mitte, denn um die geht es ihnen ja immer. Die müssten dann allerdings in verschiedenen Etagen liegen. Die Grünen bleiben unten, wegen des Parketts und damit sie ihre Fahrräder nicht drei Treppen hochschleppen müssen, die SPD zieht nach oben – vielleicht sieht man von da den Silberstreif am Horizont besser –, die CDU bleibt in der mittleren Etage, da kann sie mit dem Besenstiel in beide Richtungen klopfen. Etwa wenn die Grünen wieder an irgendwelchen Wänden herummeißeln. Oder sich die älteren Genossen nach einem Schoppen Wein plötzlich wieder an Arbeiterkampflieder erinnern.</p>
<p>Die Linke nimmt dann irgendeinen Raum, der bei dem Herumgeräume übrig bleibt; Hauptsache, er hat einen vernünftigen DSL-Zugang. Das Ehepaar Drieling von der BfO zieht bei der CDU ein, bekommt aber ein eigenes kleines Nebenzimmer, ein bisschen Privatsphäre muss sein. FDP und FW allerdings müssen dann mit einem Raum neben dem Wäschekeller oder, wenn sie oben bleiben wollen, der Besenkammer vorlieb nehmen. Auf die hatte zwar auch schon der NPD-Mann ein Auge geworfen, aber da die Hausordnung in Punkto Tierhaltung sehr restriktiv ist, muss er mit Blondie ohnehin draußen bleiben.</p>
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