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	<title>noltejournal-blog &#187; Internet</title>
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		<title>Medienschelte leicht gemacht</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2014 14:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Nicht vergessen: Kommentieren nur mit Aluhut! Foto: PD/Wikipedia</p> <p>Und &#8211; an diesem kalten, grauen Nachmittag in der Verlegenheit, nichts zu tun zu haben? Das Auto fertig gewaschen, den Nachbarn wegen irgendwas angezeigt und die Kleidung für den Rest des Jahres schon zurechtgelegt? Dann ist es Zeit, sich in einer reizvollen neuen Freizeitbeschäftigung zu versuchen: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_734" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/11/ManWearingTinFoilHat.jpg"><img class="size-medium wp-image-734" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2014/11/ManWearingTinFoilHat-300x225.jpg" alt="Nicht vergessen: Kommentieren nur mit Aluhut! Foto: PD/Wikipedia" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht vergessen: Kommentieren nur mit Aluhut! Foto: PD/Wikipedia</p></div>
<p>Und &#8211; an diesem kalten, grauen Nachmittag in der Verlegenheit, nichts zu tun zu haben? Das Auto fertig gewaschen, den Nachbarn wegen irgendwas angezeigt und die Kleidung für den Rest des Jahres schon zurechtgelegt? Dann ist es Zeit, sich in einer reizvollen neuen Freizeitbeschäftigung zu versuchen: der Medienschelte! Zigtausende gehen diesem aufregenden und hochangesagten Breitensport bereits nach, Tendenz steigend.</p>
<p>Keine Sorge, die ersten Schritte sind ganz leicht, Sie brauchen dafür weder Erfahrung noch besondere Kenntnisse in irgendetwas, nicht einmal in Rechtschreibung oder Grammatik. Sie müssen, wenn Sie ein mobiles Gerät benutzen, dazu auch nicht einmal das Sofa verlassen. Ein Leitfaden in fünf einfachen Schritten.</p>
<p><span id="more-728"></span><strong>Lesson one: Wayne?</strong></p>
<p>Der Einstieg in die Medienschelte ist ganz einfach. Suchen Sie sich ein Medium aus, ganz egal welches, und klicken Sie sich durch das dortige Angebot an Beiträgen. Suchen sie sich einen Artikel, der Sie nicht die Bohne interessiert &#8211; irgendeinen findet man immer &#8211; und setzen in die Kommentarspalte darunter einen Klassiker wie: &#8220;Haben wir denn keine anderen Probleme? Armes Deutschland!!!&#8221; Beachten Sie: Niemals nur ein einzelnes Ausrufezeichen setzen, das schwächt nur Ihre Argumentation. Es müssen mindestens drei sein, aber grundsätzlich gilt: Je mehr, desto rechter haben Sie. GLEICHES GILT FÜR DIE VERWENDUNG VON VERSALIEN. Hinweise auf das Sommerloch sind auch immer gut &#8211; ganz egal, welche Jahreszeit gerade herrscht. Modifizieren Sie Ihren Kommentar einfach: &#8220;Das Sommerloch dauert dieses Jahr aber lange / bricht dieses Jahr aber früh aus / ist dieses Jahr wohl nahtlos in ein Winterloch übergegangen.&#8221;</p>
<p>Im Fortgeschrittenenmodus erfordert dieser Part etwas mehr Aufwand: Suchen Sie sich zugleich ein Thema, das im gewählten Medium aktuell gerade nicht stattfindet und kombinieren Sie beide Punkte: &#8220;Über sowas wird berichtet, aber xyz wird totgeschwiegen!!! Typisch!!!&#8221; Es ist egal, was Sie anstelle von xyz einsetzen, es sollte nur als Aufreger taugen. Hilfreich ist es, ein Thema zu nehmen, das zwar brennt, bei dem es aktuell aber nichts Neues zu berichten gibt. Fukushima eignet sich fast immer: Mit hoher Wahrscheinlichkeit finden Sie an jenem Tag keinen Artikel à la &#8220;Ostjapan immer noch verstrahlt&#8221;.</p>
<p>Im Expertenmodus schließlich bezichtigen Sie die Redaktion, solch abseitige Themen nur deshalb zu bringen, weil sie sich &#8220;an die harten Geschichten nicht herantrauen / mit den Mächtigen unter einer Decke stecken / sowieso alle gekauft sind&#8221;. Ganz wichtig: Bringen Sie in Ihrem Kommentar unbedingt das Wort &#8220;Mainstreammedien&#8221; unter! Ansonsten gilt er nicht. Keine Sorge: Niemand verlangt Ihnen eine Definition ab, was &#8220;Mainstreammedien&#8221; eigentlich sind und wer dazugehört. Wenn Sie sich für revolutionär halten, darf es auch gerne das Wort &#8220;Systempresse&#8221; sein, dann sollten Sie aber auch daran denken, die Zahl der Ausrufezeichen entsprechend zu erhöhen.</p>
<p><strong>Lesson two: WTF?</strong></p>
<p>Nun suchen Sie sich einen Bericht zu einem Thema, das Sie zwar durchaus interessiert, in dem aber jemand zu Wort kommt, den Sie nicht ausstehen können. Sie müssen diesen Menschen nicht kennen, es reicht, wenn er nicht Ihrer Meinung ist &#8211; und das erkennen Sie ja schon an der Überschrift, Sie müssen sich gar nicht lange mit dem lästigen Lesen des Artikels abgeben. Beklagen Sie in möglichst betroffenem Tonfall, ach was, prangern Sie in möglichst harschen Worten an, dass &#8220;hier so jemandem hier ein Forum geboten wird&#8221; (diese Formulierung muss in ihrem Post enthalten sein, das ist nicht fakultativ). Bedenken Sie stets: Medien sind <em>nicht</em> dazu da, Sie mit verschiedenen Sichtweisen zu konfrontieren, auf dass Sie sich auf einer möglichst breiten Informationsbasis eine eigene Meinung bilden können &#8211; dieses Argument haben sich <del>die Medienmacher</del> <del>die Regierenden</del> die Bilderberger bloß ausgedacht, weil es so schön nach mündigem Bürger klingt. (Ist Ihnen die phonetische Ähnlichkeit zwischen &#8220;Meinung bilden&#8221; und &#8220;Bilderberger&#8221; aufgefallen? Na, also.) Nein: Medien sind <em>ausschließlich</em> dazu da, Sie in Ihrer vorgefassten Meinung zu bestätigen! (Tschuldigung, ich meinte: !!!!!) Alles andere ist Verrat am Leser, der schließlich nicht dafür bezahlt oder sich zumindest mühsam bis zu dem entsprechenden Artikel durchgeklickt und dabei seinen Zeigefinger abgenutzt hat, um Regierungs-/US-/Mossadpropaganda zu lesen.</p>
<p><strong>Lesson three: &#8230; THAT is the question.</strong></p>
<p>Nun wird es etwas aufwendiger, denn in dieser Lektion geht es um eine Form der Medienschelte, die ein gewisses Hintergrundwissen sowie ein bisschen mehr Zeitinvestition erfordert. Suchen Sie sich ein politisches Interview heraus und &#8230; lesen Sie es zunächst. Ich weiß, das ist normalerweise nicht nötig, um seinen Senf dazuzugeben, aber es lohnt sich, wenn Sie sich vom Pulk der 08/15-Kommentartrolle abheben wollen. Sind Sie also mit dem Interview durch, formulieren Sie ein, zwei Fragen, die darin nicht gestellt wurden, und leiten Sie daraus die bereits oben erwähnten Unterstellungen ab (Systempresse und so). Beispiel: Nehmen Sie ein aktuelles Interview mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (alle paar Wochen gibt es mal eins) und wettern Sie in der Kommentarspalte dagegen, dass der Interviewer nicht nach den <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-spendenaffaere-schaeuble-war-mittaeter-a-59401.html">100.000 Euro aus der CDU-Spendenaffäre</a> gefragt hat. Oder nehmen Sie ein Interview mit einem x-beliebigen Grünen zu irgendwelchen Koalitionsüberlegungen und beklagen Sie ebenso geist- wie wortreich, dass &#8220;mal wieder nicht über den Kosovokrieg gesprochen wurde&#8221;. Seien Sie kreativ! Und nutzen Sie Synergieeffekte: Schelten Sie nicht nur den Schäuble-Interviewer, sondern kommentieren Sie, wie in Lektion eins gelernt, parallel unter einen bunten Panoramaartikel, dass &#8220;lieber über sowas berichtet wird als über <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/waffenlobbyist-sechseinhalb-jahre-haft-fuer-karlheinz-schreiber-12663939.html">Karlheinz Schreiber</a>&#8220;. Sollten Sie nichts finden, das den Tatbestand der Totschweigerei erfüllt, suchen Sie sich aus dem Interview einen Aspekt heraus, der Ihnen am Allerwertesten vorbeigeht, und brandmarken sie ihn als &#8220;durchsichtiges Ablenkungsmanöver&#8221;.</p>
<p><strong>Lesson four: Get lost, sucker!</strong></p>
<p>Klären Sie mit einem Blick in den Spiegel (also das Glasding, nicht das Magazin), ob Sie bereit für die zweithöchste Stufe der Medienschelte sind. Haben Sie einen knallroten Kopf, ist das die beste Voraussetzung, sich nunmehr die Kommentare vorzunehmen &#8211; gemeint sind an dieser Stelle die redaktionellen Kommentare, nicht die Onlinekommentare anderer Leser. Wir haben bereits gelernt, dass Redakteure, die es wagen, nicht Ihre Meinung wiedergeben, sondern ihre eigene wirre Weltsicht, mit allen Mitteln niederzumachen sind. Das Schöne an redaktionellen Kommentaren ist ja, dass der Autor so gut wie immer namentlich genannt ist &#8211; nur in so unseriösen Klatschprodukten wie dem Spiegel (also diesmal das Magazin, nicht das Glasdings) kommt der Leitartikel auch mal ohne Namen aus. Nutzen Sie die Offenheit und gehen Sie den Verfasser ganz persönlich an. Nennen Sie ihn mehrfach bei Vor- und Zunamen, bezweifeln Sie seine journalistische Kompetenz, lassen Sie ihn wissen, dass man &#8220;auch mal richtig reschaschieren&#8221; müsse und geben ihm gute Ratschläge für seinen weiteren beruflichen Werdegang. Auch dann, wenn Sie selbst anonym unter Nicknames wie superchecker2000 oder mr30cm unterwegs sind. Werfen Sie dem Autor vor, dass sein &#8220;Artikel&#8221; tendenziös sei und persönliche Meinungen im Journalismus nichts verloren hätten. Stellen Sie offen Mutmaßungen darüber an, wer den Schreiberling für sein Geschmiere bezahlt hat. Greifen Sie auf die Methoden aus den ersten Lektionen zurück und hauen diesem Propagandisten um die Ohren, was er in seinem Kommentar alles <em>nicht</em> erwähnt hat (Fukushima).</p>
<p><strong>Lesson five: The Truth is out there.</strong></p>
<p>Nun sind Sie bereit für die Königsdisziplin: die Wahrheit. Nämlich die, die von den Mainstreammedien stets verschwiegen wird. Klären Sie die Menschen auf, wenn die Systemschreiber es schon nicht tun!(!!!!!!) Die Wahrheit herauszufinden, wenn Sie Ihnen nicht ohnehin schon von vornherein klar ist, ist gar nicht so schwer &#8211; sie lässt sich zahlreichen Blogs entnehmen, die das Wort &#8220;truth&#8221; im Titel führen. Oder &#8220;Propaganda&#8221; &#8211; stets ein verlässlicher Hinweis darauf, dass lediglich die anderen (gebräuchliche Kurzform für die anderen: SIE) selbige betreiben. Mit ein bisschen Übung schaffen Sie es auch leicht selbst, aus jedem beliebigen Denkansatz die Wahrheit zu destillieren und unters Volk zu bringen: Fragen Sie sich einfach bei jedem Ereignis auf der Welt, wer im Westen daraus Vorteile ziehen kann &#8211; der Rest ergibt sich quasi von selbst. In höchstens drei gedanklichen Schritten kommen Sie immer zum CIA, den Bilderbergern oder zur zionistischen Weltverschwörung. (Als ob es da einen Unterschied gäbe, wie? Zwinker.)</p>
<p>Auch hier schadet der wiederholte Einsatz des Begriffs &#8220;Mainstreammedien&#8221; nicht, im Gegenteil. Ätzen Sie bei dieser Gelegenheit auch gegen die &#8220;sogenannten Qualitätsmedien&#8221; &#8211; Obacht: diese beiden Wörter gehören zwingend zusammen; wenn sie ganz sicher gehen wollen, setzen Sie &#8220;Qualitätsmedien&#8221; zusätzlich in An- und Abführungszeichen. Stellen Sie klar, dass, wer die Wahrheit kennen will, sich von den Mainstreammedien freimachen müsse. Wichtig: Verlinken Sie dennoch keinen der Blogs, die Ihnen bei der Wahrheitsfindung geholfen haben. Deren Autoren haben es oftmals nicht so mit der Orthografie, das wäre dann irgendwie peinlich.</p>
<p>Was andere Leser dazu kommentieren, muss Sie übrigens nicht weiter beeindrucken: Das sind alles nur systempressenhörige Schafe oder getarnte Lohnschreiber. Wenn Sie Lust darauf haben, lassen Sie sich dazu herab, sie das auch in aller Deutlichkeit wissen zu lassen. Aber lassen Sie sich auf keine Diskussion mit diesen armen, nichtsahnenden Naivlingen bzw. feigen Systemsoldaten ein; dazu ist Ihre Zeit viel zu kostbar. Falls es doch soweit kommen sollte, nutzen Sie <a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/?p=595">dieses hilfreiche Handout</a>.</p>
<p><strong>Glückwunsch!</strong></p>
<p>Sie haben nun das nötige Rüstzeug, beim großen Medienbashing mitzumachen. Damit punkten Sie auch an Ihrem Stammtisch! Vorausgesetzt, Sie haben noch einen &#8211; denn wenn Sie Medienschelte mit ein wenig Engagement betreiben, brauchen Sie keinen mehr. Falls Sie aber daran denken, dennoch von Zeit zu Zeit andere Menschen von Angesicht zu Angesicht an ihrer inteleckt&#8230; innterl&#8230; interlleg&#8230; ihrer geistigen Überlegenheit teilhaben zu lassen, etwa am Kneipentresen, achten Sie unbedingt darauf, in ihrer Wortwahl ein paar Gänge gegenüber Ihrer Online-Ausdrucksweise zurückzuschalten. Ansonsten könnten Sie eine nonverbale und unter Umständen nicht nur emotional schmerzhafte Entgegnung seinerseits herausfordern. Sie ist schon verrückt, diese Analogwelt. Halten Sie sich lieber von ihr fern.</p>
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		<title>Gut gebrüllt</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Aug 2013 13:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind Internetdiskussionen nicht so sehr durch den Umstand geprägt, dass man seine(n) Mitdiskutanten in den meisten Fällen nicht persönlich kennt und auch nie persönlich gegenüberstehen wird. Natürlich spielt das eine gewichtige Rolle. Viel zentraler aber scheint mir folgender Aspekt: Streits im Internet werden – im vollen Bewusstsein der Beteiligten – in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind Internetdiskussionen nicht so sehr durch den Umstand geprägt, dass man seine(n) Mitdiskutanten in den meisten Fällen nicht persönlich kennt und auch nie persönlich gegenüberstehen wird. Natürlich spielt das eine gewichtige Rolle. Viel zentraler aber scheint mir folgender Aspekt: Streits im Internet werden – im vollen Bewusstsein der Beteiligten – in aller Öffentlichkeit ausgefochten. In der analogen Welt passiert so etwas zumeist nur unter Einfluss einer erheblichen Menge Alkohol und/oder Adrenalin.</p>
<p>Und da man bei einer Onlinediskussion stets eine mal mehr, mal weniger große Anzahl von Zuschauern resp. Mitlesern hat, geht es weitaus mehr als im realen Leben darum zu gewinnen, egal wie – schließlich will man ja vor all den anderen Fantasienamen tragenden Lesern nicht als Loser dastehen, oder? Aber wie gewinnt man so eine, nun ja, Debatte um irgendein obskures Thema, sei es nun ein politisches, ein sportliches oder eines nerdhaftes? Die Antwort: Mit diesem hilfreichen Handout.</p>
<p><span id="more-595"></span><strong>Schritt 1: Ouverture</strong></p>
<p>Begeben Sie sich schon zu Beginn auf eine moralisch höhere Warte als Ihr Gegenüber. Es macht nichts, wenn Sie keine Ahnung vom Thema haben oder der von Ihnen vertretene Standpunkt überhaupt keinen Sinn ergibt – bringen Sie Ihren Kontrahenten durch eine geschickte Mischung aus vorgetäuschtem Hintergrundwissen und Überheblichkeit sofort in Rechtfertigungsdruck. Gut geeignet sind nebulös formulierte Vorab-Schlussfolgerungen: „Für deine Art der Argumentation gibt es gewisse Bezeichnungen …“ oder „Du weißt schon, wonach das klingt, was du da schreibst?“ Diese Sätze eignen sich übrigens auch hervorragend, um die Diskussion überhaupt erst loszutreten. Wichtig ist, den Gegner aus der Defensive, in die Sie ihn drücken, unter keinen Umständen wieder herauszulassen. Sollte Ihr Kontrahent zu ihren unausgesprochenen Anschuldigungen nicht Stellung nehmen, dürfen Sie den Streit schon jetzt als gewonnen betrachten.</p>
<p><strong>Schritt 2: Deutungshoheit</strong></p>
<p>Ihr Kontrahent lässt sich darauf ein? Dann interpretieren Sie seine Ausführungen auf jene Art und Weise, die am besten in Ihre eigene Argumentation passt. Machen Sie sich nicht allzu große Sorgen darüber, ob diese Interpretationen offenkundig unsinnig sind – sofern Sie sie nur mit ausreichend Nachdruck vortragen, spielt das keine Rolle. Je wortgewaltiger, desto besser – helfen Sie notfalls mit einigen zusätzlichen Ausrufezeichen nach. Halten Sie Ihren Gegner in ständigem Erklärungsdruck und lassen Sie sich keinesfalls auf Versuche, den Spieß umzudrehen, ein. Falls Ihnen das nicht gelingt, ist es Zeit für den nächsten Schritt.</p>
<p><strong>Schritt 3: Verwirrspiel</strong></p>
<p>Sollte Ihr Gegner nicht nachgeben oder gar die Frechheit besitzen, Ihrer im vorausgegangenen Schritt kommunizierten Interpretation seiner Gedankenwelt zu widersprechen und vielleicht gar seinerseits Ihre Äußerungen auseinanderzunehmen, ist es an der Zeit, ihm möglichst verwerfliche Behauptungen in den Mund zu legen. Wichtig: Zitieren Sie ihn nie wörtlich – dabei fliegt diese Strategie zu leicht auf. Immer die indirekte Rede wählen: „Du hast doch selber gesagt, dass …“ Kümmern Sie sich nicht um unwichtige Details wie etwa der Frage, ob er das tatsächlich und unmissverständlich so ausgedrückt hat – Grundlage dieser Strategie bleiben stets Ihre Interpretationen, nicht die Ansichten des Gegenübers! Etwaige Mitleser scrollen so gut wie nie zur entsprechenden Äußerung zurück, um diese Anschuldigungen zu verifizieren. Die ganz hohe Kunst besteht darin, ihm auf diese Weise Widersprüchlichkeit zu attestieren: „Erst sagst du, es wäre soundso und jetzt was anderes!“ Setzen Sie Links auf Seiten, deren Inhalt überhaupt nichts mit der Argumentation des Gegners zu tun haben, aber Ihre untermauern, und präsentieren Sie diese im souveränsten Tonfall, der Ihnen möglich ist, als Beweis dafür, dass Sie Recht haben.</p>
<p><strong>Schritt 4: Volles Pfund</strong></p>
<p>Evtl. müssen Sie an diesem Punkt des Streits damit rechnen, dass Ihr Gegner nun versucht, den Rechtfertigungsspieß umzudrehen und Sie auffordert, Ihre Behauptungen darüber, was er gesagt haben soll, mit Zitaten zu belegen. Lassen Sie sich auf keinen Fall darauf ein: Die Beweislast liegt immer beim Anderen, nie bei Ihnen! Ohnehin müssen Sie sich von dieser Vorgehensweise nicht ins Bockshorn jagen lassen: Sie befinden sich trotzdem auf der Siegerstraße, denn für Mitleser wirkt die Kritik Ihres Gegners an Ihrem Vorgehen kleinlich und bürokratisch, was ihn Sympathien kosten wird, und nur das zählt. Falls es um Ihre  sauer erkämpfte moralische Überlegenheit dennoch eng werden sollte, etwa weil Ihr Gegner sich rhetorisch geschickt genug auszudrücken vermag, feuern sie eine volle Breitseite ab. Falsche Bescheidenheit oder Zurückhaltung sind an diesem kritischen Punkt absolut fehl am Platze: Zweifeln Sie offen die intellektuellen Kapazitäten ihres Kontrahenten an, seine Befähigung, sich selbst die Schuhe zuzubinden, seine biologische Herkunft. Beachten Sie: In der Sache möglichst brutal, im Tonfall aber so gesittet wie möglich! Bringen Sie Ihren Gegner dazu, ausfallend zu werden, haben Sie so gut wie gewonnen.</p>
<p><strong>Schritt 5: Opferrolle</strong></p>
<p>Sollte Ihr Kontrahent wider Erwarten weiterhin sachlich bleiben, verlassen Sie die inhaltliche Ebene und greifen zum Mittel offen zur Schau gestellter Resignation. Durchsetzen Sie Ihre weiteren Äußerungen mit Verzweiflungsrhetorik: „Du willst es einfach nicht verstehen“ ist ein zeitloser Klassiker, der eigentlich immer hilft. Sie können Ihrem Gegner auch gut – denken Sie an Ihre moralische Überlegenheit! – ein Festklammern an Vorurteilen (damit sind alle seine Standpunkte gemeint) attestieren. Damit ziehen Sie die political-correctness-Fraktion unter den Lesern auf Ihre Seite, zumindest die etwas einfacher gestrickten. Tun Sie so, als wäre Ihnen ja eigentlich sehr an einer sachlichen Weiterführung der Debatte gelegen, was sich aber leider, ach, aufgrund der Starrsinnigkeit des Kontrahenten als schlicht unmöglich erweist.</p>
<p><strong>Schritt 6: Zurück auf Los</strong></p>
<p>Wenn Sie geschickt vorgegangen sind, sollten Sie spätestens jetzt Ihren Gegner so weit haben, dass er beleidigend wird – und sich damit endgültig vor allen Mitlesern disqualifiziert. Herzlichen Glückwunsch, in diesem Fall haben Sie gewonnen und können sich souverän aus der Diskussion verabschieden. Allerdings auch <em>nur</em> in diesem Fall – bleibt ihr Gegenüber auch jetzt noch sachlich und faktenorientiert, haben Sie es schwerer. Denn die Grundregel lautet: Immer das letzte Wort behalten! Der oben erwähnte Fall bildet die einzige Ausnahme. Vergessen Sie nie: Nicht der Klügere – das sind immer Sie! – gibt nach, sondern der Schwächere. Wiederholen Sie die Schritte 3, 4 und 5 in beliebiger Reihenfolge so lange, bis Ihr Gegner Ruhe gibt. Sie haben den längeren Atem, denn Sie haben mehr Zeit als jeder andere – sonst würden Sie ja nicht in Blogs, Chats und Foren Streit suchen.</p>
<p><strong>Schritt 7: Godwin</strong></p>
<p>Gewissermaßen die Notbremse für den Fall, dass Sie aus der Dauerschleife der vorangegangenen Schritte nicht herauszukommen drohen: Wenn alle Stricke reißen, rücken Sie Ihren Gegner in eine gedankliche Nähe zu Nazis. Aber greifen Sie nicht zu früh zu dieser Waffe und gehen Sie nicht zu platt vor – auch hier gilt: nebulöse Andeutungen sind besser als direkte Verbalknüppel. Vermeiden Sie Worte wie „Nazi“, „NS-Zeit“ oder „Hitler“ – besser ist es, wenn Sie Argumente des Gegners mit Formulierungen wie „Sowas hatten wir in Deutschland schon mal!“ parieren, nach Bedarf ergänzt durch „… und wir wissen ja, wo das hinführt!“</p>
<p>Mit diesem Rüstzeug versehen dürfte es Ihnen nicht schwer fallen, sich in jeder denkbaren Onlinedebatte durchzusetzen. Probieren Sie es aus! Aber fangen Sie klein an: Nehmen Sie irgendeine Facebookdiskussion zu einem Thema, das mit Ihnen persönlich nichts zu tun hat. Steigern Sie sich dann langsam und arbeiten am Feinschliff; besuchen Sie die Kommentarspalten von Medien mit örtlich begrenzter Wahrnehmung, treten Sie Foren bei und brechen dort Debatten vom Zaun – sollten Sie von den Moderatoren gesperrt werden, ist das ein Hinweis darauf, dass Sie noch ein wenig üben und Erfahrungen sammeln sollten.</p>
<p>Sobald Sie soweit sind, betreten Sie die Beletage der Internet-Streithammel; die Manege, die Ihnen alles abverlangen wird, weil hier nur die Besten unterwegs sind, die Gehässigsten, die Arrogantesten und die mit der meisten Freizeit; Diskutanten, die mit allen Wassern gewaschen sind, die Champions League der Klugscheißer und Arschkrampen: das Spiegel-Online-Forum. Nur hier können Sie ewigen Ruhm erlangen. Schade ist bloß, dass das außer Ihnen niemand zu würdigen wissen wird – aber hey, die Anderen sind doch eh alle Idioten, nicht wahr?</p>
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		<title>Post von Nolte (II)</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 12:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Liebes Hochverehrtes Sehr geehrtes Ey, Amazon:</p> <p>nur kurz drei Dinge, bevor ich mich wieder wichtigeren Dingen widme, etwa meinen Fingernägeln:</p> <p>1.) Ich kaufe eh nichts mehr bei dir. Du kannst es also eigentlich auch gleich bleiben lassen, mir Werbemails zu schicken.</p> <p>2.) Überhaupt wirst du mir allmählich ein bisschen gruselig: Kaum habe ich auf diesem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><del>Liebes<br />
Hochverehrtes</del><br />
<del>Sehr geehrtes<br />
</del> Ey, Amazon:</p>
<p>nur kurz drei Dinge, bevor ich mich wieder wichtigeren Dingen widme, etwa meinen Fingernägeln:</p>
<p><span id="more-534"></span>1.) Ich kaufe eh nichts mehr bei dir. Du kannst es also eigentlich auch gleich bleiben lassen, mir Werbemails zu schicken.</p>
<p>2.) Überhaupt wirst du mir allmählich ein bisschen gruselig: Kaum habe ich auf diesem von kaum jemandem beachteten Blog einen Post zum Tode Jeff Hannemans geschrieben, willst du mir auch gleich &#8230; was verkaufen? Genau: Slayer-CDs.</p>
<p>3.) Und als ob das alles nicht schon fragwürdig genug wäre, kommst du mir auch noch komisch und willst mir ein 27 Jahre altes Album als Neuerscheinung andrehen:</p>
<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/amazon-slayer.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-535" title="amazon slayer" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/amazon-slayer.jpg" alt="" width="650" height="350" /></a></p>
<p>Immer am Puls der Zeit, wie?</p>
<p>Keine Grüße;<br />
Ich</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich mag Müll &#8211; alles was hässlich ist, dreckig und falsch geschrieben &#8230; *dideldum*</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 09:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dass Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman so jung verstorben ist, ist wahrlich ein Verlust. Deshalb aber gleich das Wort &#8220;trash&#8221; (= Abfall, Müll) zu verwenden, halte ich indes für etwas pietätlos: </p> <p style="text-align: center;"></p> <p>Und das ist nur die erste Trefferseite.</p> <p style="text-align: left;">Die Mucke, die Slayer gemacht hat, heißt natürlich &#8220;Thrash Metal&#8221;. Mit &#8220;h&#8221;. Also [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman so jung verstorben ist, ist wahrlich ein Verlust. Deshalb aber gleich das Wort &#8220;trash&#8221; (= Abfall, Müll) zu verwenden, halte ich indes für etwas pietätlos:<br />
<span id="more-519"></span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash2.jpg"><img class="size-full wp-image-521 aligncenter" title="trash2" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash2.jpg" width="538" height="1291" /></a></p>
<p>Und das ist nur die erste Trefferseite.</p>
<p style="text-align: left;">Die Mucke, die Slayer gemacht hat, heißt natürlich &#8220;T<strong>h</strong>rash Metal&#8221;. Mit &#8220;h&#8221;. Also frei übersetzt &#8220;Prügelmetal&#8221;, nicht &#8220;Müllmetal&#8221; &#8211; es lebe der kleine Unterschied. Beliebter Fehler, der dank dpa &#8211; die offenbar <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/metal-kultband-slayer-gitarrist-jeff-hanneman-gestorben-1.1664152" target="_blank">auch noch ein falsches Foto mitgeschickt</a> hatte &#8211; nun seinen Weg durch die Gazetten der Republik machte. In einigen Fällen ist der Agenturtext bereits korrigiert worden, die, nun ja, Eigenleistung allerdings nicht:<a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash3.jpg"><img class="size-full wp-image-522 aligncenter" title="trash3" alt="" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/trash3.jpg" width="359" height="185" /></a></p>
<p>Ich weiß nicht, ob Sesamstraßen-Oskar Zeitung gelesen hat. In seiner Zeit ist das ja alles noch in derselben Tonne gelandet, Altpapier wie Essensreste, also wäre das denkbar. Und vielleicht wollte er uns mit seiner unsterblichen Hymne &#8220;Ich mag Müll&#8221; ja sagen, dass er Thrash-Metal-Fan ist.</p>
<p>Und um diesem Geschreibsel wenigstens noch einen würdigen Abschluss zu verpassen:<br />
<object width="480" height="360" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/CUDWLp1yIWw?hl=de_DE&amp;version=3" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="480" height="360" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/CUDWLp1yIWw?hl=de_DE&amp;version=3" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ausgehakt</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Nov 2012 12:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Bei all dem Mord und Totschlag auf der Welt ist es bisweilen auch mal an der Zeit, Positives zu verkünden. Sie, die Welt, ist nämlich – unbeachtet von Politik und Medien – ein kleines Stückchen besser, sprich sicherer geworden: Der Geek-Stuff-Lieferant „getdigital“ stellt den Verkauf von Ninja-Kleiderhaken ein.</p> <p>Lob und Dank dafür gebührt dem „Deutschen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bei all dem Mord und Totschlag auf der Welt ist es bisweilen auch mal an der Zeit, Positives zu verkünden. Sie, die Welt, ist nämlich – unbeachtet von Politik und Medien – ein kleines Stückchen besser, sprich sicherer geworden: Der Geek-Stuff-Lieferant „getdigital“ stellt den Verkauf von Ninja-Kleiderhaken ein.</p>
<p><span id="more-473"></span>Lob und Dank dafür gebührt dem „Deutschen Waffen-Journal“, dem Zentralorgan der pazifistischen Bewegung in Deutschland. Das traditionell waffenkritische Blatt – das etwa mit Titelbildern von Kindern, die lächelnd eine Pistole in Richtung des Betrachters richten, bewusst den Finger in die Wunden einer moralisch verkommenen spätkapitalistischen Gesellschaft legt oder in mehrseitigen gefaketen „Test-Berichten“ über Softair-Nachbildungen des G36-Sturmgewehrs die Auswüchse einer zunehmend salonfähigen Waffenbegeisterung anprangert – berichtete, dass die Kleiderhaken, die die Form eines in der Wand steckenden Wurfsterns haben, in Deutschland verboten seien.</p>
<p>Sind sie zwar strenggenommen gar nicht, wie das Bundeskriminalamt mitteilte: Ein entsprechender „rechtsmittelfähiger Feststellungsbescheid“ liege im Falle der todbringenden Aufhängevorrichtungen nicht vor. Noch nicht, müsste man aber hinzufügen, denn glücklicherweise gibt es für genau diesen Fall einen Gesetzesparagrafen, nämlich § 2 Abs. 3 i.V.m. Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.3.3 WaffG. Und unter den fielen die Jackenhalter ganz „unzweifelhaft“.</p>
<p>Die Firma „getdigital“ reagierte und nimmt die Sterne nun aus dem Verkauf. Damit ist den engagierten Machern des DWJ gewissermaßen im Vorbeigehen ein spektakulärer Erfolg gegen den internationalen Waffenhandel gelungen – und Branchenprimi wie „getdigital“ müssen sich wohl warm anziehen. Denn die Kleiderhaken sind nicht das einzige Mordinstrument im martialischen Sortiment des Onlineshops: Neben den Wand-Sternen bieten die kaltblütigen Lieferanten des Todes auch Lichtschwerter, Minecraft-Äxte und – der letzte Schrei auf den internationalen Militärmessen – die „Airzooka“ an, eine Kanone mit nichtletaler Mannstoppwirkung, die einen Ball aus purer Luft abfeuert. „Mit diesem Tool kann man seinem Gegner die Haare zu Berge stehen lassen“, verspricht die Firma im zynischen Jargon des Milieus. Hohe Sicherheitsbeamte aus China, Syrien und Niedersachsen sollen bereits Interesse bekundet haben.</p>
<p>Mittlerweile ist die Firma sogar auf dem Gebiet der elektronischen Kriegführung aktiv („Fernbedienungs-Blockierer“) und bietet komplette Waffensysteme an – der USB-gesteuerte Raketenwerfer, per Smartphone mobil überall einsetzbar, dürfte nicht nur ein Fall für das Kriegswaffenkontroll-, sondern auch für das Luftsicherheits- und das Terrorismusbekämpfungsgesetz sein.</p>
<p>Das alles steht, ganz legal, in diesem „Internet“ und kann von jedem Elfjährigen bestellt werden. Höchste Zeit, dass diesen über Leichen gehenden Geschäftsleuten das blutige Handwerk gelegt wird. Und dass den nur allzu bescheiden auftretenden Jägern und Sammlern des DWJ ihr unermüdlicher Kampf gegen solche Perversionen einmal in aller Offenheit angerechnet wird.</p>
<p>Auch wenn die üblichen Waffenfreaks bestimmt wieder mit ihrem Standardargument kommen werden: „Nicht die Kleideraufhänger töten Menschen – es sind die Nerds, die sie werfen.“</p>
<p>Erzählt das mal den Hinterbliebenen der Ninja-Haken-Opfer.</p>
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		<title>Der Trend geht zum merkwürdigen Trend</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Oct 2012 13:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dass bei Twitter mal so richtig wenig los ist, merkt man in der Regel sofort:</p> <p></p> <p>Entweder das &#8211; oder irgendwer hat aufregend neue, geradezu revolutionäre und unglaublich effektive Wege im Social Media Optimizing entdeckt. Nun gut, oder es geht doch bloß um einen semibekannten Wetterdienst, dessen Netzheinis den Sonntagmorgen für irgendwelche Tests genutzt haben.</p> [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dass bei Twitter mal so richtig wenig los ist, merkt man in der Regel sofort:</p>
<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/10/twitter-gähn.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-455" title="twitter gähn" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/10/twitter-gähn.jpg" alt="" width="470" height="312" /></a></p>
<p>Entweder das &#8211; oder irgendwer hat aufregend neue, geradezu revolutionäre und unglaublich effektive Wege im Social Media Optimizing entdeckt. Nun gut, oder es geht doch bloß um einen <a href="http://www.meteosphaere.de/de/page/social_networks/" target="_blank">semibekannten Wetterdienst</a>, dessen Netzheinis den Sonntagmorgen für irgendwelche Tests genutzt haben.</p>
<p>Jedenfalls kann ich es nicht erwarten, mich morgen durch die Panoramaseiten der Medien zu klicken: &#8220;Der neue Trend im Internet: Veraltete Microsoft-Versionen!&#8221;</p>
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		<title>Briefkastenfunde (I)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Aug 2012 15:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Auf so eine Aufforderung hatte ich ja schon immer gehofft.</p> <p></p> <p>Also nicht wundern, wenn der Spiegel demnächst anders daherkommt. Liegt dann an mir.</p> ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf so eine Aufforderung hatte ich ja schon immer gehofft.</p>
<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/sponmail.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-436" title="sponmail" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/sponmail.jpg" alt="" width="873" height="34" /></a></p>
<p>Also nicht wundern, wenn der Spiegel demnächst anders daherkommt. Liegt dann an mir.</p>
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		<title>Der Artikel, die Wut und der sehr große Irrtum</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jun 2012 15:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maik]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Es ist schön, wenn sich Menschen auflehnen, weil sie ein Grundrecht oder eine Freiheit gefährdet sehen. Noch schöner wäre es allerdings, wenn sie das vor allem in jenen Fällen tun würden, in denen eine solche Gefahr auch tatsächlich besteht. Oder sie zumindest wüssten, wovon sie da eigentlich reden.</p> <p>Da stopft der Springer-Verlag 40 Millionen Exemplare [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schön, wenn sich Menschen auflehnen, weil sie ein Grundrecht oder eine Freiheit gefährdet sehen. Noch schöner wäre es allerdings, wenn sie das vor allem in jenen Fällen tun würden, in denen eine solche Gefahr auch tatsächlich besteht. Oder sie zumindest wüssten, wovon sie da eigentlich reden.</p>
<p><span id="more-425"></span>Da stopft der Springer-Verlag 40 Millionen Exemplare ihres in vielerlei Hinsicht zu kritisierenden Hauptpresseerzeugnisses in bundesdeutsche Briefkästen, ungefragt und von vielen auch unerwünscht. Einige haben der Zustellung widersprochen, die &#8220;Bild&#8221; aber trotzdem bekommen; und von diesen Personen hat einer die Gratisausgabe an einen öffentlichen Ort getragen und dort verbrannt. Ein Kollege hat im von mir mitherausgegebenen Magazin &#8220;Oldenburger Lokalteil&#8221; <a href="http://www.oldenburger-lokalteil.de/2012/06/25/burn-gratisbild-burn/" target="_blank">darüber berichtet</a> &#8211; und wird nun mit Vorwürfen, Anschuldigungen und Unterstellungen zugemüllt. Bei allem Zugutehalten der in den meisten Fällen sicher gut gemeinten Intention ist es indes erstaunlich, wie wenig stichhaltig und manchmal geradezu absurd die Kritik von einigen Kommentatoren ist; und es stimmt bedenklich, auf welch schiefe Weise sie sie historisch zu unterfüttern suchen. Zeit für eine Grundsatzrede, denn hier geht es um mehr als nur um einen Artikel. Es geht um eine Geisteshaltung, die um so gefährlicher ist, als sich die betreffenden Personen ihrer gar nicht bewusst zu sein scheinen.</p>
<p>Brennende Presseerzeugnisse &#8211; klar, da denkt man quasi automatisch an den 10. Mai 1933, die große Bücherverbrennung der Nationalsozialisten. Das geht übers Rückenmark, und das ist auch gut so &#8211; es zeugt von einer tiefgehenden Sensibilisierung für das Thema innerhalb der Gesellschaft. Dennoch bleibt es eine Reflexhandlung, und die wird nicht richtiger, bloß weil man sich selbst auf der Seite der Guten sieht. Denn eine direkte Linie zwischen der Bücherverbrennung der Nazis und dem Abfackeln einer Bildzeitung durch eine Privatperson ist vor allem eines: Geschichtsvergessener &#8211; tschuldigung &#8211; Unfug, der in seinen blödesten Auswüchsen gar geeignet ist, den NS-Terror zu verharmlosen.</p>
<p>Wenn man den Vergleich trotzdem anstellen würde, wäre festzuhalten, dass wir auf der einen &#8211; der historischen &#8211; Seite ein Gewaltregime mit Totalitätsanspruch haben, das zum Zeitpunkt der Bücherverbrennung diesen zwar noch nicht ganz hatte durchsetzen können, aber längst mit der Unterdrückung politisch Andersdenkender begonnen hatte. Die Schriftsteller, deren Werke verbrennt wurden, waren der willkürlichen Verfolgung durch die Staatsmacht ausgesetzt; Ossietzky wurde so sehr misshandelt, dass er an den Folgen starb, Tucholsky in den Freitod getrieben, Mühsam im KZ ermordet &#8211; es ist eine lange, sehr lange Liste. Die Bücherverbrennung war ein Fanal der Terrorherrschaft eines zu allem bereiten und einer wahnhaften Ideologie verpflichteten Regimes.</p>
<p>Auf der anderen, aktuellen Seite haben wir einen ganz normalen Bürger der Bundesrepublik Deutschland, der die Bild-Zeitung offensichtlich widerlich findet und der Zustellung des Gratis-Exemplars daher auch im Vorfeld widersprochen hatte. Dennoch fand er neben dem Brief auch die Zeitung im Briefkasten. Er nahm das Blatt, das somit in seinen Besitz übergegangen war, steckte ein Feuerzeug ein, ging zum Hafen und fackelte sie &#8211; also einen ihm gehörenden Gegenstand &#8211; ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass er nun zu Folter, Massenmord und Weltkrieg übergeht, schätze ich als gering ein. Wie gesagt: Es handelt sich um eine <em>Privatperson</em>. Nicht um einen Staat. Einem Staat stehen alle Machtmittel zur Verfügung, die er einzusetzen gedenkt. Einer Privatperson so gut wie gar keine. Das ist der wesentliche Unterschied, und den überhaupt noch lange erklären zu müssen, weil sich irgendwer dessen offensichtlich nicht bewusst ist, finde ich erschreckend. Man verzeihe mir den Anflug von Plakativität, aber: Wer das miteinander vergleicht, spuckt auf die Gräber der Ermordeten.</p>
<p>Daneben tritt das Scheinargument, dass, wer Zeitungen anzünde, das letztlich auch mit Büchern tun würde. Ich gehe davon aus, dass von den 40 Millionen verteilten Exemplaren zumindest mehrere hunderttausend dem Feuer zum Opfer gefallen sind oder das noch tun werden &#8211; als Grillanzünder, um den Kamin in Gang zu setzen oder den Kachelofen anzuwerfen. Bedeutet das jetzt, dass es hunderttausende Protofaschisten im Land gibt? Oder wird man erst dann zum Nazi, wenn man es in der Öffentlichkeit tut? Oder man die Zündelei fotografiert und die Bilder an ein lokales Medium schickt? Was ist mit komplizierteren Fällen; etwa bei Leuten, deren Garten zur Straße rausgeht, die den Grill mit der Zeitung anheizen wollen und von Passanten dabei beobachtet werden? Gilt das dann auch als eine öffentliche Bücherverbrennung? Und was ist mit jenen, die nichts abfackeln, aber mit ihrer Zeitung den Vogelkäfig auslegen, auf dass das Federtier sie unter völligem Mangel an Respekt für das geschriebene Wort über Tage zukacken möge? Das ist doch auch ein Akt der absichtlichen Vernichtung von schriftlich fixiertem Gedankengut &#8211; oder mangels Flammen doch nicht?</p>
<p>Gedankenspiele, gewiss. Letztlich ist es zweifellos die Symbolhaftigkeit des Verbrennungsvorgangs, der bei den Leuten die Stirnader pulsieren ließ &#8211; kurz, die Kurzschlusskonnotation &#8220;Feuer + Schriftstück = Nazis&#8221;. Natürlich sollte man, ich wiederhole mich da gern, möglichst früh vor faschistischen Tendenzen warnen. Aber es sollten dann auch faschistische Tendenzen <em>sein</em>. Alles andere führt nämlich nur ein paar Schritte weiter auf jenem Weg, der schon vor langer Zeit gar nicht erst hätte eingeschlagen werden sollen: Dem mit andauernden Wiederholungen, Übertreibungen und Fehlalarmen gepflasterten Weg, der zur allgemeinen Abstumpfung gegenüber der wirklichen Gefahr von rechts führt.</p>
<p>Ein noch ernsteres Problem zeigt sich in meinen Lieblingsvorwürfen: Eine solche Aktion wie die Bild-Verbrennung, so poltern da einige los,  sowie die Berichterstattung darüber sei ein Angriff auf die Pressefreiheit. Diese These finde ich erstaunlich; ich dachte bislang immer, die Pressefreiheit sei vor allem dann in Gefahr, wenn über etwas <em>nicht</em> berichtet wird; sei es aus Gründen einer offenen oder verkappten Zensur oder auch schlichter Gewaltausübung. Die Pressefreiheit ist ein sehr hohes und außerordentlich wichtiges Gut, und es ist im Prinzip ja auch begrüßenswert, wenn Menschen sie frühzeitig in Gefahr sehen und nicht erst dann, wenn es zu spät ist. Aber noch besser wäre es, wenn sie sich im klaren darüber wären, was genau es ist, worüber sie sich wortreich ausbreiten. Die Pressefreiheit schützt die Presse, gewiß &#8211; aber nicht vor dem Feuerzeug eines gefrusteten Bürgers, sondern vor &#8211; da haben wir es wieder &#8211; staatlicher Einflussnahme. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.</p>
<p>Lustig wird es, wenn dieselben Leute, die das berichtende Medium &#8211; in diesem Fall den &#8220;Lokalteil&#8221; &#8211; der Missachtung der Pressefreiheit bezichtigen, im selben Atemzug dasselbe Medium für dessen <em>Art</em> der Berichterstattung angreifen oder, wie in einigen Fällen, sogar die <em>Nicht</em>berichterstattung einfordern. Der von mehreren Lesern erhobene Vorwurf, die Aktion sei im Artikel in zu positivem Licht dargestellt, ist geradezu grotesk: Entweder gilt die Pressefreiheit, und der Autor kann berichten, wie er es für richtig hält, oder man spricht ihm dieses Recht ab &#8211; und damit, Sie ahnen es, die Pressefreiheit selbst. Ach, wenn ich so darüber nachdenke: Eigentlich ist das alles andere als lustig. Wie man diesen geistigen Spagat zwischen Bewahrenwollen der Freiheit mit dem gleichzeitigen Wunsch der Beschneidung derselben hinbekommt, würde ich gerne mal erklärt bekommen.</p>
<p>Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, die Meinungsfreiheit, die nach Ansicht einiger Leser ebenfalls missachtete. Die wurde in diesem Fall tatsächlich angegriffen. Allerdings wiederum nicht durch die Verbrennungsaktion &#8211; schließlich wurde durch sie die Bild-Redaktion nicht davon abgehalten, ihre Meinung zu äußern, und wird sich durch solche Vorkommnisse mit Sicherheit auch künftig nicht davon abhalten lassen. Auf der anderen Seite war die Verbrennung genau das: die freie Meinungsäußerung eines Bürgers. In Form und Ausdruck mag man sie für gut, schlecht oder meinetwegen bekloppt halten &#8211; sie bleibt trotzdem eine und ist, wie jede andere Meinung, verfassungsmäßig geschützt. Die Thematisierung einer solchen Meinung in der Presse ändert daran nichts; und wenn, dann wird der Freiheitsaspekt eher noch bestärkt.</p>
<p>Ich könnte seitenweise weitermachen, aber will es dabei belassen. Mir wird nur allmählich angst und bange, wenn ich sehe, wie manche Leute mit dem Mund die Bewahrung einer Freiheit einfordern und sie im Hirn schon längst für sich abgeschafft haben. Liebe Leute: Die Presse ist nicht dazu da, eure Meinung niederzuschreiben. Sie ist auch nicht dazu da, eure Kämpfe auszufechten. Sie ist dazu da, euch Materialien an die Hand zu reichen, mit deren Unterstützung ihr eure Meinung bilden könnt, aber auch nicht müsst. So einfach ist das.</p>
<p>Nur noch ein Wort zur heftig kritisierten, weil als bejubelnd empfundenen Überschrift des diskutierten Artikels (&#8220;Burn, Gratis-Bild, Burn!&#8221;): Auch die stammt nicht von mir, aber ich konnte sie sofort einordnen. Als Reminiszenz an das geflügelte, aus dem US-amerikanischen Englisch stammende Wort &#8220;Burn, Baby, Burn&#8221;, das mir schon in mehreren Comics und einer Reihe von &#8211; faschistischen Gedankenguts vollkommen unverdächtigen &#8211;  Songs begegnet ist. Und, nebenbei gesagt, auch schon in der österreichischen &#8220;Die Presse&#8221;. Die Überschrift über diesem Blogpost ist übrigens von einem Filmtitel hergeleitet. Gemerkt? Egal. Man muss diese Bezugspunkte natürlich nicht kennen; entweder hat man ein Lied schon mal gehört oder eben nicht &#8211; aber Unkenntnis ist kein Alibi für Theoriefindung.</p>
<p>Es bleibt die These zu erforschen, ob dieses Phänomen hauptsächlich im Zusammenhang mit der Bild auftritt. Ich hege allmählich diese Vermutung, denn solche kruden Streits um falsch verstandene Pressefreiheit und Meinungsäußerung, von denen ich schon einige ausgefochten habe, scheinen sich regelmäßig an diesem Boulevardblatt zu entzünden; und erstaunlicherweise sind es nahezu immer Bild-Gegner, die es in Schutz nehmen. Was für die Soziologen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Uuuhhh&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2012 13:36:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p>&#8230; ich weiß ja nicht, ob ich an dieser Veranstaltung wirklich teilnehmen möchte:</p> <p></p> ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; ich weiß ja nicht, ob ich an dieser Veranstaltung wirklich teilnehmen möchte:</p>
<p><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/06/fb-ibis.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-422" title="fb-ibis" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/06/fb-ibis.jpg" alt="" width="408" height="168" /></a></p>
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		<title>Der Teufel im Detail</title>
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		<pubDate>Sun, 27 May 2012 11:08:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p>Gar nicht schlecht: Eine Spam-Mail in klarem, verständlichem und beinahe fehlerlosem Deutsch, wenn auch mit stilistischen Schwächen. Blöd nur, wenn man sich erst so viel Mühe gibt und dann jede Erfolgsaussicht zunichte macht, indem man versucht, mit einem ein Vierteljahr zurückliegenden Datum Druck aufzubauen&#8230; setzen, Sechs.</p> <p style="text-align: center;"></p> [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gar nicht schlecht: Eine Spam-Mail in klarem, verständlichem und beinahe fehlerlosem Deutsch, wenn auch mit stilistischen Schwächen. Blöd nur, wenn man sich erst so viel Mühe gibt und dann jede Erfolgsaussicht zunichte macht, indem man versucht, mit einem ein Vierteljahr zurückliegenden Datum Druck aufzubauen&#8230; setzen, Sechs.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/spam-paypal.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-419" title="spam paypal" src="http://www.noltejournal.de/Blog/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/spam-paypal.jpg" alt="" width="606" height="297" /></a></p>
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