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	<title>noltejournal-blog &#187; Privates</title>
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		<title>Verzieh dich, 2014</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 2014 21:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Tja, 2014. War nett, dich kennenzulernen &#8211; aber ich bin auch nicht traurig, dass du dich jetzt langsam mal vom Acker machst. Wurde Zeit, die Party wurde langsam langweilig. Und bizarr.</p> <p>Verabschieden wir also ein höchst seltsames Jahr, in dem &#8230;</p> <p>… ein Krimineller, der schon mal vor der Justiz ins Ausland geflohen ist, Zehntausende [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/12/Paris_Tuileries_Garden_Facepalm_statue.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-755" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/12/Paris_Tuileries_Garden_Facepalm_statue-300x200.jpg" alt="Head in Hands" width="300" height="200" /></a>Tja, 2014. War nett, dich kennenzulernen &#8211; aber ich bin auch nicht traurig, dass du dich jetzt langsam mal vom Acker machst. Wurde Zeit, die Party wurde langsam langweilig. Und bizarr.</p>
<p>Verabschieden wir also ein höchst seltsames Jahr, in dem &#8230;</p>
<p><span id="more-754"></span>… ein Krimineller, der schon mal vor der Justiz ins Ausland geflohen ist, Zehntausende auf die Straße brachte, die was gegen Flüchtlinge haben;</p>
<p>… ein anderer Krimineller, der den Rest des Volkes um Millionen betrogen hat, durch ein paar Krokodilstränen zu einer Art Nationalheld und moralischer Instanz hochstiliert wurde;</p>
<p>… die Volksparteien schon wieder vor Rassismus und Rechtsextremismus einzuknicken drohen, wohl weil das in den 90ern schon so super geklappt hat;</p>
<p>… die gute alte Angst vor dem Iwan fröhliche Urständ feierte;</p>
<p>… der erste Versuch der EU, durch gezielte Unterstützung eines Putschs auch mal Großmacht zu spielen, in ein Desaster mündete;</p>
<p>… Syrien endgültig in ein Trümmerfeld verwandelt wurde (aber hey, war ja auch vorher schon kein richtiges Urlaubsland!);</p>
<p>… einer der größten internationalen Skandale, nämlich die Geheimdienstschnüffelei, irgendwie keine Sau interessierte;</p>
<p>… wirre Verschwörungstheorien plötzlich ebenso salonfähig wurden wie eine infantile Streitkultur, nach der alle anderen Meinungen außer der eigenen als Lügen abqualifiziert wurden;</p>
<p>&#8230; sogar zwei Menschen, die unter höchst tragischen Umständen gewaltsam ums Leben kamen, gegeneinander ausgespielt werden, um als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Wahnvorstellungen herzuhalten;</p>
<p>&#8230; eine an sich nette Benefiz-Idee innerhalb von gefühlten 1,3 Sekunden in einen Overkill an hemmungsloser Selbstverliebtheit mündete.</p>
<p>Habe ich was vergessen? Ach ja: 7:1. Und es ist schon komisch, wenn so ein Ergebnis rückblickend nicht einmal annähernd das schrägste Ereignis des Jahres war.</p>
<p>Frohes 2015!</p>
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		<title>Wo warst du &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Dec 2014 11:54:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#8230; als &#8220;Wetten, dass ..?&#8221; vom Äther ging?</p> <p>Nun, aus einem im Nachhinein nicht mehr so recht nachvollziehbaren Gefühl heraus, Zeit- und Augenzeuge eines untergehenden Zeitalters zu sein und die Eingangsfrage später mal adäquat beantworten können zu wollen, habe ich am Samstag tatsächlich kurz reingeschaltet. Und das lief so:</p> <p>1. ZDF eingeschaltet.</p> <p>2. Neben Lanz [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; als &#8220;Wetten, dass ..?&#8221; vom Äther ging?</p>
<p>Nun, aus einem im Nachhinein nicht mehr so recht nachvollziehbaren Gefühl heraus, Zeit- und Augenzeuge eines untergehenden Zeitalters zu sein und die Eingangsfrage später mal adäquat beantworten können zu wollen, habe ich am Samstag tatsächlich kurz reingeschaltet. Und das lief so:</p>
<p>1. ZDF eingeschaltet.</p>
<p>2. Neben Lanz Otto, Bully und Elton gesehen. (War irgendwie Welttag der abgehalfterten Entertainer?)</p>
<p>3. Gleich wieder ausgeschaltet.</p>
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		<title>Gut gebrüllt</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Aug 2013 13:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind Internetdiskussionen nicht so sehr durch den Umstand geprägt, dass man seine(n) Mitdiskutanten in den meisten Fällen nicht persönlich kennt und auch nie persönlich gegenüberstehen wird. Natürlich spielt das eine gewichtige Rolle. Viel zentraler aber scheint mir folgender Aspekt: Streits im Internet werden – im vollen Bewusstsein der Beteiligten – in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind Internetdiskussionen nicht so sehr durch den Umstand geprägt, dass man seine(n) Mitdiskutanten in den meisten Fällen nicht persönlich kennt und auch nie persönlich gegenüberstehen wird. Natürlich spielt das eine gewichtige Rolle. Viel zentraler aber scheint mir folgender Aspekt: Streits im Internet werden – im vollen Bewusstsein der Beteiligten – in aller Öffentlichkeit ausgefochten. In der analogen Welt passiert so etwas zumeist nur unter Einfluss einer erheblichen Menge Alkohol und/oder Adrenalin.</p>
<p>Und da man bei einer Onlinediskussion stets eine mal mehr, mal weniger große Anzahl von Zuschauern resp. Mitlesern hat, geht es weitaus mehr als im realen Leben darum zu gewinnen, egal wie – schließlich will man ja vor all den anderen Fantasienamen tragenden Lesern nicht als Loser dastehen, oder? Aber wie gewinnt man so eine, nun ja, Debatte um irgendein obskures Thema, sei es nun ein politisches, ein sportliches oder eines nerdhaftes? Die Antwort: Mit diesem hilfreichen Handout.</p>
<p><span id="more-595"></span><strong>Schritt 1: Ouverture</strong></p>
<p>Begeben Sie sich schon zu Beginn auf eine moralisch höhere Warte als Ihr Gegenüber. Es macht nichts, wenn Sie keine Ahnung vom Thema haben oder der von Ihnen vertretene Standpunkt überhaupt keinen Sinn ergibt – bringen Sie Ihren Kontrahenten durch eine geschickte Mischung aus vorgetäuschtem Hintergrundwissen und Überheblichkeit sofort in Rechtfertigungsdruck. Gut geeignet sind nebulös formulierte Vorab-Schlussfolgerungen: „Für deine Art der Argumentation gibt es gewisse Bezeichnungen …“ oder „Du weißt schon, wonach das klingt, was du da schreibst?“ Diese Sätze eignen sich übrigens auch hervorragend, um die Diskussion überhaupt erst loszutreten. Wichtig ist, den Gegner aus der Defensive, in die Sie ihn drücken, unter keinen Umständen wieder herauszulassen. Sollte Ihr Kontrahent zu ihren unausgesprochenen Anschuldigungen nicht Stellung nehmen, dürfen Sie den Streit schon jetzt als gewonnen betrachten.</p>
<p><strong>Schritt 2: Deutungshoheit</strong></p>
<p>Ihr Kontrahent lässt sich darauf ein? Dann interpretieren Sie seine Ausführungen auf jene Art und Weise, die am besten in Ihre eigene Argumentation passt. Machen Sie sich nicht allzu große Sorgen darüber, ob diese Interpretationen offenkundig unsinnig sind – sofern Sie sie nur mit ausreichend Nachdruck vortragen, spielt das keine Rolle. Je wortgewaltiger, desto besser – helfen Sie notfalls mit einigen zusätzlichen Ausrufezeichen nach. Halten Sie Ihren Gegner in ständigem Erklärungsdruck und lassen Sie sich keinesfalls auf Versuche, den Spieß umzudrehen, ein. Falls Ihnen das nicht gelingt, ist es Zeit für den nächsten Schritt.</p>
<p><strong>Schritt 3: Verwirrspiel</strong></p>
<p>Sollte Ihr Gegner nicht nachgeben oder gar die Frechheit besitzen, Ihrer im vorausgegangenen Schritt kommunizierten Interpretation seiner Gedankenwelt zu widersprechen und vielleicht gar seinerseits Ihre Äußerungen auseinanderzunehmen, ist es an der Zeit, ihm möglichst verwerfliche Behauptungen in den Mund zu legen. Wichtig: Zitieren Sie ihn nie wörtlich – dabei fliegt diese Strategie zu leicht auf. Immer die indirekte Rede wählen: „Du hast doch selber gesagt, dass …“ Kümmern Sie sich nicht um unwichtige Details wie etwa der Frage, ob er das tatsächlich und unmissverständlich so ausgedrückt hat – Grundlage dieser Strategie bleiben stets Ihre Interpretationen, nicht die Ansichten des Gegenübers! Etwaige Mitleser scrollen so gut wie nie zur entsprechenden Äußerung zurück, um diese Anschuldigungen zu verifizieren. Die ganz hohe Kunst besteht darin, ihm auf diese Weise Widersprüchlichkeit zu attestieren: „Erst sagst du, es wäre soundso und jetzt was anderes!“ Setzen Sie Links auf Seiten, deren Inhalt überhaupt nichts mit der Argumentation des Gegners zu tun haben, aber Ihre untermauern, und präsentieren Sie diese im souveränsten Tonfall, der Ihnen möglich ist, als Beweis dafür, dass Sie Recht haben.</p>
<p><strong>Schritt 4: Volles Pfund</strong></p>
<p>Evtl. müssen Sie an diesem Punkt des Streits damit rechnen, dass Ihr Gegner nun versucht, den Rechtfertigungsspieß umzudrehen und Sie auffordert, Ihre Behauptungen darüber, was er gesagt haben soll, mit Zitaten zu belegen. Lassen Sie sich auf keinen Fall darauf ein: Die Beweislast liegt immer beim Anderen, nie bei Ihnen! Ohnehin müssen Sie sich von dieser Vorgehensweise nicht ins Bockshorn jagen lassen: Sie befinden sich trotzdem auf der Siegerstraße, denn für Mitleser wirkt die Kritik Ihres Gegners an Ihrem Vorgehen kleinlich und bürokratisch, was ihn Sympathien kosten wird, und nur das zählt. Falls es um Ihre  sauer erkämpfte moralische Überlegenheit dennoch eng werden sollte, etwa weil Ihr Gegner sich rhetorisch geschickt genug auszudrücken vermag, feuern sie eine volle Breitseite ab. Falsche Bescheidenheit oder Zurückhaltung sind an diesem kritischen Punkt absolut fehl am Platze: Zweifeln Sie offen die intellektuellen Kapazitäten ihres Kontrahenten an, seine Befähigung, sich selbst die Schuhe zuzubinden, seine biologische Herkunft. Beachten Sie: In der Sache möglichst brutal, im Tonfall aber so gesittet wie möglich! Bringen Sie Ihren Gegner dazu, ausfallend zu werden, haben Sie so gut wie gewonnen.</p>
<p><strong>Schritt 5: Opferrolle</strong></p>
<p>Sollte Ihr Kontrahent wider Erwarten weiterhin sachlich bleiben, verlassen Sie die inhaltliche Ebene und greifen zum Mittel offen zur Schau gestellter Resignation. Durchsetzen Sie Ihre weiteren Äußerungen mit Verzweiflungsrhetorik: „Du willst es einfach nicht verstehen“ ist ein zeitloser Klassiker, der eigentlich immer hilft. Sie können Ihrem Gegner auch gut – denken Sie an Ihre moralische Überlegenheit! – ein Festklammern an Vorurteilen (damit sind alle seine Standpunkte gemeint) attestieren. Damit ziehen Sie die political-correctness-Fraktion unter den Lesern auf Ihre Seite, zumindest die etwas einfacher gestrickten. Tun Sie so, als wäre Ihnen ja eigentlich sehr an einer sachlichen Weiterführung der Debatte gelegen, was sich aber leider, ach, aufgrund der Starrsinnigkeit des Kontrahenten als schlicht unmöglich erweist.</p>
<p><strong>Schritt 6: Zurück auf Los</strong></p>
<p>Wenn Sie geschickt vorgegangen sind, sollten Sie spätestens jetzt Ihren Gegner so weit haben, dass er beleidigend wird – und sich damit endgültig vor allen Mitlesern disqualifiziert. Herzlichen Glückwunsch, in diesem Fall haben Sie gewonnen und können sich souverän aus der Diskussion verabschieden. Allerdings auch <em>nur</em> in diesem Fall – bleibt ihr Gegenüber auch jetzt noch sachlich und faktenorientiert, haben Sie es schwerer. Denn die Grundregel lautet: Immer das letzte Wort behalten! Der oben erwähnte Fall bildet die einzige Ausnahme. Vergessen Sie nie: Nicht der Klügere – das sind immer Sie! – gibt nach, sondern der Schwächere. Wiederholen Sie die Schritte 3, 4 und 5 in beliebiger Reihenfolge so lange, bis Ihr Gegner Ruhe gibt. Sie haben den längeren Atem, denn Sie haben mehr Zeit als jeder andere – sonst würden Sie ja nicht in Blogs, Chats und Foren Streit suchen.</p>
<p><strong>Schritt 7: Godwin</strong></p>
<p>Gewissermaßen die Notbremse für den Fall, dass Sie aus der Dauerschleife der vorangegangenen Schritte nicht herauszukommen drohen: Wenn alle Stricke reißen, rücken Sie Ihren Gegner in eine gedankliche Nähe zu Nazis. Aber greifen Sie nicht zu früh zu dieser Waffe und gehen Sie nicht zu platt vor – auch hier gilt: nebulöse Andeutungen sind besser als direkte Verbalknüppel. Vermeiden Sie Worte wie „Nazi“, „NS-Zeit“ oder „Hitler“ – besser ist es, wenn Sie Argumente des Gegners mit Formulierungen wie „Sowas hatten wir in Deutschland schon mal!“ parieren, nach Bedarf ergänzt durch „… und wir wissen ja, wo das hinführt!“</p>
<p>Mit diesem Rüstzeug versehen dürfte es Ihnen nicht schwer fallen, sich in jeder denkbaren Onlinedebatte durchzusetzen. Probieren Sie es aus! Aber fangen Sie klein an: Nehmen Sie irgendeine Facebookdiskussion zu einem Thema, das mit Ihnen persönlich nichts zu tun hat. Steigern Sie sich dann langsam und arbeiten am Feinschliff; besuchen Sie die Kommentarspalten von Medien mit örtlich begrenzter Wahrnehmung, treten Sie Foren bei und brechen dort Debatten vom Zaun – sollten Sie von den Moderatoren gesperrt werden, ist das ein Hinweis darauf, dass Sie noch ein wenig üben und Erfahrungen sammeln sollten.</p>
<p>Sobald Sie soweit sind, betreten Sie die Beletage der Internet-Streithammel; die Manege, die Ihnen alles abverlangen wird, weil hier nur die Besten unterwegs sind, die Gehässigsten, die Arrogantesten und die mit der meisten Freizeit; Diskutanten, die mit allen Wassern gewaschen sind, die Champions League der Klugscheißer und Arschkrampen: das Spiegel-Online-Forum. Nur hier können Sie ewigen Ruhm erlangen. Schade ist bloß, dass das außer Ihnen niemand zu würdigen wissen wird – aber hey, die Anderen sind doch eh alle Idioten, nicht wahr?</p>
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		<title>Einer geht noch, einer geht noch rein</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 09:43:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>In eigener Sache (was auch sonst, ist ja schließlich mein Privatblog):</p> <p>Viele Leute in meiner Umgebung meinen ja, dass ich mir schon mehr als genug Internetseiten, um die ich mich in der einen oder anderen Form kümmern muss, an den Hals gehängt habe. Ein Standpunkt, dem ich entschieden entgegentrete und bei dieser Gelegenheit &#8211; und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/06/NJ-Magazin-Screenshot.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-545" title="NJ Magazin Screenshot" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/06/NJ-Magazin-Screenshot-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a>In eigener Sache (was auch sonst, ist ja schließlich mein Privatblog):</p>
<p>Viele Leute in meiner Umgebung meinen ja, dass ich mir schon mehr als genug Internetseiten, um die ich mich in der einen oder anderen Form kümmern muss, an den Hals gehängt habe. Ein Standpunkt, dem ich entschieden entgegentrete und bei dieser Gelegenheit &#8211; und nachdem ich in den vergangenen Tagen in selbst nach meinen Maßstäben unvernünftig hohem Maße vor der Kiste gesessen und mir Blasen an die Zeigefingerspitze geklickt habe &#8211; feierlich verkünden darf, dass nun eine weitere hinzugekommen ist, auch wenn es sich eigentlich nur um eine neue Unterabteilung meiner Website handelt: Eine Auswahl an Beiträgen, die ich in den vergangenen Jahren in diesem oder jenem Medium veröffentlicht habe, findet sich jetzt im funkelnagelneuen <a href="http://www.noltejournal.de/Magazin" target="_blank"><strong>Noltejournal-Magazin</strong></a> und wartet darauf, durchgeblättert zu werden.</p>
<p><span id="more-541"></span>Falls jemand dort die Kommentarfunktion vermisst: Das ist beabsichtigt. Denn mit Kommentarmoderation, Spambekämpfung und Trollabwehr habe ich bei den anderen Websites tatsächlich bereits genug zu tun &#8211; in diesem Punkt haben die eingangs erwähnten Leute durchaus recht. Wer also zu den im Magazin publizierten Elaboraten etwas anzumerken hat oder mich als miesesten Journalisten, von dem er jemals etwas lesen musste, beschimpfen möchte, muss das auf die althergebrachte Weise tun: Buchstaben aus der Zeitung ausschneiden und zusammenkleben und so. Dann einscannen und mailen.</p>
<p>Außerdem ist vielleicht dem einen oder anderen aufgefallen, dass die <a href="http://www.geschichte-mitmachen.de" target="_blank"><strong>Geschichte-mitmachen</strong></a>-Seite eine Zeitlang nicht benutzbar war, auch wenn sie auf den ersten Blick normal aussah. Das lag an einem völlig missglückten Providerwechsel nebst Serverumzug, über den ich, der ich zwar die Seite betreue, aber nicht der Domaininhaber bin, leider nicht beziehungsweise erst viel zu spät informiert wurde. Dennoch ist es mir geglückt, sie in weiten Teilen wiederherzustellen, nur ein paar Bilder und Texte sind in den ewigen Quellcode eingegangen. Dafür sind immerhin alle TV-Beiträge wieder abrufbar &#8211; zumindest sollten sie es sein. Die Seite bleibt bis auf Weiteres im work-in-progress-Status, da noch da dort ein paar Schrauben anzuziehen sind, aber sie ist immerhin wieder funktionstüchtig und durchklickbar.</p>
<p>Und damit geben wir zurück ins Studio. In welches auch immer.</p>
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		<title>Apocalypse somehow</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2012 16:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nun, für die Nachwelt muss ich nicht festhalten, wie der Tag des Weltuntergangs für mich persönlich abgelaufen ist. Entweder ist die Erde morgen weg vom Fenster, dann ist niemand mehr da, den das interessiert; oder sie geht nicht unter, und angesichts des völlig überdrehten Hypes der letzten Wochen und Monate &#8211; und speziell heute &#8211; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nun, für die Nachwelt muss ich nicht festhalten, wie der Tag des Weltuntergangs für mich persönlich abgelaufen ist. Entweder ist die Erde morgen weg vom Fenster, dann ist niemand mehr da, den das interessiert; oder sie geht nicht unter, und angesichts des völlig überdrehten Hypes der letzten Wochen und Monate &#8211; und speziell heute &#8211; will niemand für die nächsten 300 Jahre noch einmal das Wort &#8220;Weltuntergang&#8221; sehen, lesen oder hören.</p>
<p>Aber es könnte passieren, dass man morgen von Bekannten gefragt wird, wie denn mein persönlicher Weltuntergang so ablief. Da mich das bereits jetzt nervt, sorge ich vor und muss dann nur noch antworten: &#8220;Lies es doch einfach in meinem verdammten Blog nach!&#8221; Alsdann.</p>
<div id="attachment_495" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/12/apokalypse.jpg"><img class="size-medium wp-image-495" title="apokalypse" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/12/apokalypse-300x212.jpg" alt="Das apokalyptischste Bild, das ich auf meiner Festplatte finden konnte. FOTO: mno" width="300" height="212" /></a><p class="wp-caption-text">Das apokalyptischste Bild, das ich auf meiner Festplatte finden konnte. FOTO: mno</p></div>
<p><strong>0:00</strong> Der Tag der Apokalypse bricht für mich in einer Kneipe an. Der Austausch sorgfältig vorbereiteter Weltuntergangswitze mit den Anwesenden wird durch einen neu hinzukommenden Gast torpediert, der darauf hinweist, dass man noch mindestens sieben Stunden Zeit habe, da es in Mexiko erst 17 Uhr nachmittags am 20. Dezember sei. Und wenn die Maya schon so genau mit der Zeit umgegangen sind wie allgemein postuliert, dann wird man ja davon ausgehen können, dass sie sich nach der Ortszeit gerichtet haben.</p>
<p><span id="more-493"></span><strong>0:15</strong> Beschließe, die soeben erwähnte siebenstündige Galgenfrist mit Schlaf zuzubringen. Auf dem Heimweg ein erster Vorbote des drohenden Ungemachs: Die Gangschaltung meines Fahrrads geht unter. Während der erste Gang eingelegt war. Na toll – selbst so kurz vor dem Ende hört das Abstrampelnmüssen nicht auf.</p>
<p><strong>5:00</strong> SMS vom Kollegen, dass er die <a href="http://www.oldenburger-lokalteil.de/" target="_blank">Lokalteil</a>-Presseschau schon mal fertiggemacht habe. Um 5 Uhr morgens! Am Tag des Weltuntergangs! Sage bloß keiner, dass wir Lokalteilredakteure es an Einsatz mangeln lassen …</p>
<p><strong>6:00</strong> … auch wenn wir heute keine neue Titelgeschichte präsentierten. Wozu auch, wer sollte die denn noch lesen, falls das alles letztlich doch so stimmen sollte, was die Mayaspinner vorausgesagt haben. Dieses Vorgehen ist eigentlich nur konsequent. Besser als &#8211; wie so viele andere Medien &#8211; die Seiten mit einem unlustigen Ticker vollzuklatschen. Äh.</p>
<p><strong>11:20</strong> Natürlich sehe ich die erwähnte SMS von 5 Uhr erst jetzt. Wie ich das hinbekommen habe, sie trotzdem schon vorher zu erwähnen? Ganz einfach: Ich habe beschlossen, dass es blöd ist, so kurz vor dem Ende noch an solch überkommenen Theorien wie der Geradlinigkeit der Zeit festzuhalten und deshalb damit aufgehört.</p>
<p><strong>12:00</strong> In Neuseeland ist die Welt schon mal nicht untergegangen, und da ist schon der 22. angebrochen. Ist das dann überhaupt noch eine richtige Apokalypse, wenn die nicht weltweit funktioniert? Oder bloß so ein Billiguntergang vom Grabbeltisch?</p>
<p><strong>12:42</strong> Verfolge amüsiert den Weltuntergangsticker auf <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/12/20/live-blog-zum-weltuntergang-2012/" target="_blank">ScienceBlogs</a>. Der Autor berichtet, dass er innerhalb von einer Dreiviertelstunde vier „2012“-Berichte auf ARD gesehen habe. Kurzer Gegencheck: Nein, zurzeit ist auf keinem der an meinem Gerät gespeicherten 20 Programmplätze die Rede vom Untergang. Stattdessen der übliche Brei: Mittagsmagazine, Scripted-Reality-Formate, Sitcoms. So ein bisschen Apokalypse käme jetzt eigentlich ganz gelegen.</p>
<p><strong>13:13</strong> Ein Hubschrauber donnert über das Haus hinweg, nur kurz danach höre ich Sirenen von der Straße. Geht’s jetzt los? War das vielleicht ein Kampfhubschrauber, der losgeschickt wurde, um landende Aliens zu bekämpfen, die apokalyptischen Reiter oder vielleicht auch eine aztekische Gottheit, die sich &#8211; ziemlich angepisst darüber, dass die ganzen Idioten andauernd den aztekischen Sonnenstein als Mayakalender bezeichnen &#8211; in Form einer flammenspeienden Riesenechse inkarnierte und, eine Schneise der Verwüstung schlagend, auf die Stadt zubewegt? Aber warum Oldenburg und nicht Tokio?</p>
<p><strong>13:19</strong> Beim Verfassen des obigen Eintrags fiel mir auf, dass ich trotz der omnipräsenten Berichterstattung über dieses, ähm, Ereignis nirgendwo auch nur ein Sterbenswörtchen darüber gelesen habe, <em>wie</em> genau die Welt eigentlich untergehen soll. Explodiert sie spektakulär? Rast sie urplötzlich in die Sonne? Taucht ein gigantischer Meteor auf und bratzt mitten in sie rein? Oder verschwindet sie in irgendeine andere Dimension und macht dabei ein irgendwie peinlich klingendes Geräusch? Das fände ich beklagenswert &#8211; man will doch eigentlich mit Stil untergehen.</p>
<p><strong>14.33</strong> Aber jetzt geht’s los! Ein Ascheregen rieselt vom Himmel. Irgendwo muss der erste Vulkan ausgebrochen sein. Ist auch sobutz kälter geworden. Man erzähle mir nicht, das sei Schnee. Dann wäre doch alles weiß draußen.</p>
<p><strong>15.25</strong> Erste mentale Ausfallerscheinungen und Anzeichen beginnenden Wahnsinns machen sich via E-mail bemerkbar:</p>
<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/12/newsroom-mail.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-494" title="newsroom mail" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/12/newsroom-mail-300x11.jpg" alt="" width="300" height="11" /></a></p>
<p><strong>16.20</strong> Langsam muss ich mich mit dem Gedanken anfreunden, einen Bus zu besteigen, um noch rechtzeitig vor Feierabend mein Fahrrad aus der Werkstatt holen zu können. Oder nehme ich doch das Auto? Muss ja eigentlich nicht mehr auf Umweltverschmutzung achten.</p>
<p><strong>16:33</strong> Putzig, die ganzen Berichte von Journalisten, die in das Kuhkaff Bugarach gereist sind und nun über den wahnwitzigen Medienrummel lästern, der sich darin äußere, dass so viele Journalisten in das Kuhkaff Bugarach gereist sind.</p>
<p><strong>17:02</strong> Man könnte jetzt den Witz anbringen, dass der Untergang voranschreitet, weil das Licht der Sonne schwindet &#8211; aber das haben die Jungs von Spiegel Online in ihrem <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/maya-mythos-liveticker-zum-weltuntergang-a-874126.html" target="_blank">kurzweiligen Ticker</a> schon vorweggenommen. Und einige Autoren der anderen geschätzt drölf Millionen &#8211; und nicht immer restlos gelungenen &#8211; Weltuntergangsliveticker ebenfalls. Es wird allmählich langweilig, dieses ganze Geplapper.</p>
<div id="attachment_501" style="width: 308px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/12/weltuntergang-köln.jpg"><img class="size-medium wp-image-501" title="weltuntergang köln" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/12/weltuntergang-köln-298x300.jpg" alt="Screenshot: koeln-nachrichten.de" width="298" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Screenshot: koeln-nachrichten.de</p></div>
<p><strong>17:30</strong> Der Medienterror trägt erste Früchte, wie das Magazin koeln-nachrichten.de zeigt, in dessen Redaktion sich offenbar in den Punkten Formulierungswahl und Artikelillustration auch längst eine apokalyptische Scheißegalstimmung breitgemacht hat: Eine mutmaßlich von den andauernden Weltuntergangsberichten zum durchgedrehen gebrachte Frau sorgt dafür, dass die Schlagzeilenmaschinerie nicht ins Stottern gerät.</p>
<p><strong>17:58</strong> Die Nachricht über die Aussagen der National Rifle Association über die zu ziehenden Konsequenzen aus dem Amoklauf von Newtown lässt den deutlich spürbaren Wunsch entstehen, die Welt möge doch wenigstens an ein paar ganz bestimmten Orten untergehen.</p>
<p><strong>18:41</strong> Ein Blick ins TV-Programm lässt mich verwundert die Augen reiben: Nirgendwo läuft Emmerichs &#8220;2012&#8221;? Ts. Wenn nicht heute, wann dann? Stattdessen so ein B-Abklatsch namens &#8220;2012 &#8211; Das Jahr, in dem die Erde gefriert&#8221;. Super Titel. Für alle, die den anderen, also viel teureren Kinofilm zum Thema nicht kennen, erzähle ich mal schnell meine Lieblingsszene: Die Helden des Films retten sich in ein Flugzeug und bemühen sich verzweifelt, damit zu starten, während sich rings um sie die Erde auftut, ganze Gebäude in die gerade entstandenen lodernden Klüfte stürzen, überall Wahnsinn und Vernichtung herrscht &#8211; nur im Tower des Flughafens ist offenbar ein wackerer Mitarbeiter trotz allgegenwärtigen Chaos pflichtbewusst auf seinem Posten geblieben, setzt die Flugzeugbesatzung davon in Kenntnis, dass sie keine Starterlaubnis hätten &#8211; dieser Satz muss in so einer Filmszene kommen, ist vermutlich gesetzlich vorgeschrieben &#8211; und beendet seinen Funkspruch mit einem &#8220;AAaaaaah&#8221;, weil der Tower in diesem Moment in eine Erdspalte kippt.<br />
So, und nach dieser Szene wissen Sie auch, dass Sie nichts verpasst haben, wenn sie sich den Film seinerzeit geschenkt haben.</p>
<p><strong>20:20</strong> Abendessen kochen. Fettig angebrutzelte Weizeneiweißbratlinge. Um Rettungsringe muss man sich ja nun auch keine Sorgen mehr machen.</p>
<p><strong>22:47</strong> Immerhin, auf die Glotze ist halbwegs Verlass in Sachen Postapokalypse &#8211; &#8220;Falling Skies&#8221; läuft, diese merkwürdige Serie um eine von Aliens eroberte Erde, in der selbige wirkt wie ein einziger gigantischer Kasernenhof und der Nachschub an Haarshampoo niemals abreißt. Wer sich mal eine offen militärverliebte, unglaublich klischeebeladene und zugleich zum Würgen patriotisch verbrämte Serie reintun will &#8230; ach, was rede ich da, wer will das schon.</p>
<p><strong>9:00</strong> Aufgewacht. Erde immer noch da. Schade &#8211; jetzt muss ich doch noch los, zum Biomarktstand meines Vertrauens, um die bestellten Austernpilze abzuholen. Der Markt ist in der Innenstadt. Der <em>Oldenburger</em> Innenstadt. Und das nicht nur am letzten Adventssamstag, sondern gar am letzten Shoppingtag vor Weihnachten überhaupt. Naja, immerhin wird sich das ungefähr so anfühlen wie die Panik, die ausbrechen würde, wenn wirklich die Apokalypse einträfe: Zigtausende von gefährlich aggressiv gestimmten Leuten, die mit wirrem Blick planlos umherlaufen und sich dabei gegenseitig aus dem Weg checken. Hätte ich mir gerne erspart.</p>
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		<title>Die bayerische Reise</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Nov 2012 14:59:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Mit Sicherheit gibt es auch einen Film mit dem Titel &#34;Wo der Wildbach rauscht&#34;. FOTO: mno</p> <p>Der nur bedingt der Abwechslung sowie in keinerlei Hinsicht der Erholung geschuldete jährliche Aufenthalt im Freistaat Bayern ist in diesem Jahr etwas umfangreicher ausgefallen. Umfangreich genug, um auch mal einen auf Goethe zu machen, auch wenn&#8217;s für Italien [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_462" style="width: 235px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-wildbach.jpg"><img class="size-medium wp-image-462" title="bayern wildbach" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-wildbach-225x300.jpg" alt="Mit Sicherheit gibt es auch einen Film mit dem Titel &quot;Wo der Wildbach rauscht&quot;. FOTO: mno" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Mit Sicherheit gibt es auch einen Film mit dem Titel &quot;Wo der Wildbach rauscht&quot;. FOTO: mno</p></div>
<p>Der nur bedingt der Abwechslung sowie in keinerlei Hinsicht der Erholung geschuldete jährliche Aufenthalt im Freistaat Bayern ist in diesem Jahr etwas umfangreicher ausgefallen. Umfangreich genug, um auch mal einen auf Goethe zu machen, auch wenn&#8217;s für Italien nicht ganz gereicht hat &#8211; ein nachgereichtes Tagebuch.</p>
<p><span id="more-460"></span><strong>Tag 1:</strong> Kaltenberg. Der Ort trägt seinen Namen zu Recht; passender wäre noch Nasskaltenberg. Selbst im Juli wird es nachts mitunter so frisch, dass man seinen Atem sieht. Geweckt wird man hier entweder vom Krach, mit dem der Regen auf das Wagendach hämmert, oder – seltener – davon, dass bereits um sechs Uhr morgens 50 Grad im Auto herrschen. Auch das gibt es hier. Hält die Leute vermutlich gesund, Hitzeschlag hilft wahrscheinlich gegen Lungenentzündung.</p>
<p>Ich kaufe Vorräte fürs bevorstehende Mittelaltermarktwochenende ein, was gar nicht so einfach ist, da die Straße, die durch den nächstgelegenen Ort führt, wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Der Getränkemarkt befindet sich auf der einen, der Supermarkt auf der anderen Seite der Baustelle, und obwohl sie vielleicht einen Dreiviertelkilometer auseinanderliegen, muss man, um von einem zum anderen zu kommen, zehn Kilometer über die Dörfer fahren. Was ich schicksalsergeben tue, denn nur im Getränkemarkt gibt es Jever, und wer hätte nicht gerne ein Stück Heimat in der Hand, wenn er abends in den Regen starrt?</p>
<p>Es gibt einen Käse mit Namen „Birkenstock“, und wer mal Zivi in einem Krankenhaus war, findet diese Namensgebung nicht wirklich appetitlich. Vielleicht möchten die Mäuse ja welchen? Auf dem verdorrten Wiesengrundstück, das als Parkplatz dient, müssen, gemessen an der Zahl der Erdlöcher, Millionen von ihnen leben. Eine verschwindet gerade im nächstbesten Loch, als ich die Wagentür öffne. Ich bezweifele, dass das zufällig ihr eigener Bau war. Haben die eventuell eine Art öffentliches Luftschutzbunker-System? Mal einen Biologen mit Nebenfach Militärgeschichte fragen.</p>
<p><strong>Tag 4:</strong> Um nach zweieinhalb Tagen Dauerregen die Kälte aus den Knochen zu bekommen &#8211; schließlich friste ich mein Dasein in einem nur unzulänglich an moderne Lebensqualität angepassten Kraftfahrzeug -, plane ich den Besuch einer Therme. Im nicht weit entfernten Bad Wörishofen gibt es eine. Die Bewohner des Städtchens scheinen im Durchschnitt 65 Jahre alt zu sein und ihre Hauptbeschäftigung darin zu bestehen, Durchreisenden argwöhnisch hinterherschauen. Vermutlich schätzt man Fremde hier nicht. An den Straßen wechseln sich Seniorenresidenzen und Kurhotels ab, Sanitärgeschäfte laden zum – Achtung, Bratwurst – Shoppingerlebnis ein und die Fußgängerüberwege scheinen hier breiter und die Grünphasen länger zu sein als anderswo. Bad Wörishofen ist offensichtlich das Florida Süddeutschlands. Wohl weil man in fortgeschrittenem Alter Veränderungen noch weniger schätzt als Fremde, gibt es in Bad Wörishofen ein offizielles Verkehrsschild, das den Weg zum „Postamt“ weist; allerdings sollte ich in den kommenden Tagen feststellen, das dieses Schild nicht das einzige seiner Art ist. Mich hätte interessiert, was man in diesem Ort abends so machen kann; vermutlich Bingo spielen. Ich entscheide mich aber nach kurzer Überlegung (3,7 Sekunden) dafür, ihn bereits nachmittags wieder zu verlassen.</p>
<p>In der Therme eine sichere Methode entwickelt, mit der man festzustellen kann, wo man sich am Wochenende überall verletzt hat, ohne es bemerkt zu haben: Man lege sich einfach ins Solebecken. Das mit dem „Salz in die Wunden“ ist nicht nur so eine Redewendung. Die Besucherstruktur ist dieselbe wie in Bad Wörishofen; ich stelle eine gewisse Diskrepanz zum Werbeflyer der Therme fest, der beinahe ausschließlich junge, knackige Besucher zeigt. Vor allem auf den Bildern des „Saunaparadieses“. Auch die Zahl der abgebildeten Palmen stimmt nicht wirklich mit der der tatsächlich vorhanden überein, aber was soll&#8217;s – Hauptsache, das Wasser ist warm. Der unmotivierteste Wassergymnastiktrainer der Welt steht auf einer Plattform über dem Hauptbecken, macht mit ein paar Styroporwürsten Übungen vor und verflucht sein Leben. Zumindest sieht er so aus. Vielleicht träumt er nachts vom Durchbruch als Moderator einer Anrufspielshow.</p>
<p><strong>Tag 5:</strong> Landsberg am Lech. Eine Stadt, die aussieht, als hätte sie jemand von einer Modelleisenbahnanlage gemopst und zur Originalgröße aufgepumpt. Hier ist auch in etwa so viel los wie in einem Modelleisenbahnstädtchen – was nicht heißt, dass vereinzelt unbewegliche Figuren hingeklebt worden wären, um eine belebte Innenstadt zu simulieren. Hier wird nicht einmal simuliert; man sieht am frühen Abend einfach gar niemand auf den Straßen, nur in den wenigen geöffneten Cafés sitzen hier und da Gestalten und beobachten die Büsche, die durch die Fußgängerzone wehen. Vom Versuch, hier einen öffentlich zugänglichen und funktionierenden Wlan-Hotspot zu finden, erzähle ich ein anderes Mal. Oder auch nicht.</p>
<p>Ein Schild am Ortseingang preist „Schrobenhausener Kartoffeln“ an. Ich weiß nicht, ob es ein Qualitätsmerkmal für eine Kartoffel ist, in Schrobenhausen aus der Erde geklaubt worden zu sein und nicht, sagen wir, im benachbarten Langenmosen. Die Wikipedia führt in der Liste bedeutender Schrobenhausener Persönlichkeiten einen Wolfgang Mottl als „Pionier der Kartoffelzucht in Europa“ auf. Na dann. Wir fahren in den folgenden Tagen noch ein gutes Dutzend Male an dem Schild vorbei, denn auch Landsberg ist durch eine Baustelle mitten im Ortskern in zwei Teile getrennt, zwischen denen man per x Kilometer langem Umweg verkehren muss. Scheint eine bayrische Eigenheit zu sein. Vielleicht pinkelt man auf diese Weise traditionell der Nachbarkommune, die dann mit dem ganzen Umleitungsverkehr klarkommen muss, ans Bein.</p>
<p>Kurz überlegt, eine Nacht hierzubleiben und mir Pommes aus Schrobenhausener Kartoffeln zu Gemüte zu führen, aber den Plan geändert, nachdem sich, als ich am örtlichen Campingplatz gerade die Preisliste studierte, eine trotz Einhaltung der aufgeführten Öffnungszeit verschlossene Tür am Rezeptionshäuschen öffnete, ein vergrelltes Frauengesicht herauslugte und mich anbellte, was ich denn – ich zitiere – hier wolle.</p>
<p>Später einen Campingplatz bei München aufgesucht. Hat schon bessere Tage gesehen. Also der Campingplatz. München sieht so aus wie gewohnt; blankgewienert, die Straßen mit Blattgold überzogen und die Bürgersteige mit frischen Juwelen bestreut. Auf dem Campingplatz gibt es immerhin Wlan, allerdings kann ich mich aus irgendwelchen Gründen nur per Internet-Explorer einklinken. Sofort einen Trojaner eingefangen. Abends Kabarett mit Andreas Rebers in einer kleinen Münchner Kneipe gesehen und sogleich auf der Liste &#8220;Dinge, die man in München besser tun kann als anderswo&#8221; verbucht.</p>
<p><strong>Tag 7:</strong> München, Westfriedhof. In der Stadt scheinen Akademiker entweder einen besonderen Stolz oder keine besonders hohe Lebenserwartung zu haben – jedenfalls weisen überdurchschnittlich viele Namen auf den Grabsteinen den Zusatz „Dr.“ auf. Am Eingang steht ein Automat, an dem man sich Grablichter ziehen kann. Prima Idee eigentlich. Und ausbaufähig. Denkbar wären noch ein Blumenstraußautomat, ein Unkrautvernichtungsmittelautomat und ein Automat, an dem man einfach fünf Euro einwirft und dafür einen Beleg bekommt, dass man dagewesen ist und mit dem so erworbenen guten Gewissen, den Ahnen den gesellschaftlich erwarteten Respekt erwiesen zu haben, gleich wieder umdrehen kann. Anschließend Tollwood-Festival: Hier ist, wie überall in München, alles etwas edler; daher werden mir meine erworbenen Souvenirs in Ausgaben der Süddeutschen Zeitung eingewickelt statt in profane Anzeigenblätter.</p>
<p><strong>Tag 8:</strong> Bedingt durch einen Zwangsaufenthalt in einem Arztwartezimmer einen Blick in die ausliegende und Monate alte Presse geworfen. Der <em>Focus</em> lässt einen Theologen sagen, wie er die ungarischen Klerikalprotofaschisten um Orban findet (gut, weil christlich), und eine Operetten-Erbin, was sie vom Ablauf von Urheberrechten hält (scheiße, weil Einnahmen futsch). <em>Men&#8217;s Health</em> gibt Tipps, wie man aber auch jede Frau ins Bett kriegt, und schafft dabei eine mustergültige Symbiose aus Klischeebedienung und Pornofantasie. Wenn ich es richtig zusammenbekomme, soll eine Mischung aus Stalkertum und Münchhausensyndrom helfen. Bemerkenswerterweise versucht es auch der <em>Cosmopolitan</em> mit Sex auf der Titelseite, aber aus Frauensicht und schafft es dabei nicht so richtig, die Trennlinie zwischen redaktionellem Beitrag und Buchwerbung einzuhalten.</p>
<p>Abends an irgendeinem Flüsschen gesessen, Bier getrunken und aus dem Stegreif ein Drehbuch zu einem Wildwestporno improvisiert. Bier ist schuld. Nein, wohl doch eher Men&#8217;s Health.</p>
<p><strong>Tag 9:</strong> Ich habe aus dem zusehends unwiderstehlichem Drang heraus, meinem Nomadendasein durch die zwischenzeitliche Aufnahme einer warmen Mahlzeit zumindest vorübergehend einen Hauch von Zivilisiertheit zu verleihen, zum ersten Mal in meinem nun auch nicht mehr ganz so jungen Leben eine Fünf-Minuten-Terrine zubereitet. Lassen Sie es mich, um mich nicht wegen des Vorwurfs der Schmähkritik juristisch angreifbar zu machen, so formulieren: Sie schmeckt genau so, wie ich es mir in all den Jahren vorgestellt hatte.</p>
<p>Die folgenden sozialen Interaktionen mit verschiedenen Leuten deuten darauf hin, dass die Uno irgendwann für dieses Datum den „Welttag des Herumnölens“ ausgerufen zu haben scheint &#8211; nur ich habe es wieder mal nicht mit-, dafür aber abbekommen. Ob man ihn auf Antrag erweitern könnte zu „Welttag des Herumnölens, das von einem Klatschen gefolgt wird, bei dem es sich nicht um Beifall handelt“? Ach was, wahrscheinlich legen die Russen ohnehin wieder ihr Veto ein.</p>
<div id="attachment_466" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-wäsche.jpg"><img class="size-medium wp-image-466" title="bayern wäsche" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-wäsche-300x225.jpg" alt="Frisches Schwarz. Wie man sich mit einem simplen Waschtag auf einem Campingplatz verdächtig macht. FOTO: mno" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Frisches Schwarz oder: Wie man sich mit einem simplen Waschtag auf einem Campingplatz verdächtig macht. FOTO: mno</p></div>
<p><strong>Tag 11:</strong> Das Experiment mit der Therme wiederholt. Im Solebad neue Kratzer und Schnitte entdeckt. Im Restaurantbereich wird tatsächlich Bingo gespielt: Eine Thermenmitarbeiterin mit trotz der Umgebungswärme festgefrorenem Lächeln versucht, daraus eine spannende Show zu machen und dabei tapfer zu übersehen, dass nur zwei Damen mitspielen, und das offensichtlich nicht einmal aus Langeweile, sondern aus reiner Höflichkeit heraus.</p>
<p>Gegen drei Uhr nachmittags fällt der Altersdurchschnitt rapide. Junge Menschen strömen aus der Schule oder von ihren Arbeitsplätzen, von denen sie sich mit irgendeinem Alibi früher verabschiedet haben, in die Therme; ältere Besucher verlassen sie binnen kurzer Zeit. In Bad Wörishofen gibt es um diese Zeit vermutlich Abendessen. Vielleicht wissen sie aber auch schon, dass es zu fortschreitender Stunde immer weniger ums Baden, sondern mehr ums Posen geht. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hege ich die Vermutung, dass am Eingang mittlerweile Rausschmeißer dafür sorgen, dass nur noch Leute hineinkommen, die es auch auf den Werbeflyer des Bads geschafft hätten. Ich bin froh, dass ich schon drin bin; verdünnisiere mich alsbald aber trotzdem, bevor die Stylepolizei kommt und mich nach draußen befördert.</p>
<p><strong>Tag 12:</strong> Der Tag fängt schon mit schlechten Nachrichten per Email an, und dann breche ich mir auch noch einen Zeh. Mist. Blöde Flipflops. Ich hätte auf meine Instinkte hören sollen. Jene Instinkte, die seit Jahrtausenden das Überleben der Spezies sichern: Man meide alles, was mehr als vier oder weniger als zwei Beine hat (könnte giftig sein), alles, was beim Hinabschauen Schwindel verursacht (könnte tief runtergehen) und alles, was nicht wie ein Schuh, sondern wie ein Fladenbrot mit Einmachgummiband aussieht (könnte dem Fuß beim Kontakt mit einem Holzklappstuhl zum Nachteil gereichen).</p>
<p>Warum besitze ich eigentlich welche? Ich mag das Geräusch, das die Dinger beim Gehen machen, doch gar nicht. Ich hasse es sogar, seit ich meine Magisterarbeit verfasst habe. Das war auch in den Sommermonaten, und zwar in der Unibibliothek, in der es erstaunlich still war – bis auf gelegentliches Handyklingeln, gefolgt vom kurzen Aufschrei des Angerufenen, der meiner rächenden Hand zum Opfer fiel, und dem omnipräsenten Geflipfloppe des witterungskonformen Schuhwerks.</p>
<p>Zwischenstopp an einem Campingplatz am Ammersee, der wie immer riecht, als würde er zweimal pro Tag umkippen, und zwar morgens und abends vor den Mahlzeiten. Ich hatte ganz vergessen, vielleicht auch verdrängt, dass Campingplätze das klassische Experimentierfeld pubertierender Teenager sind, die ihre ersten Gehversuche im Balzverhalten machen. Bemitleidenswert, wie sie sich, vollständig hormonüberflutet – was ihr Verhalten allerdings keineswegs entschuldigt – und von körpereigenen Drogen ferngesteuert über den Platz bewegen und total ernsthafte Gespräche darüber führen, wer wann wie lange mit wem gesprochen hat. In Gegenwart von Mädchen, heißt das. Jungs machen einen auf dicke Badehose, labern Leute, die biologisch ihre Eltern sein könnten, krumm von der Seite an und haben nicht die geringste Ahnung davon, wie knapp sie einem grausamen und schmerzhaften Ende entrinnen; und das nur aufgrund meiner ausufernden Großmütigkeit.</p>
<p>Fühle mich dennoch irgendwie betrogen: Der Campingplatz, auf dem ich in meiner Jugend unzählige Wochen zubrachte, war zu klein für sowas, der Pool an potentiellen Kandidatinnen zum Austausch von Spucke viel zu überschaubar, die Bevölkerung zu alt, die Grundstimmung zu spießig. Nur einmal lernte ich dort Gleichaltrige kennen, zwei an der Zahl, beide Jungs, und beide waren doof.</p>
<p>Ich entwickle tiefsitzende Hassgefühle gegen Sanitäranlagen, bei denen das Wasser durch das Drücken eines Knopfes zum Laufen gebracht werden muss und das dann genau 1,4 Sekunden lang tut. Abends neue persönliche Bestmarke in der Trendsportart „Bei einer Rasur an möglichst vielen verschiedenen Stellen Blut ziehen“ aufgestellt.</p>
<p><strong>Tag 13:</strong> Murnau. Ein in weiten Teilen erfrischend unpittoresker Ort, in dem selbst das Schloss, wie es in einem Anflug von unangebrachtem Lokalpatriotismus genannt wird, eher wie ein normales Haus aussieht, wenn auch ein ziemlich großes. Für irgendwas war Murnau doch bekannt – für was denn nur? Für den gleichnamigen Regisseur? Für die kitschigen Wandmalereien? Dafür, dass Autos, die älter als drei Jahre sind oder seit mehr als drei Tagen nicht gewaschen wurden, offenbar sofort von den Behörden eingezogen werden? Tatsächlich heftet sich bald nach dem Ortseingangsschild ein Streifenwagen an die Stoßstange unseres hier und da mit Reparaturblechen ergänzten Busses, lässt aber von uns ab, als wir an einem örtlichen Supermarkt anhalten und mit dem dort getätigten Einkauf (Schokolade und Gummibärchen) Anrecht auf einen Parkplatz erwerben sowie die örtliche Wirtschaft voranbringen.</p>
<p>Aber wir waren ja bei der Frage, wofür Murnau berühmt ist. Für die Vielzahl an Kreuzungen, an denen es vollkommen ausgeschlossen ist, jemals nach links auf die Vorfahrtsstraße zu kommen, ohne sein Auto existentiellen Bedrohungen auszusetzen? Wenn ich es mir recht überlege, könnte das die Erklärung dafür sein, dass man hier sonst nur Neuwagen sieht. Halt, ich weiß wieder: Murnau ist für den „Blauen Reiter“ bekannt. Allerdings wohl nicht für die Ausstellung dazu. Ein überschaubarer Raum, bisschen Beckmann, bisschen Kandinsky, viel Münter, weil die Dame hier gestorben ist.</p>
<p>Um einem ähnlichen Schicksal zu entgehen, mache ich mich wieder auf den Weg Richtung Süden. Irgendwann schieben sich die Alpen wie eine gigantische Sichtblende über den Horizont. Ich habe zu viele Heimatfilme in meinem Leben gesehen, um den Bergen, den darin verstreuten Dörfern und den holzvertäfelten und geranienverzierten Balkonen der Häuser noch etwas abgewinnen zu können. Berge halt. Habe ich schon mal gesehen. Auf Kreta zum Beispiel, und da wurden mir die Balkone erspart. Das mit den Heimatfilmen geschah, das sei kurz erwähnt, höchst unfreiwillig. Eine traurige Geschichte, die sich vor der Marktreife des Videorecorders zutrug und die an anderer Stelle zu erzählen ist. Ich passiere eine Unterführung, an dessen Einfahrt stolz ein Reichsadler prangt. „Erbaut 1935“, informiert mich ein Schriftzug. Das dazugehörige Hakenkreuz ist weggemeißelt, aber dieser und die nächsten paar Tunnel sehen tatsächlich so aus, als würden abends die Drehbänke hineingeschoben und Granaten für die Ostfront fabriziert.</p>
<p>In Garmisch-Patenkirchen angekommen, einer Stadt, die vornehmlich von Touristen und Nacktschnecken bewohnt wird. Beide Gruppen halten sich an eine Absprache, dass sie nacheinander die Straßen bevölkern, nicht gleichzeitig. Das offizielle Hochklappen der Bürgersteige scheint den Schichtwechsel einzuläuten. Ich fahre an der Olympiaanlage vorbei, die architektonisch ebenfalls stark nach Drehbänken und Granaten aussieht. Also die Anlage am Fuß der Schanze, die selbst einfach nur ziemlich grotesk wirkt, so ohne Schnee. Immerhin hat sich die Auswahl der Flaggen an den Masten seit 1936 signifikant erweitert.</p>
<p>Die Zugspitze ist mein Ziel, allerdings eines, das ich nach einem Blick in einen Prospekt mit den Preisen für die Seilbahn wieder in Frage stelle. Ein freundlicher Einwohner riet mir, einfach von der österreichischen Seite aus hochzufahren, das sei billiger. Ihm gehörte der Grund und Boden, auf dem wir dieses Gespräch führten; und er sagte, er sei noch nie auf der Zugspitze gewesen. „Ich bin doch nicht wahnsinnig und gebe fuffzich Euro dafür aus!“ Kein Wunder, dass es von Österreich aus günstiger ist – „höchster Gipfel Deutschlands“, da lachen die doch drüber! Die haben knapp tausend andere, die höher sind als die Zugspitze, da können sie sich den Gag leisten, Deutsche zum Sonderpreis auf ihren eigenen Nationalberg zu karren.</p>
<div id="attachment_461" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-zugspitze-pylon.jpg"><img class="size-medium wp-image-461" title="bayern zugspitze pylon" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-zugspitze-pylon-300x225.jpg" alt="Nix für mich. FOTO: mno" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Nix für mich. FOTO: mno</p></div>
<p><strong>Tag 14:</strong> Die fremdartigen Leitpfosten am Wegesrand weisen darauf hin, dass wir uns im Stammesgebiet der wilden Ösis befinden. Sie sind derzeit aber friedlich. Tatsächlich sind die Seilbahntickets günstiger, kosten aber immer noch mehr als die für den Besuch einer normalen Schiffschaukel. Warum ich diesen seltsamen Vergleich wähle? Steigen Sie in die Seilbahn und finden Sie es selbst heraus, wenn Sie die Pylone passieren. Hatte ich erwähnt, dass ich unter Höhenangst leide?</p>
<p>Die Grenze zwischen Österreich und Deutschland verläuft über die Zugspitze. Man kann mit einem Blick feststellen, in welchem der beiden Länder man sich gerade befindet, auch wenn die Auswahl im Restaurant keine eindeutigen Hinweise auf den Kulturkreis liefert (Bratwurst, Frankfurter Würstchen, Weißwurscht): Da, wo sich keine Sau aufhält, ist Österreich. Und da, wo sich die Leute gegenseitig auf den Füßen herumstehen und sich die Zahl der pro Stunde vertilgten Würste, Würstl und Wurschte nach tausenden bemisst, ist Deutschland. Man kann aber auch einfach danach gucken, wo das Gipfelkreuz steht. Das sieht man auch nur von der deutschen Seite – nehmt das, ihr Alpenrepublikaner!</p>
<p>Ich scheine der einzige zu sein, der sich mit einer zu den umgebenden Wolken passenden Gesichtsfarbe stur von den Geländern fernhält und dessen Bewegungsradius einer asymetrischen Fläche entspricht, deren Kanten in mindestens fünf Metern Abstand zu den Rändern verlaufen. Nur ein kleiner Hund scheint ähnlich zu fühlen wie ich, er zerrt verzweifelt an seiner Leine, in entgegengesetzter Richtung zum Geländer. Hilft ihm nicht, Frauchen packt ihn und schleppt das winselnde Fellbündel zum gähnenden Abgrund, damit der Wauwau auch mal was von der Welt sieht. Das bliebt mir erspart, mein Frauchen kann mich nicht schleppen. Aber warum ist mein einziger Leidensgenosse ein Hund, der es vor lauter hektischem Gekläffe nicht einmal hinbekommt, sich einfach in eine erlösende Ohnmacht zu flüchten? Hat denn keiner außer mir heutzutage noch Höhenangst, ist sie nicht mehr bloß frustrierend, sondern jetzt auch noch altmodisch? Irgendwann dämmert es mir: Ich bin der einzige, der doof genug war, trotz Höhenangst hier überhaupt erst heraufzufahren. Keine Raketenwissenschaft, darauf zu kommen, aber die Luft ist hier sehr dünn; ihr Sauerstoffgehalt reicht nicht, um mein Gehirn und all die mit Würsten beschäftigten Digestivsysteme gleichzeitig adäquat zu versorgen.</p>
<p>In den Flyern und Plakaten werden alle denkbaren Wortspiele, die sich aus „Zugspitze“ ableiten lassen, in ermüdender Weise breitgetreten. „Das ist Zugspitze!“ Hoho. Ich hätte da auch noch einen: „Wir haben Zugspitzenpreise!“ Eine fotografische Selbstschussanlage gibt jedesmal, wenn sie betätigt wird – also auch jedesmal, wenn irgendein Gör den großen roten Auslöseknopf entdeckt und das Naheliegende damit anstellt – ein unfassbar nervtötendes Piepen von sich. Sie relativiert das Alpenidyll ein wenig. Allerdings nicht so sehr wie der omnipräsente Würstchendampf.</p>
<p>Am obersten Pylon der Seilbahn, die in eine nackte Felswand gedengelt wurde, arbeiten Leute. Es muss der schlimmste Job der Welt sein. So aus meiner Perspektive. Vielleicht lassen sie aber auch Indianer dafür einfliegen. Der Pylon steht schief, was meinem Sinn für Stabilität aufs gröbste widerspricht. Am besten nicht darüber nachdenken, schließlich muss ich das Ding auf dem Rückweg noch einmal passieren. Stattdessen werfe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Schneeball im Juli. Leider kann man von der Plattform, auf der sich die Schneewehe befindet, die Schlange an der Freßbude nicht treffen.</p>
<p><strong>Tag 15:</strong> Über die „Romantische Straße“ geht es zurück. Sie ist wirklich romantisch. Rosig schimmert der Asphalt, bunt leuchten die Blümelein am Wegesrand, und auf kleinen Schildchen in den Kurven sind rote Herzen auf weißem Grund gemalt. Bei näherem Hinsehen stelle ich allerdings fest, dass es doch bloß Richtungspfeile sind. Vielleicht Nachwirkungen der Höhenluft. Oder des Weizenbiers, sowas macht mich immer müde. Die Existenz der herumflatternden dicken Kinder mit Pfeil und Bogen muss ich daher wohl auch anzweifeln.</p>
<p>Würde ich versuchen, die Landschaft zu beschreiben, die ich gerade durchfahre – es klänge wie eine Beschreibung des Auenlandes: Die Felder sind bestellt, die Gärten – nein: die Geranienkästen – stehen in voller Blüte, die Bewohner schauen satt und zufrieden drein, während sie ihre Auffahrten fegen. Nur heißen die Orte hier nicht „Hobbingen“, sondern „Achselschwang“ und ich möchte nicht wissen, wie das winzige Kaff zu diesem Namen gekommen ist.</p>
<p>In Ettal gibt es ein berühmtes Kloster. Berühmt vielleicht wegen seiner Ausmaße: Das Größenerhältnis zwischen dessen Kuppel und den umgebenden normalen Wohnhäusern wirkt grotesk. Die Leute können froh sein, dass es seinerzeit noch kein Bauordnungsamt gab, das hätte so etwas nie erlaubt und der Ort hätte es nie in die Kreuzworträtsel dieser Welt geschafft. Die Einwohner müssten dann ihr Dasein mit dem Verkauf von „Dirndl und Lederhos&#8217;n“ verdienen. Obwohl: Machen sie auch so.</p>
<p>In Oberammergau wird mein Auto von lauter blutverschmierten Jesusdarstellern umringt, die mich bekehren oder mir wenigstens Eintrittskarten für die Passionsspiele verkaufen wollen. Nur mühsam kann ich sie mit Dawkins-Zitaten abwehren, aber als mir diese ausgehen – ist schon etwas her, dass ich was von ihm gelesen habe – gebe ich einfach Gas und hoffe, nicht über heruntergefallene Nägel oder Dornen zu fahren. Die enttäuschten Messiasse werfen mir Passionsspiele-Handyhalter, Passionsspiele-Kühlschrankmagneten und Sandalen hinterher. Da ich sehe, dass es sich nicht um offizielle Passionsspiele-Sandalen handelt, merke ich, dass ich träume. Weizenbier macht mich wirklich, wirklich müde.</p>
<p>Unterammergau ist kleiner als Oberammergau, hat aber immerhin eine Sommerrodelbahn.</p>
<p><strong>Tag 16:</strong> Zeh sieht besser aus. Vielleicht doch nicht gebrochen. Es müsste so eine Art Farbtafel geben, die eine erste Selbstdiagnose ermöglicht, so ähnlich wie bei Schwangerschafts- oder Drogentests, nur ohne Urin. Mein Zeh hat ein liebliches fliederviolett angenommen, mit einem Stich milkalila. Angebrochen? Geprellt? Simples Hämatom? Spontaner Anfall von Heulsusigkeit? Man weiß es nicht. Ich entlasse meine Flipflops aus der Untersuchungshaft.</p>
<p>Während das eine Nachbardorf den Verkehrsstrom nach Kaltenberg &#8211; wir befinden uns mal wieder auf dem Weg zum Marktgelände &#8211; rechtzeitig zur Großveranstaltung abgeschnitten hat, wirbt das andere Nachbardorf auf einem großen Schild mit dem bevorstehenden Bau einer schnellen DSL-Verbindung. Es gibt nur ein solches Schild, es steht am Ortseingang Richtung Kaltenberg, wo man – gemessen an der dortigen Verbindungsgeschwindigkeit per UMTS beziehungsweise der Wahrscheinlichkeit, überhaupt eine Verbindung hinzubekommen – mutmaßlich im Wesentlichen per Trommeln kommuniziert. Ich frage mich allmählich wirklich, ob das Miteinander zwischen den Gemeinden hier besonders herzlich ist.</p>
<p><strong>Tag 18:</strong> Diese braunen Tourismus-Schilder an der Autobahn werden auch immer zahlreicher. In manchen Abschnitten stehen drei, vier von ihnen im Abstand von wenigen hundert Metern; und parallel zum Anstieg ihrer Zahl scheint die Interessantheit der Dinge, auf die sie hinweisen, abzunehmen. Ich warte nur auf Schilder mit Aufschriften wie „Feld-, Wald- und Wiesendorf Oberdeppensau“ oder „Hinterwalding – das Kaff in der Nähe der Autobahn“.</p>
<p>Mangels eines Sohnemanns, der sich durch sowas beeindrucken ließe, spendiere ich dem Jungen in mir selbst einen Abstecher in die Flugwerft Schleißheim. Nach kurzer Verwunderung darüber, dass bereits der erste Eurofighter im Museum gelandet ist, fliege ich eine Runde mit dem Simulator. Eigentlich wollte ich dem mäßig ambitionierten Fluglehrer zeigen, was eine Harke ist, schließlich können ein paar Hundert Flugstunden mit diversen Simulatoren in meiner Jugend Maienblüte nicht umsonst gewesen sein. Aber der Museumsmitarbeiter übernimmt ungefragt und nach außen unersichtlich das komplette Landemanöver. Traut er mir nicht? Denkt er gar, ich würde das Flugzeug in ein Hochhaus lenken, wegen der langen Haare und so? Dabei kann er ganz beruhigt sein – die Landschaft, die wir per Microsoft Flight Simulator (der so zuverlässig stabil läuft wie andere Produkte des Hauses) überfliegen, ist die Antilleninsel St. Maarten, und auf der gibt es keine richtigen Hochhäuser. Dafür vermutlich eine ganze Reihe All-inclusive-Hotels, und wer schon mal in einem karibischen All-inclusive-Hotel war, könnte durchaus den Drang verspüren, es zumindest virtuell von der Karte zu tilgen.</p>
<p>Mein Rückweg führt mich durch die Zone. In Thüringen mache ich aus, äh, „Gründen“ Zwischenstopp im Tal der schwarzen Dörfer: Wir befinden uns im Schiefergebirge, und nahezu jedes Haus ist zumindest teilweise mit dem Zeug verkleidet, sogar die Kirchen. Anderswo gilt Schiefer als edles und teures Baumaterial; hier wirkt es, als würden die Bewohner von schiefernen Tellerchen essen, ihre Köpfe nach erledigtem Tagwerk auf schiefernen Kissen betten und sich vielleicht auch Schieferkrümel in den Kaffee streuen. Entlang der Autobahn Richtung Norden erneut eine erkleckliche Anzahl an touristischen Hinweisschildern, aber man sieht abseits der Straße kaum je irgendetwas anderes außer Windrädern, Gewerbegebieten oder Ruinen von Fabriken. Später sieht man Magdeburg, aber das ist rein optisch auch keine wirkliche Verbesserung.</p>
<div id="attachment_463" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-zugspitze-alpendohle.jpg"><img class="size-full wp-image-463 " title="bayern zugspitze alpendohle" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/11/bayern-zugspitze-alpendohle.jpg" alt="Abflug. FOTO: lg" width="600" height="450" /></a><p class="wp-caption-text">Abflug. FOTO: lg</p></div>
<p><strong>Tag 19:</strong> Wieder zuhause. Fühle mich wie nach einer langen Expedition, wozu auch der Eindruck beitragen mag, der sich aus dem Umstand ergibt, dass das Nachbarhaus in der Zwischenzeit verschwunden ist. Oder schlicht daraus, dass die Dusche hier solange läuft, wie ich will und die Zubereitung von Kaffee keinerlei steinzeitliches Werkzeug erfordert. Und das ist doch auch was. Aber wenn ich schon mit einem Goethe-Bezug einsteige, will ich mich ganz goetheesk auch mit einem lyrischen Kleinod verabschieden &#8211; da allerdings Ovids Elegie nicht ganz passen mag, muss es eben das hier tun: &#8220;Oa Zwetschgn im Batz dadatscht und oa im Batz dadatschte Zwetschgn gaabatn zwoa batzige dadatschte Zwetschgn und an batzign Zwetschgndatschi.&#8221; In diesem Sinne.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Analoger Spam</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 13:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>*Tüdelüdelüt*</p> <p>Ich: &#8220;Gartung und Nolte hier, hallo?&#8221; Fremde Frauenstimme: &#8220;Hallo, Herr Gartenolde. Ich habe Ihre Anzeige gesehen im, äh, in den Oldenburger Kleinanzeigen, dass Sie Mittelalterromane verkaufen.&#8221; Ich: &#8220;Ja, in der Tat. Da haben wir eine ganze Auswahl.&#8221; Sie: &#8220;Ah, ha, ha. Für fünf Euro das Stück, wie ich gesehen habe?&#8221; Ich: &#8220;Ja, je nachdem, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>*<em>Tüdelüdelüt</em>*</p>
<p><strong>Ich:</strong> &#8220;Gartung und Nolte hier, hallo?&#8221;<br />
<strong>Fremde Frauenstimme:</strong> &#8220;Hallo, Herr Gartenolde. Ich habe Ihre Anzeige gesehen im, äh, in den Oldenburger Kleinanzeigen, dass Sie Mittelalterromane verkaufen.&#8221;<br />
<strong>Ich:</strong> &#8220;Ja, in der Tat. Da haben wir eine ganze Auswahl.&#8221;<br />
<span id="more-381"></span><strong>Sie:</strong> &#8220;Ah, ha, ha. Für fünf Euro das Stück, wie ich gesehen habe?&#8221;<br />
<strong>Ich:</strong> &#8220;Ja, je nachdem, in welchem Zustand.&#8221;<br />
<strong>Sie:</strong> &#8220;Ja, hören Sie, ähm, ich weiß jetzt nicht, ich rufe zum ersten Mal jemanden deswegen an. Also, ich möchte Ihnen nämlich auch etwas verkaufen.&#8221;<br />
<strong>Ich, konsterniert den Hörer anstarrend:</strong> &#8220;Was?&#8221;<br />
<strong>Sie:</strong> &#8220;Ja, ich hätte auch was zu verkaufen.&#8221;<br />
<strong>Ich, betont angeätzt:</strong> &#8220;Äh-häääh&#8230;&#8221;<br />
<strong>Sie:</strong> &#8220;Ja, und zwar&#8230;&#8221;<br />
<strong>Ich:</strong> &#8220;Sie haben meinem Tonfall soeben entnommen, dass ich vor Begeisterung Luftsprünge mache, nehme ich an?&#8221;<br />
<strong>Sie, jovial lachend:</strong> &#8220;Ja, das habe ich gehört, hahaha! Klang wirklich begeistert, hihi!&#8221;<br />
<strong>Ich:</strong> &#8220;Und trotzdem lassen Sie nicht locker, Respekt. Was wollen Sie mir denn verkaufen?&#8221;<br />
<strong>Sie:</strong> &#8220;Reinigungsmittel für Fenster und Auto&#8230;&#8221;<br />
<strong>Ich, herausplatzend:</strong> &#8220;Bwaaahahahaaharr! Das ist ja unglaublich &#8211; wo sehen Sie denn da den Zusammenhang mit meiner Anzeige?&#8221;<br />
<strong>Sie, auf Zickenmodus umschaltend:</strong> &#8220;Den Zusammenhang sehe ich darin, dass Sie etwas verkaufen wollen und ich eben auch.&#8221;<br />
<strong>Ich, immer noch giggelnd:</strong> &#8220;Diese Argumentation finde ich spitzenmäßig, sowas habe ich ja überhaupt noch nie gehört.&#8221;<br />
<strong>Sie, versöhnlicher:</strong> &#8220;Ja, nicht wahr? Das ist doch&#8230;&#8221;<br />
<strong>Ich, ernst:</strong> &#8220;Ich bedanke mich dafür, dass Sie mich an diesem trüben Tag zum Lachen gebracht haben; aber ich werde garantiert nicht noch eine Minute meiner Lebenszeit an Sie verschwenden. Das Gespräch ist hiermit beendet, und Sie löschen SOFORT diese Nummer aus Ihrer Kartei, verstanden?&#8221;<br />
<strong>Sie, halbwegs geschockt:</strong> &#8220;Äh&#8230; ja, wenn Sie meinen&#8230;&#8221;<br />
<strong>Ich, eine Schippe Dezibel drauflegend:</strong> &#8220;Ja, das meine ich. Und die Betonung lag auf &#8216;Sofort&#8217;. Tschüss!&#8221;</p>
<p>*<em>Klick</em>*</p>
<p>Mannomann. Da hat man endlich halbwegs brauchbare Spamfilter installiert, dann kommen die einem wieder so&#8230; altmodisch. Muss man jetzt davon ausgehen, dass in zwei Jahren wieder Klinkenputzer vor der Tür stehen und einem den neuen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=aksjhtIhfqg" target="_blank">Heinzelmann</a> vorstellen wollen?</p>
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		<title>Die Batavia war sein Schicksal</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 16:43:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Hach. Seufz. Schwärm.</p> <p>Habe nach langer Zeit mal wieder einen Abstecher in die Niederlande gemacht und mein Wissen in bezug auf fremde Kulturen aufgefrischt. In Kurzfassung: Die Niederlande sehen außerhalb geschlossener Ortschaften aus, als wären sie erst vor zehn Jahren bebaut worden, und zwar mit Legosteinen. Der Niederländer an sich hält sich sklavisch an [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_357" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/Batavia.jpg"><img class="size-medium wp-image-357" title="Batavia" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/Batavia-300x237.jpg" alt="Hach. Seufz. Schwärm." width="300" height="237" /></a><p class="wp-caption-text">Hach. Seufz. Schwärm.</p></div>
<p>Habe nach langer Zeit mal wieder einen Abstecher in die Niederlande gemacht und mein Wissen in bezug auf fremde Kulturen aufgefrischt. In Kurzfassung: Die Niederlande sehen außerhalb geschlossener Ortschaften aus, als wären sie erst vor zehn Jahren bebaut worden, und zwar mit Legosteinen. Der Niederländer an sich hält sich sklavisch an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, wer auf der Autobahn 140 fährt, ist mit Sicherheit Deutscher. Und in den Niederlanden befindet sich das mutmaßlich deprimierendste und ungeliebteste Monument Westeuropas, nämlich auf dem Abschlussdeich. Aber vielleicht sieht es auch nur bei grauem Himmel so trist aus.</p>
<p><span id="more-352"></span>Egal. Der eigentliche Grund für den Ausflug war nämlich ohnehin ein anderer: Ein Besuch auf dem schönsten Schiff der ganzen Welt; ein Schiff, das ich sehen wollte, seit ich vor mehr als 20 Jahren (ächz) eine Doku darüber gesehen habe und das ich eines schönen Tages mit ein paar Getreuen kapern werde, um damit durch die Karibik zu kreuzen: Die <a href="http://www.bataviawerf.nl/" target="_blank">Batavia, der Nachbau eines Ostindienfahrers von 1628</a>. Man ist geneigt zu sagen: &#8220;So was Schönes wird heute nicht mehr gemacht&#8221;, aber sowas <em>wird</em> glücklicherweise heute noch gemacht, von engagierten Leuten in liebevoller Kleinarbeit. Und der nächste Bau ist schon in Arbeit: Die &#8220;Zeven Provincien&#8221;, das Flaggschiff von Admiral de Ruyter. Vielleicht kapern wir auch das, wenn&#8217;s fertig ist. (Und ja, ich weiß, dass wir dann erstmal die Schleusen der Zuiderzeewerke überwinden müssen. Kriegen wir hin.)</p>
[[Show as slideshow]]
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		<title>Achtung, Bärencontent</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 15:04:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es gibt ja wirklich selten hässliche Wohnaccessoires. Vor allem bei Lampen. Ich behaupte aber an dieser Stelle, die Meßlatte für den GAU &#8211; das Grässlichste Anzunehmende Utensil &#8211; noch einmal deutlich höher legen zu können. Und zwar mit diesem kürzlich in meinem alten Jugendzimmer vorgefundenen, ähm, Ding.</p> <p>Als ich dann nachts aufwachte und hoffte, mir [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/baerlampe1.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-294" title="baerlampe1" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/baerlampe1-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a>Es gibt ja wirklich selten hässliche Wohnaccessoires. Vor allem bei Lampen. Ich behaupte aber an dieser Stelle, die Meßlatte für den GAU &#8211; das Grässlichste Anzunehmende Utensil &#8211; noch einmal deutlich höher legen zu können. Und zwar mit diesem kürzlich in meinem alten Jugendzimmer vorgefundenen, ähm, Ding.</p>
<p><span id="more-292"></span>Als ich dann nachts aufwachte und hoffte, mir dieses Teil nur albtraumhaft eingebildet zu haben, stand es neben meinem Bett und glotzte mich an:</p>
<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/baerlampe2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-293" title="baerlampe2" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/baerlampe2-300x214.jpg" width="300" height="214" /></a></p>
<p>Naja, wer braucht schon Schlaf. Ich hoffe jedenfalls, dass mich der Leuchtbär nicht auch noch bis nach Oldenburg verfolgt hat. Wenn es nach Einbruch der Dunkelheit an der Tür klingeln sollte: <em>Ich </em>mache nicht auf!</p>
<p>Ach, und weil&#8217;s so schön zum Thema passt:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="http://www.youtube.com/embed/61RJGQcG_sM" height="380" width="625" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Attack from Outer Oldenburg</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 18:33:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Oldenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Eieiei. Nur knapp habe ich diesen Samstagnachmittag ohne größere Schäden überstanden: Die Innenstadt war wieder einmal Schauplatz der Invasion des weiteren Umlands. Schön für die Geschäftsleute, schön vermutlich auch für die Invasoren &#8211; weniger schön indes, wenn man &#8220;bloß mal eben&#8221; Gemüse auf dem Markt kaufen und anschließend einen Kaffee trinken will. Aber ich will [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eieiei. Nur knapp habe ich diesen Samstagnachmittag ohne größere Schäden überstanden: Die Innenstadt war wieder einmal Schauplatz der Invasion des weiteren Umlands. Schön für die Geschäftsleute, schön vermutlich auch für die Invasoren &#8211; weniger schön indes, wenn man &#8220;bloß mal eben&#8221; Gemüse auf dem Markt kaufen und anschließend einen Kaffee trinken will. Aber ich will nicht klagen: Immerhin nimmt man bleibende Erinnerungen mit.</p>
<p><span id="more-260"></span>Etwa an das Paar, das mir entgegenkam und Er zu Ihr sagte: &#8220;<em>Da vorne rechts kommt gleich&#8217;n Bücherladen. Fallste nochn paar Bücher besorgen willst.</em>&#8221; Er meinte &#8220;Joker&#8217;s&#8221; &#8211; und tatsächlich: &#8220;Bücherladen&#8221; dünkt mich eine adäquate Bezeichnung für diese Rudis-Resterampe des gedruckten Worts zu sein. Eine <em>Buchhandlung</em> ist es mit Sicherheit nicht.</p>
<p>Ein Verkaufsgespräch in einem solchen Laden &#8211; ähnlich auch &#8220;Weltbild&#8221; &#8211; stelle ich mir in etwa so vor:</p>
<p>*<em>Palimpalim</em>*<br />
<strong>Kunde</strong>: &#8220;<em>Guten Tag. Ich hätte gerne ein paar Bücher.</em>&#8221;<br />
<strong>Verkäufer</strong>: &#8220;<em>Gerne. Was schwebt Ihnen denn so vor?</em>&#8221;<br />
<strong>Kunde</strong>: &#8220;<em>So etwa anderthalb Pfund.</em>&#8221;<br />
<strong>Verkäufer</strong>: &#8220;<em>Gerne. Übrigens haben wir Weltkriegs-Bildbände heute im Angebot&#8230;</em>&#8221;<br />
<strong>Kunde</strong>: &#8220;<em>Tatsächlich? Dann packen Sie mir davon auch noch ein halbes Kilo ein.</em>&#8221;</p>
<p>Eigentlich bin ich ja ganz froh, in einem Land zu leben, in dem &#8211; noch &#8211; einigermaßen viel gelesen wird. Auch wenn das bedeutet, dass die Elaborate von Menschen wie Bohlen oder Sarrazin auf den Bestsellerlisten landen. Aber in so einem Grabbeltischladen einfach mal &#8220;<em>&#8216;n paar Bücher</em>&#8221; mitzunehmen &#8211; ich weiß nicht. Naja, ist wohl immer noch besser als der übliche Flitter und Tand.</p>
<p>Wie Weihnachtsmützen, die offenbar ihren ganz eigenen Modewellen folgen und jedes Jahr ressourcenverschwenderischer ausfallen. Und in den nächsten Wochen wieder mitsamt ihrer femininen Ausführungen als Aufsetzgeweih und Hunderttausenden Leuchtdioden auf dem Müll landen, während in Cancún ein nichtssagendes Lippenbekenntnis als Erfolg zur Planetenrettung gefeiert wird. Aber hey, es ist ja schließlich Weihnachten, da wird nicht am falschen Ende gespart. Es könnte ja sonst jemand denken, man wäre gar nicht in der gesellschaftlich vorgegebenen Stimmung.</p>
<p>Ich glaube im Übrigen fest daran, dass man die Entfernung, die Weihnachtsmarktbesucher von ihrem jeweiligen Zuhause nach Oldenburg zurückgelegt haben, ziemlich genau an ihrer durchschnittlichen Fortbewegungsgeschwindigkeit abzulesen ist. An einer entsprechenden Formel arbeiten Mathematiker der Uni vermutlich seit Jahren.</p>
<p>Ansonsten:  Zwanzig Minuten auf einen Parkplatz gewartet, aber nur fünf auf den Kaffee, das ist doch was und grenzt angesichts der soylentgreenesken Überfüllung der hiesigen Gastronomie an ein Wunder. Und wenn man den zutiefst dankbaren Blick desjenigen in Betracht zieht, der den Cafétisch besetzen möchte, den man gerade räumt, dann hat man sein gutes Werk für diesen Tag getan und kann als besserer Mensch nach Hause gehen.</p>
<p>Und sich vornehmen, sich nie, nie, NIE wieder an einem Adventssamstag auch nur in die Nähe der Innenstadt zu begeben.</p>
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