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	<title>noltejournal-blog &#187; Weihnachten</title>
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		<title>Attack from Outer Oldenburg</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 18:33:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Oldenburg]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Eieiei. Nur knapp habe ich diesen Samstagnachmittag ohne größere Schäden überstanden: Die Innenstadt war wieder einmal Schauplatz der Invasion des weiteren Umlands. Schön für die Geschäftsleute, schön vermutlich auch für die Invasoren &#8211; weniger schön indes, wenn man &#8220;bloß mal eben&#8221; Gemüse auf dem Markt kaufen und anschließend einen Kaffee trinken will. Aber ich will [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eieiei. Nur knapp habe ich diesen Samstagnachmittag ohne größere Schäden überstanden: Die Innenstadt war wieder einmal Schauplatz der Invasion des weiteren Umlands. Schön für die Geschäftsleute, schön vermutlich auch für die Invasoren &#8211; weniger schön indes, wenn man &#8220;bloß mal eben&#8221; Gemüse auf dem Markt kaufen und anschließend einen Kaffee trinken will. Aber ich will nicht klagen: Immerhin nimmt man bleibende Erinnerungen mit.</p>
<p><span id="more-260"></span>Etwa an das Paar, das mir entgegenkam und Er zu Ihr sagte: &#8220;<em>Da vorne rechts kommt gleich&#8217;n Bücherladen. Fallste nochn paar Bücher besorgen willst.</em>&#8221; Er meinte &#8220;Joker&#8217;s&#8221; &#8211; und tatsächlich: &#8220;Bücherladen&#8221; dünkt mich eine adäquate Bezeichnung für diese Rudis-Resterampe des gedruckten Worts zu sein. Eine <em>Buchhandlung</em> ist es mit Sicherheit nicht.</p>
<p>Ein Verkaufsgespräch in einem solchen Laden &#8211; ähnlich auch &#8220;Weltbild&#8221; &#8211; stelle ich mir in etwa so vor:</p>
<p>*<em>Palimpalim</em>*<br />
<strong>Kunde</strong>: &#8220;<em>Guten Tag. Ich hätte gerne ein paar Bücher.</em>&#8221;<br />
<strong>Verkäufer</strong>: &#8220;<em>Gerne. Was schwebt Ihnen denn so vor?</em>&#8221;<br />
<strong>Kunde</strong>: &#8220;<em>So etwa anderthalb Pfund.</em>&#8221;<br />
<strong>Verkäufer</strong>: &#8220;<em>Gerne. Übrigens haben wir Weltkriegs-Bildbände heute im Angebot&#8230;</em>&#8221;<br />
<strong>Kunde</strong>: &#8220;<em>Tatsächlich? Dann packen Sie mir davon auch noch ein halbes Kilo ein.</em>&#8221;</p>
<p>Eigentlich bin ich ja ganz froh, in einem Land zu leben, in dem &#8211; noch &#8211; einigermaßen viel gelesen wird. Auch wenn das bedeutet, dass die Elaborate von Menschen wie Bohlen oder Sarrazin auf den Bestsellerlisten landen. Aber in so einem Grabbeltischladen einfach mal &#8220;<em>&#8216;n paar Bücher</em>&#8221; mitzunehmen &#8211; ich weiß nicht. Naja, ist wohl immer noch besser als der übliche Flitter und Tand.</p>
<p>Wie Weihnachtsmützen, die offenbar ihren ganz eigenen Modewellen folgen und jedes Jahr ressourcenverschwenderischer ausfallen. Und in den nächsten Wochen wieder mitsamt ihrer femininen Ausführungen als Aufsetzgeweih und Hunderttausenden Leuchtdioden auf dem Müll landen, während in Cancún ein nichtssagendes Lippenbekenntnis als Erfolg zur Planetenrettung gefeiert wird. Aber hey, es ist ja schließlich Weihnachten, da wird nicht am falschen Ende gespart. Es könnte ja sonst jemand denken, man wäre gar nicht in der gesellschaftlich vorgegebenen Stimmung.</p>
<p>Ich glaube im Übrigen fest daran, dass man die Entfernung, die Weihnachtsmarktbesucher von ihrem jeweiligen Zuhause nach Oldenburg zurückgelegt haben, ziemlich genau an ihrer durchschnittlichen Fortbewegungsgeschwindigkeit abzulesen ist. An einer entsprechenden Formel arbeiten Mathematiker der Uni vermutlich seit Jahren.</p>
<p>Ansonsten:  Zwanzig Minuten auf einen Parkplatz gewartet, aber nur fünf auf den Kaffee, das ist doch was und grenzt angesichts der soylentgreenesken Überfüllung der hiesigen Gastronomie an ein Wunder. Und wenn man den zutiefst dankbaren Blick desjenigen in Betracht zieht, der den Cafétisch besetzen möchte, den man gerade räumt, dann hat man sein gutes Werk für diesen Tag getan und kann als besserer Mensch nach Hause gehen.</p>
<p>Und sich vornehmen, sich nie, nie, NIE wieder an einem Adventssamstag auch nur in die Nähe der Innenstadt zu begeben.</p>
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		<title>Hach ja, die romantische Weihnachtsstimmung&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 18:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Oldenburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#8220;Platz da!&#8221; kläffte es mir von der Seite entgegen, gefolgt von &#8220;Machense mal den Weg frei!&#8221; und &#8220;Vorsicht mit dem Fahrrad da vorne!&#8221; Wer aus diesen Ausrufen nun schlussfolgert, ich hätte an einem Unfallort oder dergleichen den Rettungskräften ziemlich dumm im Weg herumgestanden, liegt falsch: Ich stand auf dem Weihnachtsmarkt, und der Typ, der mich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<em>Platz da!</em>&#8221; kläffte es mir von der Seite entgegen, gefolgt von &#8220;<em>Machense mal den Weg frei!</em>&#8221; und &#8220;<em>Vorsicht mit dem Fahrrad da vorne!</em>&#8221; Wer aus diesen Ausrufen nun schlussfolgert, ich hätte an einem Unfallort oder dergleichen den Rettungskräften ziemlich dumm im Weg herumgestanden, liegt falsch: Ich stand auf dem Weihnachtsmarkt, und der Typ, der mich derart von der Seite anschnarrte, war Knecht Ruprecht.</p>
<p><span id="more-249"></span>Zumindest vermute ich das, denn es handelte sich um eine Art Schergen, der den Weg für den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BOJoR96DYqQ" target="_blank">Nikolaus</a> freizumachen trachtete. Gehört das nicht &#8211; neben Kinderverprügeln &#8211; zum Aufgabenprofil des Knechts mit der Rute? Seine Verkleidung jedenfalls ließ nicht nur zu wünschen übrig, sondern auch eine tiefverwurzelte Geschmacksverirrung erkennen; und statt einer Rute trug er eine Glocke, mit der er eine freie Passage durch das Publikum freibimmeln wollte, was ihn eher wie einen mittelalterlichen Pestkranken als einen Weihnachtsboten erscheinen ließ.</p>
<p>Nachdem ich mich selbst samt Fahrrad beiseite geschoben hatte &#8211; wie konnte ich es nur wagen, überhaupt da herumzustehen und zu warten, bis mein Bekannter seine Tüte Maronen bekommen würde? &#8211; erntete ich noch einen vernichtenden Blick des aussätzigen Glockenknechts; vermutlich dafür, dass ich mich nicht einfach in Luft aufgelöst oder mit einem Hechtsprung hinter die Maronenbude die Bahn freigemacht hatte. Wenn&#8217;s nach ihm ginge, bekäme ich dieses Jahr keine Geschenke.</p>
<p>Immerhin kam ich dadurch in den zweifelhaften Genuss, auch den Rest des traurigen Umzugs quasi in der ersten Reihe betrachten zu können: Hinter dem Bimmelhorst folgte ein bemitleidenswertes Exemplar eines Unpaarhufers, das so ganz und gar überhaupt nichts mit einem Rentier zu tun hatte, sondern verdächtige Ähnlichkeit mit einem Shetland- oder sonstigem Pony aufwies. Wenigstens hatte man darauf verzichtet, es zusätzlich mit einem Plüschgeweih oder ähnlichem weiter zu erniedrigen.</p>
<p>Das offensichtlich schwer deprimierte Tier zog einen gräßlich kitschigen Plastik-Pseudoschlitten auf Gummireifen, in dem wiederum ein geistig abwesend wirkender Weihnachtsmann saß. Vielleicht sollte das ein hoheitsvoller Blick sein, mit dem er einen Punkt etwa 20 Meter weiter vorne anfixierte &#8211; für mich saher indes so aus, als würde er überlegen, ob er die 30 Euro Lohn für die alberne Nikolausspielerei tatsächlich bei der Arge würde angeben müssen.Von wegen &#8220;<em>Ho-Ho-Ho!</em>&#8221;</p>
<p>Hinter ihm stand ein weiterer Knecht auf dem Vehikel, vielleicht Rupert, der noch erfolglosere Bruder von Ruprecht, dessen Funktion ebenfalls im Bellen von Worten wie &#8220;<em>Platz!</em>&#8221; und &#8220;<em>Zur Seite!</em>&#8221; bestand. Wohl für den Fall, dass die Vorhut ausfällt, etwa weil sie an der nächsten Glühweinbude mit ihrem Angezicke an den Falschen, weil schon ordentlich vorgeglühten Weihnachtsmarkttouristen gerät.</p>
<p>Mit wehleidigem Bimmeln und einer Aura der Verzweiflung trottete diese Coca-Cola-Parodie also an mir vorüber und erwärmte damit mein Herz. Ja, das Land ist im Weihnachtsfieber, das wurde mir in diesem Moment klar. Darauf eine lauwarme Feuerzangenbowle, deren Preis-Leistungs-Verhältnis mehrere Warentest-Mitarbeiter über Wochen um die passenden Worte ringen ließe. Jetzt gilt es nur noch, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xo55jk0HFWA" target="_blank">das Geschenkeauspacken, das Gucken der Weihnachtssendung im ZDF und das Sich-gemütlich-machen in die richtige Reihenfolge</a> zu bringen.</p>
<p>Ebenso wurde mir bei dieser Gelegenheit klar, dass ich folgendes Wort in den kommenden Wochen gottseidank NICHT würde schreiben müssen &#8211; nur dieses eine Mal, zum Zwecke der Erläuterung: &#8220;<em>besinnlich</em>&#8220;. So, jetzt isses raus. Ist ja schon schlimm genug, dass man es bis zum Jahresende noch mehrer Myriaden Mal wird <em>lesen </em>müssen &#8211; aber <em>schreiben</em>&#8230; würg.</p>
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