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	<title>noltejournal-blog &#187; Medien</title>
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		<title>La blague pour la blague</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2015 10:43:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Fans der heute show überschlagen sich im Netz mit Solidaritätsbekundungen angesichts der hochnotpeinlichen Sache mit der jungen Frau, die dort zu Unrecht als NPD-/AfD-Wählerin dargestellt wurde. Die Macher der Sendung sprechen von einem &#8220;Fehler&#8221;, das ZDF in einer offiziellen Stellungnahme von einem &#8220;Recherchefehler&#8221;, und Hunderte Kommentare in den Sozialen Netzwerken haben den Tenor: &#8220;War [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fans der heute show überschlagen sich im Netz mit Solidaritätsbekundungen angesichts der hochnotpeinlichen Sache mit der jungen Frau, die dort zu Unrecht als NPD-/AfD-Wählerin dargestellt wurde. Die Macher der Sendung sprechen von einem &#8220;Fehler&#8221;, das ZDF in einer offiziellen Stellungnahme von einem &#8220;Recherchefehler&#8221;, und Hunderte Kommentare in den Sozialen Netzwerken haben den Tenor: &#8220;War halt ein Fehler, passiert jedem mal, sie haben sich doch entschuldigt, kommt mal runter.&#8221;  (*) <a href="http://www.presseportal.de/pm/7840/2944832/recherche-fehler-bei-heute-show-oliver-welke-entschuldigt-sich" target="_blank">Entschuldigt haben sich alle</a>, ja. (**) Allein: Ich &#8211; übrigens auch ein Fan des Formats &#8211; glaube nicht, dass es sich tatsächlich bloß um einen Fehler handelte, der einfach so mal eben passieren kann.</p>
<p><span id="more-765"></span>Denn die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=upLRtfhOjGs" target="_blank">vollständige Aussage der jungen Frau</a> lautete: &#8220;<em>Hier auf dem Dorf gibt es ziemlich viele Leute, die rechter Meinung sind und die einfach sagen,</em> ich möchte nicht mehr die NPD wählen, weil die mir zu rechtsextrem ist, deswegen wähle ich jetzt die AfD. Ich sage immer, das ist die NPD in freundlich.&#8221; Dass der Schnitt genau zwischen &#8220;sagen&#8221; und &#8220;ich&#8221; gesetzt wurde, dreht die Aussage ins komplette Gegenteil, klar &#8211; und dieser Schnitt hat sich ja nicht von selbst gesetzt, irgendjemand hat diese Passage bewusst für die Verwendung in der heute show herausgeschnitten. Und wenn man mitten in einem Satz einen solchen Schnitt setzt, hört man sich auch den ganzen Satz an &#8211; allein schon, um zu checken, ob der Abschnitt, der verwendet werden soll, auch grammatikalisch für sich selbst stehen kann. Wer schon einmal ein Interview oder sonstige O-Töne geschnitten hat, kennt das. Die Vermutung, dass der Mitarbeiter also wusste, was er tat, liegt alles andere als fern. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BAHEMIt8LR4&amp;feature=youtu.be&amp;t=15m32s" target="_blank">Zumal das nicht zum ersten Mal vorgekommen ist</a>: Eine Äußerung von Joachim Gauck wurde zuvor ebenfalls bilderbuchmäßig aus dem Zusammenhang gerissen und so ins Gegenteil verkehrt.</p>
<p>Letztlich hätte auch die so am Ende stehengebliebene Passage in der Redaktion für Stirnrunzeln sorgen können, denn die Mimik und Körpersprache der Frau wirken so distanziert von ihrer eigenen Aussage, dass das alles auch ohne Hintergrundwissen nicht so recht zusammenzupassen scheint. Mag sein, dass in der alltäglichen Produktionshektik keine Zeit für tiefschürfene Verhaltensstudien anhand des Footage-Materials bleibt. Mir drängt sich aber der Verdacht auf, dass man es vielleicht auch gar nicht sehen wollte. Weil der Gag einfach zu gut war, um ihn einfach auf Verdacht aus der Sendung zu kicken. Ein Gag um des Gags willen, gewissermaßen.</p>
<p>Vielleicht ist es in dieser Hinsicht nicht so verkehrt, dass die Macher der heute show, die mittlerweile viel zu sehr zum humoristischen Selbstläufer geworden ist, auf diese Weise einen Weckruf bekommen. Ärgerlich ist &#8211; neben den Problemen, die sie der jungen Frau damit eingebrockt haben &#8211; vor allem aber, dass der Vorfall Wasser auf die Mühlen der &#8220;Lügenpresse&#8221;-Schreihälse ist. Ein weiterer Stein für das braune Gedankengebäude der Pegida-Verschwörungsheinis. Bislang war der Satz &#8220;Das wurde aus dem Zusammenhang gerissen&#8221; die letzte ebenso durchschaubere wie wackelige Rechtfertigungsbastion von Hetzern, die beim Hetzen erwischt wurden. Nun werden die Waschbrettköpfe für lange Zeit gebetsmühlenartig auf diesen Vorfall verweisen, wann immer es gegen die Medien geht &#8211; und das geht es zurzeit ja ständig. Die heute show hat nicht nur sich selbst einen Bärendienst erwiesen. Zu hoffen bleibt, dass die Macher es hinkriegen, glaubhaft Farbe zu bekennen. Dass sie wissen, wie man mit Schnittkunst Satire machen kann, ohne dass Fragezeichen aufkommen, haben sie ja <a href="http://heuteshow.zdf.de/#" target="_blank">in derselben Sendung bewiesen</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>_____________</p>
<p>(*) Nachtrag: Laut der ausführlichen Stellungnahme von Oliver Welke, die ich nach diesem Blogpost gelesen habe, handelte es sich um einen Dokumentationsfehler &#8211; demnach sei der Ausschnitt nicht als &#8220;aus dem Zusammenhang gerissen&#8221; gekennzeichnet gewesen, was aber in solchen Fällen vorgesehen sei. Das wirft allerdings die Frage auf, warum derartige, aus dem Kontext gerissene Sequenzen dort überhaupt zr eigenständigen Verwendung vorgesehen werden. Und warum, wenn man schon mit derart fehlerträchtigem Material jonglieren zu müssen glaubt, nicht beim Schnitt dem Clip selbst ein Warnscreen vorangestellt wird, damit jeder Mitarbeiter, der damit zu tun hat, unmittelbar auf diesen Umstand hingewiesen wird. Und es erklärt auch nicht die Sache mit Gauck und warum nicht schon dort Konsequenzen gezogen wurden.</p>
<p>(**) Noch ein Nachtrag: In der folgenden Sendung erklärte Oliver Welke, wie es zur Panne kam. Es ist zu hoffen, dass die Redaktion daraus die nötigen Konsequenzen zieht. (Und was mit Gauck damals war, wüsste ich nach wie vor gern.)</p>
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		<title>Wo warst du &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Dec 2014 11:54:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#8230; als &#8220;Wetten, dass ..?&#8221; vom Äther ging?</p> <p>Nun, aus einem im Nachhinein nicht mehr so recht nachvollziehbaren Gefühl heraus, Zeit- und Augenzeuge eines untergehenden Zeitalters zu sein und die Eingangsfrage später mal adäquat beantworten können zu wollen, habe ich am Samstag tatsächlich kurz reingeschaltet. Und das lief so:</p> <p>1. ZDF eingeschaltet.</p> <p>2. Neben Lanz [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; als &#8220;Wetten, dass ..?&#8221; vom Äther ging?</p>
<p>Nun, aus einem im Nachhinein nicht mehr so recht nachvollziehbaren Gefühl heraus, Zeit- und Augenzeuge eines untergehenden Zeitalters zu sein und die Eingangsfrage später mal adäquat beantworten können zu wollen, habe ich am Samstag tatsächlich kurz reingeschaltet. Und das lief so:</p>
<p>1. ZDF eingeschaltet.</p>
<p>2. Neben Lanz Otto, Bully und Elton gesehen. (War irgendwie Welttag der abgehalfterten Entertainer?)</p>
<p>3. Gleich wieder ausgeschaltet.</p>
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		<title>Medienschelte leicht gemacht</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2014 14:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Nicht vergessen: Kommentieren nur mit Aluhut! Foto: PD/Wikipedia</p> <p>Und &#8211; an diesem kalten, grauen Nachmittag in der Verlegenheit, nichts zu tun zu haben? Das Auto fertig gewaschen, den Nachbarn wegen irgendwas angezeigt und die Kleidung für den Rest des Jahres schon zurechtgelegt? Dann ist es Zeit, sich in einer reizvollen neuen Freizeitbeschäftigung zu versuchen: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_734" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/11/ManWearingTinFoilHat.jpg"><img class="size-medium wp-image-734" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/11/ManWearingTinFoilHat-300x225.jpg" alt="Nicht vergessen: Kommentieren nur mit Aluhut! Foto: PD/Wikipedia" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht vergessen: Kommentieren nur mit Aluhut! Foto: PD/Wikipedia</p></div>
<p>Und &#8211; an diesem kalten, grauen Nachmittag in der Verlegenheit, nichts zu tun zu haben? Das Auto fertig gewaschen, den Nachbarn wegen irgendwas angezeigt und die Kleidung für den Rest des Jahres schon zurechtgelegt? Dann ist es Zeit, sich in einer reizvollen neuen Freizeitbeschäftigung zu versuchen: der Medienschelte! Zigtausende gehen diesem aufregenden und hochangesagten Breitensport bereits nach, Tendenz steigend.</p>
<p>Keine Sorge, die ersten Schritte sind ganz leicht, Sie brauchen dafür weder Erfahrung noch besondere Kenntnisse in irgendetwas, nicht einmal in Rechtschreibung oder Grammatik. Sie müssen, wenn Sie ein mobiles Gerät benutzen, dazu auch nicht einmal das Sofa verlassen. Ein Leitfaden in fünf einfachen Schritten.</p>
<p><span id="more-728"></span><strong>Lesson one: Wayne?</strong></p>
<p>Der Einstieg in die Medienschelte ist ganz einfach. Suchen Sie sich ein Medium aus, ganz egal welches, und klicken Sie sich durch das dortige Angebot an Beiträgen. Suchen sie sich einen Artikel, der Sie nicht die Bohne interessiert &#8211; irgendeinen findet man immer &#8211; und setzen in die Kommentarspalte darunter einen Klassiker wie: &#8220;Haben wir denn keine anderen Probleme? Armes Deutschland!!!&#8221; Beachten Sie: Niemals nur ein einzelnes Ausrufezeichen setzen, das schwächt nur Ihre Argumentation. Es müssen mindestens drei sein, aber grundsätzlich gilt: Je mehr, desto rechter haben Sie. GLEICHES GILT FÜR DIE VERWENDUNG VON VERSALIEN. Hinweise auf das Sommerloch sind auch immer gut &#8211; ganz egal, welche Jahreszeit gerade herrscht. Modifizieren Sie Ihren Kommentar einfach: &#8220;Das Sommerloch dauert dieses Jahr aber lange / bricht dieses Jahr aber früh aus / ist dieses Jahr wohl nahtlos in ein Winterloch übergegangen.&#8221;</p>
<p>Im Fortgeschrittenenmodus erfordert dieser Part etwas mehr Aufwand: Suchen Sie sich zugleich ein Thema, das im gewählten Medium aktuell gerade nicht stattfindet und kombinieren Sie beide Punkte: &#8220;Über sowas wird berichtet, aber xyz wird totgeschwiegen!!! Typisch!!!&#8221; Es ist egal, was Sie anstelle von xyz einsetzen, es sollte nur als Aufreger taugen. Hilfreich ist es, ein Thema zu nehmen, das zwar brennt, bei dem es aktuell aber nichts Neues zu berichten gibt. Fukushima eignet sich fast immer: Mit hoher Wahrscheinlichkeit finden Sie an jenem Tag keinen Artikel à la &#8220;Ostjapan immer noch verstrahlt&#8221;.</p>
<p>Im Expertenmodus schließlich bezichtigen Sie die Redaktion, solch abseitige Themen nur deshalb zu bringen, weil sie sich &#8220;an die harten Geschichten nicht herantrauen / mit den Mächtigen unter einer Decke stecken / sowieso alle gekauft sind&#8221;. Ganz wichtig: Bringen Sie in Ihrem Kommentar unbedingt das Wort &#8220;Mainstreammedien&#8221; unter! Ansonsten gilt er nicht. Keine Sorge: Niemand verlangt Ihnen eine Definition ab, was &#8220;Mainstreammedien&#8221; eigentlich sind und wer dazugehört. Wenn Sie sich für revolutionär halten, darf es auch gerne das Wort &#8220;Systempresse&#8221; sein, dann sollten Sie aber auch daran denken, die Zahl der Ausrufezeichen entsprechend zu erhöhen.</p>
<p><strong>Lesson two: WTF?</strong></p>
<p>Nun suchen Sie sich einen Bericht zu einem Thema, das Sie zwar durchaus interessiert, in dem aber jemand zu Wort kommt, den Sie nicht ausstehen können. Sie müssen diesen Menschen nicht kennen, es reicht, wenn er nicht Ihrer Meinung ist &#8211; und das erkennen Sie ja schon an der Überschrift, Sie müssen sich gar nicht lange mit dem lästigen Lesen des Artikels abgeben. Beklagen Sie in möglichst betroffenem Tonfall, ach was, prangern Sie in möglichst harschen Worten an, dass &#8220;hier so jemandem hier ein Forum geboten wird&#8221; (diese Formulierung muss in ihrem Post enthalten sein, das ist nicht fakultativ). Bedenken Sie stets: Medien sind <em>nicht</em> dazu da, Sie mit verschiedenen Sichtweisen zu konfrontieren, auf dass Sie sich auf einer möglichst breiten Informationsbasis eine eigene Meinung bilden können &#8211; dieses Argument haben sich <del>die Medienmacher</del> <del>die Regierenden</del> die Bilderberger bloß ausgedacht, weil es so schön nach mündigem Bürger klingt. (Ist Ihnen die phonetische Ähnlichkeit zwischen &#8220;Meinung bilden&#8221; und &#8220;Bilderberger&#8221; aufgefallen? Na, also.) Nein: Medien sind <em>ausschließlich</em> dazu da, Sie in Ihrer vorgefassten Meinung zu bestätigen! (Tschuldigung, ich meinte: !!!!!) Alles andere ist Verrat am Leser, der schließlich nicht dafür bezahlt oder sich zumindest mühsam bis zu dem entsprechenden Artikel durchgeklickt und dabei seinen Zeigefinger abgenutzt hat, um Regierungs-/US-/Mossadpropaganda zu lesen.</p>
<p><strong>Lesson three: &#8230; THAT is the question.</strong></p>
<p>Nun wird es etwas aufwendiger, denn in dieser Lektion geht es um eine Form der Medienschelte, die ein gewisses Hintergrundwissen sowie ein bisschen mehr Zeitinvestition erfordert. Suchen Sie sich ein politisches Interview heraus und &#8230; lesen Sie es zunächst. Ich weiß, das ist normalerweise nicht nötig, um seinen Senf dazuzugeben, aber es lohnt sich, wenn Sie sich vom Pulk der 08/15-Kommentartrolle abheben wollen. Sind Sie also mit dem Interview durch, formulieren Sie ein, zwei Fragen, die darin nicht gestellt wurden, und leiten Sie daraus die bereits oben erwähnten Unterstellungen ab (Systempresse und so). Beispiel: Nehmen Sie ein aktuelles Interview mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (alle paar Wochen gibt es mal eins) und wettern Sie in der Kommentarspalte dagegen, dass der Interviewer nicht nach den <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-spendenaffaere-schaeuble-war-mittaeter-a-59401.html">100.000 Euro aus der CDU-Spendenaffäre</a> gefragt hat. Oder nehmen Sie ein Interview mit einem x-beliebigen Grünen zu irgendwelchen Koalitionsüberlegungen und beklagen Sie ebenso geist- wie wortreich, dass &#8220;mal wieder nicht über den Kosovokrieg gesprochen wurde&#8221;. Seien Sie kreativ! Und nutzen Sie Synergieeffekte: Schelten Sie nicht nur den Schäuble-Interviewer, sondern kommentieren Sie, wie in Lektion eins gelernt, parallel unter einen bunten Panoramaartikel, dass &#8220;lieber über sowas berichtet wird als über <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/waffenlobbyist-sechseinhalb-jahre-haft-fuer-karlheinz-schreiber-12663939.html">Karlheinz Schreiber</a>&#8220;. Sollten Sie nichts finden, das den Tatbestand der Totschweigerei erfüllt, suchen Sie sich aus dem Interview einen Aspekt heraus, der Ihnen am Allerwertesten vorbeigeht, und brandmarken sie ihn als &#8220;durchsichtiges Ablenkungsmanöver&#8221;.</p>
<p><strong>Lesson four: Get lost, sucker!</strong></p>
<p>Klären Sie mit einem Blick in den Spiegel (also das Glasding, nicht das Magazin), ob Sie bereit für die zweithöchste Stufe der Medienschelte sind. Haben Sie einen knallroten Kopf, ist das die beste Voraussetzung, sich nunmehr die Kommentare vorzunehmen &#8211; gemeint sind an dieser Stelle die redaktionellen Kommentare, nicht die Onlinekommentare anderer Leser. Wir haben bereits gelernt, dass Redakteure, die es wagen, nicht Ihre Meinung wiedergeben, sondern ihre eigene wirre Weltsicht, mit allen Mitteln niederzumachen sind. Das Schöne an redaktionellen Kommentaren ist ja, dass der Autor so gut wie immer namentlich genannt ist &#8211; nur in so unseriösen Klatschprodukten wie dem Spiegel (also diesmal das Magazin, nicht das Glasdings) kommt der Leitartikel auch mal ohne Namen aus. Nutzen Sie die Offenheit und gehen Sie den Verfasser ganz persönlich an. Nennen Sie ihn mehrfach bei Vor- und Zunamen, bezweifeln Sie seine journalistische Kompetenz, lassen Sie ihn wissen, dass man &#8220;auch mal richtig reschaschieren&#8221; müsse und geben ihm gute Ratschläge für seinen weiteren beruflichen Werdegang. Auch dann, wenn Sie selbst anonym unter Nicknames wie superchecker2000 oder mr30cm unterwegs sind. Werfen Sie dem Autor vor, dass sein &#8220;Artikel&#8221; tendenziös sei und persönliche Meinungen im Journalismus nichts verloren hätten. Stellen Sie offen Mutmaßungen darüber an, wer den Schreiberling für sein Geschmiere bezahlt hat. Greifen Sie auf die Methoden aus den ersten Lektionen zurück und hauen diesem Propagandisten um die Ohren, was er in seinem Kommentar alles <em>nicht</em> erwähnt hat (Fukushima).</p>
<p><strong>Lesson five: The Truth is out there.</strong></p>
<p>Nun sind Sie bereit für die Königsdisziplin: die Wahrheit. Nämlich die, die von den Mainstreammedien stets verschwiegen wird. Klären Sie die Menschen auf, wenn die Systemschreiber es schon nicht tun!(!!!!!!) Die Wahrheit herauszufinden, wenn Sie Ihnen nicht ohnehin schon von vornherein klar ist, ist gar nicht so schwer &#8211; sie lässt sich zahlreichen Blogs entnehmen, die das Wort &#8220;truth&#8221; im Titel führen. Oder &#8220;Propaganda&#8221; &#8211; stets ein verlässlicher Hinweis darauf, dass lediglich die anderen (gebräuchliche Kurzform für die anderen: SIE) selbige betreiben. Mit ein bisschen Übung schaffen Sie es auch leicht selbst, aus jedem beliebigen Denkansatz die Wahrheit zu destillieren und unters Volk zu bringen: Fragen Sie sich einfach bei jedem Ereignis auf der Welt, wer im Westen daraus Vorteile ziehen kann &#8211; der Rest ergibt sich quasi von selbst. In höchstens drei gedanklichen Schritten kommen Sie immer zum CIA, den Bilderbergern oder zur zionistischen Weltverschwörung. (Als ob es da einen Unterschied gäbe, wie? Zwinker.)</p>
<p>Auch hier schadet der wiederholte Einsatz des Begriffs &#8220;Mainstreammedien&#8221; nicht, im Gegenteil. Ätzen Sie bei dieser Gelegenheit auch gegen die &#8220;sogenannten Qualitätsmedien&#8221; &#8211; Obacht: diese beiden Wörter gehören zwingend zusammen; wenn sie ganz sicher gehen wollen, setzen Sie &#8220;Qualitätsmedien&#8221; zusätzlich in An- und Abführungszeichen. Stellen Sie klar, dass, wer die Wahrheit kennen will, sich von den Mainstreammedien freimachen müsse. Wichtig: Verlinken Sie dennoch keinen der Blogs, die Ihnen bei der Wahrheitsfindung geholfen haben. Deren Autoren haben es oftmals nicht so mit der Orthografie, das wäre dann irgendwie peinlich.</p>
<p>Was andere Leser dazu kommentieren, muss Sie übrigens nicht weiter beeindrucken: Das sind alles nur systempressenhörige Schafe oder getarnte Lohnschreiber. Wenn Sie Lust darauf haben, lassen Sie sich dazu herab, sie das auch in aller Deutlichkeit wissen zu lassen. Aber lassen Sie sich auf keine Diskussion mit diesen armen, nichtsahnenden Naivlingen bzw. feigen Systemsoldaten ein; dazu ist Ihre Zeit viel zu kostbar. Falls es doch soweit kommen sollte, nutzen Sie <a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/?p=595">dieses hilfreiche Handout</a>.</p>
<p><strong>Glückwunsch!</strong></p>
<p>Sie haben nun das nötige Rüstzeug, beim großen Medienbashing mitzumachen. Damit punkten Sie auch an Ihrem Stammtisch! Vorausgesetzt, Sie haben noch einen &#8211; denn wenn Sie Medienschelte mit ein wenig Engagement betreiben, brauchen Sie keinen mehr. Falls Sie aber daran denken, dennoch von Zeit zu Zeit andere Menschen von Angesicht zu Angesicht an ihrer inteleckt&#8230; innterl&#8230; interlleg&#8230; ihrer geistigen Überlegenheit teilhaben zu lassen, etwa am Kneipentresen, achten Sie unbedingt darauf, in ihrer Wortwahl ein paar Gänge gegenüber Ihrer Online-Ausdrucksweise zurückzuschalten. Ansonsten könnten Sie eine nonverbale und unter Umständen nicht nur emotional schmerzhafte Entgegnung seinerseits herausfordern. Sie ist schon verrückt, diese Analogwelt. Halten Sie sich lieber von ihr fern.</p>
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		<title>Gauchogate oder: Kommt klar, allesamt</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jul 2014 13:12:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">&#8230; und so reiten die Gauchos. So what? Bild: Wikipedia/pd</p> <p>Es ist schon wirklich lustig. Kaum hat aber auch jedes Medium darüber berichtet, wie angenehm bescheiden und vorbildlich die Deutsche Nationalelf in Brasilien aufgetreten ist, da veranstalten die kurzbehosten Einkommensmillionäre den doofen Gaucho-Tanz. Und sowohl die offene Kritik an diesem Gebaren als auch die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_693" style="width: 231px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/07/BacleTyC8331-Gaucho.jpg"><img class="size-medium wp-image-693" alt="... und so reiten die Gauchos. So what? Bild: Wikipedia/pd" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/07/BacleTyC8331-Gaucho-221x300.jpg" width="221" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">&#8230; und so reiten die Gauchos. So what? Bild: Wikipedia/pd</p></div>
<p>Es ist schon wirklich lustig. Kaum hat aber auch jedes Medium darüber berichtet, wie angenehm bescheiden und vorbildlich die Deutsche Nationalelf in Brasilien aufgetreten ist, da veranstalten die kurzbehosten Einkommensmillionäre den doofen Gaucho-Tanz. Und sowohl die offene Kritik an diesem Gebaren als auch die ungleich heftigere Kritik an den Kritikern war absolut vorhersehbar &#8211; so sehr, dass man sich fragt, ob die Gründung einer Agentur für herbeikonstruierte Aufreger nicht ein lohnendes Geschäftsmodell darstellen könnte.</p>
<p><span id="more-692"></span>Dabei waren sie während des Turniers doch so artig und wohlerzogen, die Bundeskicker. Nie haben sie sich über Gegner lustig gemacht, zumindest nicht öffentlich. Immer haben sie brav &#8220;Bitte&#8221; und &#8220;Danke&#8221; gesagt, weil sie sich &#8220;por favor&#8221; und &#8220;obrigado&#8221; ohnehin nicht merken konnten. Und stets sind sie mit sauberen Fingernägeln und gewaschenen Hälsen vor die Tür gegangen.</p>
<p>Und dann <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lfhCnYAVz8M">das</a>! Buckliges Schlurfen zur Textzeile &#8220;So gehen die Gauchos&#8221;, stolzes und mannhaftes Daherschreiten zu &#8220;So gehen die Deutschen&#8221;; es hätte nur wenig gefehlt, und sie hätten sich auf die Brust getrommelt. Das waren wahrlich keine schönen Bilder. Das war &#8230; äh &#8230; das war &#8230; hmm &#8230; ja, was war das eigentlich? Ich meine: außer natürlich vollkommen daneben?</p>
<p>Ganz einfach: es war ein ganz großer Irrtum auf Grundlage einer von vornherein fehlgeleiteten Denke. Nämlich einer, die besagt: Fußballer sind Vorbilder, Fußballer sind Aushängeschilder ihrer Nation, Fußballer sind irgendwie übermenschlich oder sollten das alles zumindest sein. Das ist, mit Verlaub gesagt, Bullshit. Fußballer sind keine Diplomaten. Und Vorbilder sind sie bestenfalls für neunjährige Nachwuchskicker. Die meisten Fußballer &#8211; daran sollte an dieser Stelle mal wieder erinnert werden &#8211; sind vor allem eines: Ziemlich junge Männer, die trotz aller Reichtümer auf ihren Konten noch nicht allzu viel vom Leben mitbekommen haben dürften und die wohl auch noch nicht allzuviel Erfahrung darin haben, die Folgen ihres Handelns abzuschätzen, zumal dann, wenn kein PR-Berater in der Nähe ist, der Schlimmeres verhindert. Was in solchen Fällen alles passieren kann, <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/grosskreutz-debatte-beim-dfb-ausser-tresen-nix-gewesen-1.1975199">hat Kevin Großkreutz eindrucksvoll gezeigt</a>.</p>
<p>Und dann wundern sich manche darüber, dass sich die siegesbesoffenen teutonischen Nationalkicker in Berlin nun doch noch in Häme gesuhlt haben? Dass sie sich an einer Feierstunde erfreuen konnten, die vor Flachheit und Proletentum nur so strotzte? Dass sie gezeigt haben, dass sie ein typisch maskulin-aggressives Humorverständnis haben? Ach, bitte. Die Jungs haben es sich in den zwei Tagen zuvor einfach nur nach außen hin verkniffen &#8211; sicher hatte der DFB-Stab bis zuletzt mit Argusaugen über die Öffentlichkeitswirksamkeit jedes einzelnen Schritts gewacht.</p>
<p>Das &#8220;Gauchogate&#8221; ist kein Riesenskandal; es ist allerdings durchaus ziemlich peinlich, was die Spieler da in Berlin zu einem umgetexteten Kinderlied veranstaltet haben (<a href="http://www.welt.de/sport/fussball/wm-2014/article130215880/Die-Wahrheit-ueber-den-Gaucho-Gesang.html">übrigens keineswegs zum ersten Mal</a>). Wer jetzt aber allen Ernstes nicht von Fremdscham-, sondern von Enttäuschungsgefühlen getrieben wird &#8211; &#8220;Oh mein Gott, wie konnten sie nur?&#8221; -, sollte vielleicht mal den Weihrauch von seinem Nationalelf-Altar wegwedeln und einen nüchternen Blick auf die Typen werfen, die da so auf der Bühne herumhampelten. Und wer dagegen lauthals herumkrakeelt, dass das doch alles bloß lustig gewesen sei und sich &#8220;die Schreiberlinge&#8221; von &#8220;der Presse&#8221; mal nicht so aufregen sollen &#8211; die, nun ja, sollten einfach weiter RTL II gucken und auch weiterhin über nichts nachdenken.</p>
<p>Ich für meinen Teil denke über den eigentlichen Skandal nach: Wie kommt der DFB eigentlich dazu, ausgerechnet diesem unsäglichen und indiskutablen Oliver Pocher eine Bühne zu bieten?</p>
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		<title>Auf neuen Irr-Wegen</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Oct 2013 18:45:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Es ist zum Verzweifeln. Da passiert endlich mal was, worauf man lange gewartet und nicht mehr darauf zu hoffen gewagt hat: Die Öffentlich-Rechtlichen trauen sich – endlich! &#8211; mal was. Und dann auch noch der mdr, der sich sonst den größten Teil des Sendetages in bräsiger Provinzverliebtheit wälzt – ausgerechnet das hässliche Adoptivkind der ARD-Familie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist zum Verzweifeln. Da passiert endlich mal was, worauf man lange gewartet und nicht mehr darauf zu hoffen gewagt hat: Die Öffentlich-Rechtlichen trauen sich – endlich! &#8211; mal was. Und dann auch noch der mdr, der sich sonst den größten Teil des Sendetages in bräsiger Provinzverliebtheit wälzt – ausgerechnet das hässliche Adoptivkind der ARD-Familie pfeift auf alle Konventionen und denkt sich ein brandneues, noch nie dagewesenes Format aus. Jay! Applaus! Feuerwerk, Fangesänge, Fußgestampfe wären angebracht.</p>
<p>Wären. Wenn nicht <em>das</em> dabei herausgekommen wäre: Die Völkerschlacht reloaded.</p>
<p><span id="more-647"></span>Das größte Gemetzel Europas vor den Weltkriegen als breaking-news-gestylte Nachrichtensendung, mit allem Drum und Dran: Einspieler, die Hintergrundinfos liefern, Live-Schalten zu Außenreportern, Grafiken, Tickerline und einem betont seriösen Anchorman, der durch die Sendung führt.</p>
<p>Ein Paradebeispiel für eine Konzeptidee, die am Konferenztisch bestimmt zunächst geil klang. Aber solche Ideen klingen an Konferenztischen immer erstmal besser, als sie eigentlich sind; und spätestens zum zweiten Brainstorming hätte irgendwem mal auffallen müssen, dass es eventuell, nur vielleicht, ein kleines bisschen lächerlich wirken könnte, „Live“-Schalten zu Reportern in verschiedenen Stadien peinlicher Berührtheit zu faken. Mehr als nur einmal hatte ich den Eindruck, dass die Kollegen eher daran dachten, was nach dieser Chose aus ihren Karrieren wird, während sie sich im Ohr puhlten, um so zu tun, als hätten sie einen Knopf darin.</p>
<p>Überhaupt wirkten so ziemlich alle Mitwirkenden ein bisschen lustlos, so als hätten sie alle längst gemerkt, dass das Ganze doch eine eher blöde Idee war, sich aber niemand getraut hat, das laut zu sagen. Nur „Adelsexperte“ Rolf Seelmann-Eggebert schien sowohl Spaß an der Sache zu haben als auch selbige tatsächlich ernst zu nehmen, aber was soll man von jemandem erwarten, der jeden Pups der angeheirateten Nichte eines adoptierten Fürstchens ernst nimmt.</p>
<p>Die Reporter stehen vor neutralen, irgendwie alt genug aussehenden Hintergründen, während ihre Ausführungen von Kanonendonner aus der Konserve untermalt werden und tun so, als würde rings um sie herum, aber glücklicherweise doch wieder in mehreren Kilometern Entfernung, die Hölle toben. „Moment … ich höre gerade, dass …“ – ach, man wollte sich verschämt die Sofadecke über den Kopf ziehen.</p>
<p>Die Kameraleute wiederum waren stets bemüht, möglichst gute Aufnahmen von den Krieg spielenden Hobbysoldaten zu bekommen. Gut heißt, nicht versehentlich irgendwas Modernes ins Bild zu bekommen, und wenn das bedeutet, dass man ziemlich enge Einstellungen wählen muss, dann ist das eben so. Mit denselben Aufnahmen hätte sich auch eine klassische Doku bebildern lassen können, und das wäre ohnehin die bessere Idee gewesen. Die hatte allerdings mal wieder phoenix.</p>
<p>Was vergessen? Ach ja, die, ähem, Interviews. Decken wir den Mantel des Schweigens über die bemühten, aber dennoch – oder gerade deshalb – reichlich laienhaft wirkenden Darstellungen irgendwelcher historischen Figuren.</p>
<p>Und Ingo Zamperoni? Bestimmt ein netter Kerl, und man möchte ihm aufmunternd auf die Schulter klopfen und ihm sagen, dass alles gut wird; seine Laufbahn wird diesen Mummenschanz mit ziemlicher Sicherheit überleben. Aber falls jemand tatsächlich die Chance zu einem solchen Schulterklopfen hat: Ich würde davon abraten. Es könnte sein, dass man einen gewischt bekommt; IZ kommt so emotionslos-abgebrüht daher, dass er entweder ein so abgefuckter Profi ist, dass er auch den allergrößten Quatsch mit der gebotenen Distinguiertheit herüberzubringen vermag – oder eben ein Roboter.</p>
<p>Nein, mdr, das war nix. Es geht ja nicht einmal um die Frage, ob es moralisch zu rechtfertigen ist, ein Blutbad mit 100.000 Toten zu einem mehrtägigen Showspektakel zu verwursten. Nein – es wirkte einfach nur lächerlich. Ich hoffe, dass ihr das in zwei Jahren nicht nochmal probiert, mit der Schlacht um Berlin etwa.</p>
<p>+++++</p>
<p>P.S.: Nehmt es mir nicht allzu übel, liebe mdrler; ich habe nur an einem Abend reingeschaltet und will nicht den Stab über die gesamte Sendeanstalt brechen. Der anschließende Beitrag über Zalando war ganz gut.</p>
<p>P.P.S.: Aber auch nur der.</p>
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		<title>Schaffe, schaffe, Koffer trage</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jul 2013 19:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
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		<description><![CDATA[Gäbe es einen Preis für den undifferenziertesten, nichthinterfragtesten und kritiklosesten Artikel - die Gmünder Tagespost wäre in der engeren Kandidatenauswahl dabei, und zwar ganz vorn. Allein schon für das Kunststück, in einem Text von überschaubarer Länge so oft das Wörtchen "toll" untergebracht zu haben. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;">Gäbe es einen Preis für den undifferenziertesten, nichthinterfragtesten und kritiklosesten Artikel &#8211; die <em>Gmünder Tagespost</em> wäre in der engeren Kandidatenauswahl dabei, und zwar ganz vorn. Allein schon für das Kunststück, in einem Text von überschaubarer Länge &#8211; und höchst kontroverser Themenstellung &#8211; so oft das Wörtchen &#8220;toll&#8221; untergebracht zu haben.</span></p>
<p><span id="more-586"></span>Wer kennt das nicht: Da kommt man mit seinen Schrankkoffern, seinen Hutschachteln und der Großwildjagdausrüstung am Bahnhof an, nur um sogleich festzustellen, dass man das ganze Zeug über eine unbequeme, steile Metalltreppe bugsieren muss, die die Bahn in ihrem stetigen Bemühen um größtmöglichen Kundenservice installiert hat, während die bis 2034 angesetzten Bauarbeiten am Bahnsteig andauern. Wer möchte da nicht nach einem boy rufen, der einem für ein Trinkgeld das Geschleppe abnimmt.</p>
<div id="attachment_588" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/07/Träger.jpg"><img class="size-medium wp-image-588" title="Träger" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/07/Träger-300x213.jpg" width="300" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">Hat schießlich schonmal geklappt. BILD: Bundesarchiv, Bild 134-C0265 / CC-BY-SA</p></div>
<p>Wohl dem, der seine Reise in Schwäbisch Gmünd beginnt, denn dort hat man sich etwas … nun, ganz was Tolles ausgedacht. Und zwar könnten sich die dort untergekommenen Flüchtlinge, die wegen der arbeitsrechtlichen Beschränkungen ja ohnehin nix zu tun haben, doch lieber nützlich machen, als Kofferkulis am Bahnhof etwa. Sind ja kräftige junge Männer. Lernen nebenbei deutsche Arbeitsdisziplin. Und mehr Geld als 1,05 Euro die Stunde brauchen sie doch ohnehin nicht.</p>
<p>Eine tolle Idee – daran lassen die Beteiligten keinen Zweifel aufkommen: „Das ist ein toller Dienst und sehr bemerkenswert. […] Es ist toll, dass Flüchtlinge eingebunden sind“, <a href="http://www.gmuender-tagespost.de/680639/" target="_blank">zitiert die Gmünder Tagespost</a> den Landrat und lässt die humoristische Ader des Oberbürgermeisters aufblitzen: „Es ist toll, wenn das durch eine witzige und tolle Aktion geschieht, die beiden Seiten was bringt.“ In der Tat lächeln die in rot-weiße Shirts und Strohhüte gekleideten Gmünder Flüchtlinge, während sie unter den Blicken des strengen, aber gerechten Gouverneurs – nein: Landrats – zusammengeschnürte Packen von Stoßzähnen und Tigerfellen aus den Waggons wuchten.</p>
<p>Bei soviel Lobhudelei soll aber auch der Arbeitskreis Asyl zu Wort kommen, man will ja schließlich ausgewogen berichten. „Das ist eine tolle Idee“ sagt sogleich ein AK-Mitarbeiter, rückt sich den Korkhelm zurecht, überlegt es sich noch mal und degradiert das Projekt anschließend – ein bisschen Salz in der Suppe muss sein – von „toll“ zu „gut“: „Wir haben schon die ganze Zeit überlegt, wie wir die Flüchtlinge einbringen sollen, das ist jetzt eine gute Möglichkeit.“ Und was sagen die Flüchtlinge selbst? Überraschung: „Das ist echt ein tolles Projekt“, sagt Kazim aus Afghanistan, eingekeilt zwischen Landrat und OB und der einzige Zitatgeber des Zeitungsartikels, dessen Nachname ungenannt bleibt.</p>
<p>Die Kulis, nein: Flüchtlinge finden das Projekt so toll, dass sie sich freiwillig gemeldet haben, um für eine Goldrandmünze pro Stunde Koffer zu schleppen &#8211; und damit die Begeisterung bei den Trägern nicht gleich völlig überschnappt, hat der OB für sie einen väterlichen Rat parat. „Er nimmt jedoch auch die Flüchtlinge in die Pflicht: ‚Wir testen das Projekt bis Ende August. Wenn es gut läuft, machen wir weiter. Das hängt natürlich auch von Ihnen ab’, sagt er zu den Helfern“, schreibt die Tagespost. Ansonsten gibt es vermutlich Stockschläge auf die nackten Fußsohlen oder gleich die neunschwänzige Katze.</p>
<p>Fürwahr eine tolle Idee, da sind sich mal alle einig – und zugleich eine, die sich sicher noch ausbauen ließe, schließlich habe man „in Gmünd viele Flüchtlinge, und es werden stetig mehr“, wie der OB sagt. Ich helfe gerne mit konstruktiven Vorschlägen: Viele Flüchtlinge, das klingt nach vielen Problemen; vielleicht lässt sich ja eine Askari-Truppe aufstellen, die dann für Ordnung sorgt. Oder die Flüchtlinge könnten demnächst auch an Gmünder Hotels als Kofferträger eingesetzt werden – da gäbe es statt des doofen Shirts und des Strohhuts, den sie am Bahnhof bekommen, gleich eine schmucke Livree. Oder warum nicht als Hausdiener oder Hausmädchen? Alles ehrbare Berufe, und wenn die Leute von Gesetzes wegen nicht so viel verdienen dürfen, arbeiten sie bestimmt auch für Kost und Logis.</p>
<p>Oder sie könnten – schließlich nennt auch ein Mitarbeiter der Bahn das Projekt eine „tolle Idee“ – auch gleich in den Zügen selbst eingesetzt werden: Als Luftzufächler mit großen Pfauenfeder-Fächern. Falls im ICE mal wieder die Klimaanlage ausfällt.</p>
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		<title>Ich mag Müll &#8211; alles was hässlich ist, dreckig und falsch geschrieben &#8230; *dideldum*</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 09:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Dass Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman so jung verstorben ist, ist wahrlich ein Verlust. Deshalb aber gleich das Wort &#8220;trash&#8221; (= Abfall, Müll) zu verwenden, halte ich indes für etwas pietätlos: </p> <p style="text-align: center;"></p> <p>Und das ist nur die erste Trefferseite.</p> <p style="text-align: left;">Die Mucke, die Slayer gemacht hat, heißt natürlich &#8220;Thrash Metal&#8221;. Mit &#8220;h&#8221;. Also [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman so jung verstorben ist, ist wahrlich ein Verlust. Deshalb aber gleich das Wort &#8220;trash&#8221; (= Abfall, Müll) zu verwenden, halte ich indes für etwas pietätlos:<br />
<span id="more-519"></span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash2.jpg"><img class="size-full wp-image-521 aligncenter" title="trash2" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash2.jpg" width="538" height="1291" /></a></p>
<p>Und das ist nur die erste Trefferseite.</p>
<p style="text-align: left;">Die Mucke, die Slayer gemacht hat, heißt natürlich &#8220;T<strong>h</strong>rash Metal&#8221;. Mit &#8220;h&#8221;. Also frei übersetzt &#8220;Prügelmetal&#8221;, nicht &#8220;Müllmetal&#8221; &#8211; es lebe der kleine Unterschied. Beliebter Fehler, der dank dpa &#8211; die offenbar <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/metal-kultband-slayer-gitarrist-jeff-hanneman-gestorben-1.1664152" target="_blank">auch noch ein falsches Foto mitgeschickt</a> hatte &#8211; nun seinen Weg durch die Gazetten der Republik machte. In einigen Fällen ist der Agenturtext bereits korrigiert worden, die, nun ja, Eigenleistung allerdings nicht:<a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash3.jpg"><img class="size-full wp-image-522 aligncenter" title="trash3" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash3.jpg" width="359" height="185" /></a></p>
<p>Ich weiß nicht, ob Sesamstraßen-Oskar Zeitung gelesen hat. In seiner Zeit ist das ja alles noch in derselben Tonne gelandet, Altpapier wie Essensreste, also wäre das denkbar. Und vielleicht wollte er uns mit seiner unsterblichen Hymne &#8220;Ich mag Müll&#8221; ja sagen, dass er Thrash-Metal-Fan ist.</p>
<p>Und um diesem Geschreibsel wenigstens noch einen würdigen Abschluss zu verpassen:<br />
<object width="480" height="360" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/CUDWLp1yIWw?hl=de_DE&amp;version=3" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="480" height="360" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/CUDWLp1yIWw?hl=de_DE&amp;version=3" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Artikel, die Wut und der sehr große Irrtum</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jun 2012 15:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Es ist schön, wenn sich Menschen auflehnen, weil sie ein Grundrecht oder eine Freiheit gefährdet sehen. Noch schöner wäre es allerdings, wenn sie das vor allem in jenen Fällen tun würden, in denen eine solche Gefahr auch tatsächlich besteht. Oder sie zumindest wüssten, wovon sie da eigentlich reden.</p> <p>Da stopft der Springer-Verlag 40 Millionen Exemplare [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schön, wenn sich Menschen auflehnen, weil sie ein Grundrecht oder eine Freiheit gefährdet sehen. Noch schöner wäre es allerdings, wenn sie das vor allem in jenen Fällen tun würden, in denen eine solche Gefahr auch tatsächlich besteht. Oder sie zumindest wüssten, wovon sie da eigentlich reden.</p>
<p><span id="more-425"></span>Da stopft der Springer-Verlag 40 Millionen Exemplare ihres in vielerlei Hinsicht zu kritisierenden Hauptpresseerzeugnisses in bundesdeutsche Briefkästen, ungefragt und von vielen auch unerwünscht. Einige haben der Zustellung widersprochen, die &#8220;Bild&#8221; aber trotzdem bekommen; und von diesen Personen hat einer die Gratisausgabe an einen öffentlichen Ort getragen und dort verbrannt. Ein Kollege hat im von mir mitherausgegebenen Magazin &#8220;Oldenburger Lokalteil&#8221; <a href="http://www.oldenburger-lokalteil.de/2012/06/25/burn-gratisbild-burn/" target="_blank">darüber berichtet</a> &#8211; und wird nun mit Vorwürfen, Anschuldigungen und Unterstellungen zugemüllt. Bei allem Zugutehalten der in den meisten Fällen sicher gut gemeinten Intention ist es indes erstaunlich, wie wenig stichhaltig und manchmal geradezu absurd die Kritik von einigen Kommentatoren ist; und es stimmt bedenklich, auf welch schiefe Weise sie sie historisch zu unterfüttern suchen. Zeit für eine Grundsatzrede, denn hier geht es um mehr als nur um einen Artikel. Es geht um eine Geisteshaltung, die um so gefährlicher ist, als sich die betreffenden Personen ihrer gar nicht bewusst zu sein scheinen.</p>
<p>Brennende Presseerzeugnisse &#8211; klar, da denkt man quasi automatisch an den 10. Mai 1933, die große Bücherverbrennung der Nationalsozialisten. Das geht übers Rückenmark, und das ist auch gut so &#8211; es zeugt von einer tiefgehenden Sensibilisierung für das Thema innerhalb der Gesellschaft. Dennoch bleibt es eine Reflexhandlung, und die wird nicht richtiger, bloß weil man sich selbst auf der Seite der Guten sieht. Denn eine direkte Linie zwischen der Bücherverbrennung der Nazis und dem Abfackeln einer Bildzeitung durch eine Privatperson ist vor allem eines: Geschichtsvergessener &#8211; tschuldigung &#8211; Unfug, der in seinen blödesten Auswüchsen gar geeignet ist, den NS-Terror zu verharmlosen.</p>
<p>Wenn man den Vergleich trotzdem anstellen würde, wäre festzuhalten, dass wir auf der einen &#8211; der historischen &#8211; Seite ein Gewaltregime mit Totalitätsanspruch haben, das zum Zeitpunkt der Bücherverbrennung diesen zwar noch nicht ganz hatte durchsetzen können, aber längst mit der Unterdrückung politisch Andersdenkender begonnen hatte. Die Schriftsteller, deren Werke verbrennt wurden, waren der willkürlichen Verfolgung durch die Staatsmacht ausgesetzt; Ossietzky wurde so sehr misshandelt, dass er an den Folgen starb, Tucholsky in den Freitod getrieben, Mühsam im KZ ermordet &#8211; es ist eine lange, sehr lange Liste. Die Bücherverbrennung war ein Fanal der Terrorherrschaft eines zu allem bereiten und einer wahnhaften Ideologie verpflichteten Regimes.</p>
<p>Auf der anderen, aktuellen Seite haben wir einen ganz normalen Bürger der Bundesrepublik Deutschland, der die Bild-Zeitung offensichtlich widerlich findet und der Zustellung des Gratis-Exemplars daher auch im Vorfeld widersprochen hatte. Dennoch fand er neben dem Brief auch die Zeitung im Briefkasten. Er nahm das Blatt, das somit in seinen Besitz übergegangen war, steckte ein Feuerzeug ein, ging zum Hafen und fackelte sie &#8211; also einen ihm gehörenden Gegenstand &#8211; ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass er nun zu Folter, Massenmord und Weltkrieg übergeht, schätze ich als gering ein. Wie gesagt: Es handelt sich um eine <em>Privatperson</em>. Nicht um einen Staat. Einem Staat stehen alle Machtmittel zur Verfügung, die er einzusetzen gedenkt. Einer Privatperson so gut wie gar keine. Das ist der wesentliche Unterschied, und den überhaupt noch lange erklären zu müssen, weil sich irgendwer dessen offensichtlich nicht bewusst ist, finde ich erschreckend. Man verzeihe mir den Anflug von Plakativität, aber: Wer das miteinander vergleicht, spuckt auf die Gräber der Ermordeten.</p>
<p>Daneben tritt das Scheinargument, dass, wer Zeitungen anzünde, das letztlich auch mit Büchern tun würde. Ich gehe davon aus, dass von den 40 Millionen verteilten Exemplaren zumindest mehrere hunderttausend dem Feuer zum Opfer gefallen sind oder das noch tun werden &#8211; als Grillanzünder, um den Kamin in Gang zu setzen oder den Kachelofen anzuwerfen. Bedeutet das jetzt, dass es hunderttausende Protofaschisten im Land gibt? Oder wird man erst dann zum Nazi, wenn man es in der Öffentlichkeit tut? Oder man die Zündelei fotografiert und die Bilder an ein lokales Medium schickt? Was ist mit komplizierteren Fällen; etwa bei Leuten, deren Garten zur Straße rausgeht, die den Grill mit der Zeitung anheizen wollen und von Passanten dabei beobachtet werden? Gilt das dann auch als eine öffentliche Bücherverbrennung? Und was ist mit jenen, die nichts abfackeln, aber mit ihrer Zeitung den Vogelkäfig auslegen, auf dass das Federtier sie unter völligem Mangel an Respekt für das geschriebene Wort über Tage zukacken möge? Das ist doch auch ein Akt der absichtlichen Vernichtung von schriftlich fixiertem Gedankengut &#8211; oder mangels Flammen doch nicht?</p>
<p>Gedankenspiele, gewiss. Letztlich ist es zweifellos die Symbolhaftigkeit des Verbrennungsvorgangs, der bei den Leuten die Stirnader pulsieren ließ &#8211; kurz, die Kurzschlusskonnotation &#8220;Feuer + Schriftstück = Nazis&#8221;. Natürlich sollte man, ich wiederhole mich da gern, möglichst früh vor faschistischen Tendenzen warnen. Aber es sollten dann auch faschistische Tendenzen <em>sein</em>. Alles andere führt nämlich nur ein paar Schritte weiter auf jenem Weg, der schon vor langer Zeit gar nicht erst hätte eingeschlagen werden sollen: Dem mit andauernden Wiederholungen, Übertreibungen und Fehlalarmen gepflasterten Weg, der zur allgemeinen Abstumpfung gegenüber der wirklichen Gefahr von rechts führt.</p>
<p>Ein noch ernsteres Problem zeigt sich in meinen Lieblingsvorwürfen: Eine solche Aktion wie die Bild-Verbrennung, so poltern da einige los,  sowie die Berichterstattung darüber sei ein Angriff auf die Pressefreiheit. Diese These finde ich erstaunlich; ich dachte bislang immer, die Pressefreiheit sei vor allem dann in Gefahr, wenn über etwas <em>nicht</em> berichtet wird; sei es aus Gründen einer offenen oder verkappten Zensur oder auch schlichter Gewaltausübung. Die Pressefreiheit ist ein sehr hohes und außerordentlich wichtiges Gut, und es ist im Prinzip ja auch begrüßenswert, wenn Menschen sie frühzeitig in Gefahr sehen und nicht erst dann, wenn es zu spät ist. Aber noch besser wäre es, wenn sie sich im klaren darüber wären, was genau es ist, worüber sie sich wortreich ausbreiten. Die Pressefreiheit schützt die Presse, gewiß &#8211; aber nicht vor dem Feuerzeug eines gefrusteten Bürgers, sondern vor &#8211; da haben wir es wieder &#8211; staatlicher Einflussnahme. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.</p>
<p>Lustig wird es, wenn dieselben Leute, die das berichtende Medium &#8211; in diesem Fall den &#8220;Lokalteil&#8221; &#8211; der Missachtung der Pressefreiheit bezichtigen, im selben Atemzug dasselbe Medium für dessen <em>Art</em> der Berichterstattung angreifen oder, wie in einigen Fällen, sogar die <em>Nicht</em>berichterstattung einfordern. Der von mehreren Lesern erhobene Vorwurf, die Aktion sei im Artikel in zu positivem Licht dargestellt, ist geradezu grotesk: Entweder gilt die Pressefreiheit, und der Autor kann berichten, wie er es für richtig hält, oder man spricht ihm dieses Recht ab &#8211; und damit, Sie ahnen es, die Pressefreiheit selbst. Ach, wenn ich so darüber nachdenke: Eigentlich ist das alles andere als lustig. Wie man diesen geistigen Spagat zwischen Bewahrenwollen der Freiheit mit dem gleichzeitigen Wunsch der Beschneidung derselben hinbekommt, würde ich gerne mal erklärt bekommen.</p>
<p>Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, die Meinungsfreiheit, die nach Ansicht einiger Leser ebenfalls missachtete. Die wurde in diesem Fall tatsächlich angegriffen. Allerdings wiederum nicht durch die Verbrennungsaktion &#8211; schließlich wurde durch sie die Bild-Redaktion nicht davon abgehalten, ihre Meinung zu äußern, und wird sich durch solche Vorkommnisse mit Sicherheit auch künftig nicht davon abhalten lassen. Auf der anderen Seite war die Verbrennung genau das: die freie Meinungsäußerung eines Bürgers. In Form und Ausdruck mag man sie für gut, schlecht oder meinetwegen bekloppt halten &#8211; sie bleibt trotzdem eine und ist, wie jede andere Meinung, verfassungsmäßig geschützt. Die Thematisierung einer solchen Meinung in der Presse ändert daran nichts; und wenn, dann wird der Freiheitsaspekt eher noch bestärkt.</p>
<p>Ich könnte seitenweise weitermachen, aber will es dabei belassen. Mir wird nur allmählich angst und bange, wenn ich sehe, wie manche Leute mit dem Mund die Bewahrung einer Freiheit einfordern und sie im Hirn schon längst für sich abgeschafft haben. Liebe Leute: Die Presse ist nicht dazu da, eure Meinung niederzuschreiben. Sie ist auch nicht dazu da, eure Kämpfe auszufechten. Sie ist dazu da, euch Materialien an die Hand zu reichen, mit deren Unterstützung ihr eure Meinung bilden könnt, aber auch nicht müsst. So einfach ist das.</p>
<p>Nur noch ein Wort zur heftig kritisierten, weil als bejubelnd empfundenen Überschrift des diskutierten Artikels (&#8220;Burn, Gratis-Bild, Burn!&#8221;): Auch die stammt nicht von mir, aber ich konnte sie sofort einordnen. Als Reminiszenz an das geflügelte, aus dem US-amerikanischen Englisch stammende Wort &#8220;Burn, Baby, Burn&#8221;, das mir schon in mehreren Comics und einer Reihe von &#8211; faschistischen Gedankenguts vollkommen unverdächtigen &#8211;  Songs begegnet ist. Und, nebenbei gesagt, auch schon in der österreichischen &#8220;Die Presse&#8221;. Die Überschrift über diesem Blogpost ist übrigens von einem Filmtitel hergeleitet. Gemerkt? Egal. Man muss diese Bezugspunkte natürlich nicht kennen; entweder hat man ein Lied schon mal gehört oder eben nicht &#8211; aber Unkenntnis ist kein Alibi für Theoriefindung.</p>
<p>Es bleibt die These zu erforschen, ob dieses Phänomen hauptsächlich im Zusammenhang mit der Bild auftritt. Ich hege allmählich diese Vermutung, denn solche kruden Streits um falsch verstandene Pressefreiheit und Meinungsäußerung, von denen ich schon einige ausgefochten habe, scheinen sich regelmäßig an diesem Boulevardblatt zu entzünden; und erstaunlicherweise sind es nahezu immer Bild-Gegner, die es in Schutz nehmen. Was für die Soziologen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Duck and bother</title>
		<link>http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/?p=112</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 10:34:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Auf ein Wort, liebe Passanten, Spaziergänger und Besucher diverser Veranstaltungen: Ja, ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass es nervt, wenn irgendwo Fernsehfuzzis mit ihrer Kamera im Weg herumstehen und genau die Stelle filmen, die man gerade passieren möchte. Und nein, ihr seid auch nicht verpflichtet zu warten (obwohl das immer ein netter Zug [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf ein Wort, liebe Passanten, Spaziergänger und Besucher diverser Veranstaltungen: Ja, ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass es nervt, wenn irgendwo Fernsehfuzzis mit ihrer Kamera im Weg herumstehen und genau die Stelle filmen, die man gerade passieren möchte. Und nein, ihr seid auch nicht verpflichtet zu warten (obwohl das immer ein netter Zug ist). Nur eines möchte ich zum allseitigen Verständnis an dieser Stelle einmal festhalten: Ein Ins-Bild-laufen bleibt ein Ins-Bild-laufen bleibt ein Ins-Bild-laufen.</p>
<p><span id="more-112"></span>Es nützt <em>überhaupt nichts</em>, wenn man aus Nettigkeit heraus möglichst <em>schnell</em> am Objektiv vorbeihuscht. Auch ist es vollkommen vergebliche Liebesmüh, dabei verlegen und verständnisheischend zu lächeln, denn dadurch wird man nicht unsichtbar. Und vollkommen nutzlos ist es, sich geduckt vorbeizubewegen, wenn man dieses Ducken nur <em>andeutet </em>und dann, um einen halben Zentimeter geschrumpft, durchs Bild schlawinert.</p>
<p>All dies sind ja nette Gesten, ändern aber nichts an folgender in Stein gemeißelter Wahrheit: Die gerade gedrehte Einstellung ist dann nunmal ruiniert, wenn man nicht gerade auf genau diesen Effekt aus ist, was aber nur der Fall sein dürfte, wenn man einen Experimentalfilm mit irgendeiner Form von künstlerischem Anspruch dreht. Also so gut wie nie.</p>
<p>Der Grund für dieses Verhalten ist ist natürlich ein ehrenhafter, namentlich Höflichkeit: Man möchte dem Kamerateam damit zu verstehen geben, dass man sich darüber im Klaren ist, dass man ihm damit jetzt gerade nicht wirklich einen Gefallen und dass es einem ja auch irgendwie leid tut, man aber auch gerade keine Zeit oder Lust hat, sich auf dessen Bedürfnisse einzulassen. Wir wissen das, akzeptieren es und finden es diese Gesten auch nett.</p>
<p>Noch netter fänden wir es allerdings, würde man einfach <em>hinter uns </em>langgehen. Oder sich <em>richtig </em>bücken. Das damit verbundene Training könnte einem dann auch im Falle eines Atomkrieges zugute kommen:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/C0K_LZDXp0I&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/C0K_LZDXp0I&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ach ja, und bitte, bitte, bitte stellt dann nicht auch noch die Frage: &#8220;<em>Komm&#8217; ich jetzt ins Feeeernsehn?</em>&#8221; Die Antwort lautet: Nein.</p>
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		<title>Mein erstes Mal</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 21:51:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichtsprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Oldenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Virtuelle Geschichtsredaktion]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Nicht nur das ZDF, sondern auch oeins verfügt über eine &#34;grüne Hölle&#34;.</p> <p>Zugegeben: Das ist eine Überschrift, die gezielt die voyeuristischen Instinkte des Lesers anspricht. Hat offenbar geklappt, wenn Sie dies lesen. </p> <p>Dabei geht es hier gar nicht um Intimbeichten oder schlüpfrige Details, sondern bloß darum, dass ich meinen Platz hinter der Kamera [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_103" style="width: 250px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/vlcsnap-2010-07-01-14h22m52s227.jpg"><img class="size-medium wp-image-103" title="vlcsnap-2010-07-01-14h22m52s227" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/vlcsnap-2010-07-01-14h22m52s227-300x240.jpg" alt="Studio" width="240" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht nur das ZDF, sondern auch oeins verfügt über eine &quot;grüne Hölle&quot;.</p></div>
<p>Zugegeben: Das ist eine Überschrift, die gezielt die voyeuristischen Instinkte des Lesers anspricht. Hat offenbar geklappt, wenn Sie dies lesen. <img src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";-)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Dabei geht es hier gar nicht um Intimbeichten oder schlüpfrige Details, sondern bloß darum, dass ich meinen Platz <em>hinter </em>der Kamera erstmals gegen den Platz <em>vor </em>der Kamera getauscht habe. Naja, was heißt hier &#8220;bloß&#8221;.</p>
<p><span id="more-100"></span>Zur ersten TV-Sendung des Projekts &#8220;Virtuelle Geschichtsredaktion&#8221; habe ich selbst den Part des Moderators in der Oldenburger Light-Version der &#8220;<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/797548/Claus-Kleber-in-der-gruenen-Hoelle#/beitrag/video/797548/Claus-Kleber-in-der-gruenen-Hoelle" target="_blank">grünen Hölle</a>&#8221; übernommen. Ohne Teleprompter, Netz oder doppelten Boden und vor allem ohne Kaffee, denn dafür war im Vorfeld keine Zeit. Das Ergebnis <a href="http://www.geschichte-mitmachen.de/?p=276" target="_blank">lässt sich hier betrachten</a> &#8211; und ich möchte klarstellen, dass der Eindruck, ich würde aus der Wäsche schauen wie ein in die Enge getriebener Kettensägenmörder, lediglich auf Fehlinterpretationen meiner Mimik beruht.</p>
<p>In Wahrheit gucke ich höchstens wie ein wahnsinniger Wissenschaftler, dem es allerdings an technischen Kenntnissen zum Bau einer Strahlenkanone o.ä. mangelt. Mit der Weltherrschaft wird es daher erstmal nix.</p>
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